Málaga: Spaniens ärmste Provinz trotz Immobilienboom

Forum-Nutzer behaupten, Málaga sei mit 18.044 € (2021) die ärmste Provinz Spaniens, während die Wohnkosten um 20 % steigen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Málaga: Spaniens ärmste Provinz trotz Immobilienboom
»Málaga, Spaniens ärmste Provinz«, trotz 20 % Anstieg der Immobilienpreise

Málaga verkauft Wachstum: Hochgeschwindigkeitszug, U-Bahn, ein Technologiepark mit multinationalen Unternehmen und der viertgrößte Flughafen des Landes, nennen einige Forumsteilnehmer. Und dennoch behaupten manche, es sei die Provinz mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen in Spanien: 18.044 Euro laut den letzten verfügbaren provincialen Daten von 2021. Unter Cádiz (18.114), Granada (18.537) und jenem roten Laterne-Platz, den viele in Badajoz vermuten (19.012). Andere Diskussionsteilnehmer bestreiten diese Rangfolge.

Wer im Zentrum ankommt, sieht etwas anderes, wie ein Nutzer berichtet. Zwanzig Sprachen auf der Straße, Schlangen vor allem, Spanisch in der Minderheit. Das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das zu schnell wächst und dessen Rechnung jemand zahlen muss. Dies ist die Paradoxie, die jede ernsthafte Debatte über die Stadt durchzieht: Ein Boom bei Preisen, Touristen und öffentlichen Bauvorhaben, während die Löhne, so wird wiederholt, seit einem Jahrzehnt stagnieren.

»Die Provinz mit dem niedrigsten Einkommen des Landes«

Diese Zahl verwirrt, weil sie der Erzählung widerspricht. Eine Provinz, die konstant ausländisches Kapital anzieht, deren Wohnungsbestand und Hotelangebot sich vervielfachen, bleibt national am Ende der Liste beim Pro-Kopf-Einkommen. Die kursierende Erklärung ist unbequem: Das BIP wächst, aber die Bevölkerung wächst noch schneller. Mit mehr Einwohnern und Besuchern, die denselben Kuchen teilen, sinkt der Indikator pro Kopf, auch wenn die makroökonomische Schlagzeile positiv ausfällt.

Manche lesen diese Differenz als Beweis dafür, dass das Modell nichts verteilt. Das Geld strömt herein, so das Argument, bleibt aber in den Händen derselben Akteure: Bauträger, Fonds und Verwaltungen. Wer für Besucher arbeitet, erhält Saisonlöhne und zahlt Preise wie in einer europäischen Hauptstadt.

Wie stark steigen die Immobilienpreise in Málaga?

Fast 20 % im letzten Jahr, laut einer im Thread kursierenden Berechnung. Die Zahl ist weniger wichtig als ihre Richtung: Wenn Preise über mehrere Jahre hinweg so stark steigen, passt sich die gesamte Wirtschaft an einen Wohlstand an, der noch nicht existiert. Hypotheken, Vermögen, Erwartungen. Und wenn eine Korrektur kommt, warnen Kritiker, wird 2008 zur Anekdote, weil dann kein Geld mehr für Rettungspakete vorhanden sein wird.

Der Boden der Treppe beunruhigt mehr als die Decke. Zimmer für 500 Euro und winzige Wohnungen für 2.000 Euro sind die wiederkehrende Referenz. Für junge Menschen wird eine Formel erprobt, die wie ein schlechter Scherz klingt: Wohnungen zwischen 35 und 45 Quadratmetern für »günstige« Kurzzeitmieten. Eine Matratze, eine Küche und eine Tür, wenn man Glück hat.

Laut einem Nutzer, der Links zu Immobilienportalen teilt, zeigt der Vergleich mit anderen europäischen Hauptstädten die Absurdität der Situation. In Rom, hyper-gentrifiziert und voll von touristischen Apartments, oder in Mailand erreichen die durchschnittlichen jährlichen Steigerungen bei Weitem nicht das spanische Niveau. Hier wird gekauft und verkauft, als würde die Musik nie enden.

Sommer, leere Stauseen und Dienstleistungen am Limit

In der Hochsaison verdreifacht sich die Bevölkerung, und einige Küstengemeinden erleben dies auch mit ihrem tatsächlichen Einwohnerstand. Das städtische Busnetz ist knapp bemessen, Parken im August ist ein Ding der Unmöglichkeit, und das öffentliche Gesundheitswesen spürt den Druck. Der meistzitierte Vorfall ist eine fünfminütige Wartezeit auf einen Transportkrankenwagen mit tödlichem Ausgang. Ohne Dramatisierung: Dies ist die Rechnung für das Hineinbringen von Menschen ohne entsprechende Infrastruktur.

Hinzu kommt das Wasserproblem. Die Stauseen sind niedrig, der Herbst brachte kaum Regen, und manche behaupten, der trockene Zyklus werde andauern. In der Axarquía, wo Mango- und Avocado-Anbau ein angespanntes Grundwasserleitersystem belastet, verzögert sich die Entsalzungsanlage seit Jahren. Laut einem weiteren Nutzer wird über Wasserumleitungen so leicht gesprochen wie über einen Kaffee bestellen, doch die Einzugsgebiete sind bereits reguliert, und jeder abgeleitete Fluss lässt einen anderen trocken.

Blase oder einfach nur Angebotsknappheit?

Hier spaltet sich die Diagnose in zwei Lager. Eine Seite argumentiert, dies sei eine Lehrbuch-Blase: unmögliche Preise, ausländische Käufer mit unbegrenzten Mitteln und eines Tages, wie immer, wird sie platzen. Das alternative Szenario ist keine Explosion, sondern ein Eigentümerwechsel. Wenn das Kapital aufhört zu fließen, werden Fonds günstig kaufen, Behörden werden aus Angst alles unterschreiben, und wir beginnen mit neuem Anstrich von vorn.

Die Version, die die Blase leugnet, hat ihre eigene Logik: Über fünfzehn Jahre kaum Neubautätigkeit, intensiver Bevölkerungsdruck und ein Angebot, das nicht ausreicht. Es gäbe keinen spekulativen Nachfrageüberschuss, sondern bloße Knappheit an Wohnraum. Zwei gegensätzliche Erzählungen für dieselbe urbane Landschaft.

Der Bürgermeister, der seit 24 Jahren im Amt ist

Unabhängig vom Konjunkturzyklus weist Málaga eine schwer vergleichbare politische Anomalie auf. Sein Bürgermeister, Francisco de la Torre, ist fast 80 Jahre alt und verbringt seit drei Jahrzehnten im Rathaus: vier Jahre als Stadtrat für Stadtplanung und 24 Jahre als Oberbürgermeister. Zuvor leitete er in einer anderen Ära die Provinzialverwaltung (Fruta). Die Stadt wählt seit Jahren denselben Mann, merkt ein Nutzer an, was sowohl die Kontinuität des Modells als auch das Fehlen einer Debatte über sein Ende erklären könnte.

Wie im Thread erinnert wird, war das Zentrum vor dreißig Jahren ein Slum und ist heute eine Kulisse für Besucher. Die Verbesserung gilt als gegeben; diskutiert wird, wem sie gehört.

Wie viele Sommer kann Málaga noch verkaufen, was die dort Lebenden sich nicht mehr leisten können?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (463 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver