Madrils Bürgermeister plant autofreie Promenade zwischen Cibeles und Alcalá-Tor

José Luis Martínez-Almeida kündigt an, drei Fahrspuren im Zentrum von Madrid zu entfernen und den Bereich in eine Fußgängerzone umzuwandeln.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Madrils Bürgermeister plant autofreie Promenade zwischen Cibeles und Alcalá-Tor
Almeida streicht drei Spuren zwischen Cibeles und dem Alcalá-Tor

Die Ankündigung machte der Bürgermeister selbst über soziale Medien: Eine Promenade von Cibeles bis zum Alcalá-Tor (Puerta de Alcalá), die drei Fahrspuren für Autos eliminiert. Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. In einer Stadt, die seit Jahren über die Zukunft ihres Zentrums diskutiert, wird dieser Schritt als weiterer Teil desselben Weges gelesen: weniger Asphalt, mehr Gehweg und ein Denkmal, das vom Kreisverkehr zur Flaniermeile wird. Manche feiern es vorbehaltlos, andere interpretieren es als direkten Angriff auf die Mobilität derer, die von außerhalb kommen.

Was der Verlust von drei Spuren auf diesem Abschnitt bedeutet

Der betroffene Abschnitt verbindet zwei neuralgische Punkte: den Platz Cibeles und das Alcalá-Tor. Für manche ist es eine wichtige Zufahrt zum O'Donnell-Tunnel, und deren Reduzierung zwingt zu Umwegen, die die Fahrt verlängern. Für andere ist es ein Raum, in dem Autos nie Sinn gemacht haben: eine Promenade, keine Autobahn. Die Diskussion ist nicht neu, aber die Ankündigung hat sie mit Nachdruck wiederbelebt.

Das Alcalá-Tor funktioniert heute als Kreisverkehr. Das Projekt, wie in der Ankündigung beschrieben, würde es ermöglichen, zu Fuß von Cibeles durch die Straßenmitte zu gelangen, wodurch der Raum des Denkmals faktisch erweitert wird. Dieser Teil erzeugt sogar bei denen, die der kommunalen Politik nicht zustimmen, den größten Konsens: Die Fußgängerzonisierung dieser Achse hat eine schwer zu widerlegende städtebauliche Logik. Der südliche Gehweg liegt zudem im UNESCO-Welterbe „Paseo del Prado“, was dem Thema ein weiteres Argument verleiht.

Die Applaudierenden: Touristen, Spaziergänger und Anwohner des Zentrums

Ein Teil der Nachbarschaft ist sich sicher: Das Zentrum ist für Touristen und zum Spazieren, und alles, was das Gehen erleichtert, ist gut. Es wird sogar vorgeschlagen, auf dem Paseo del Prado Spuren zu entfernen, um die als zu schmal empfundenen Gehwege zu verbreitern. Die Logik ist einfach: Wenn der öffentliche Nahverkehr funktioniert, sollte eine Spur weniger kein Drama sein.

Dieses Argument wird durch die Idee gestützt, dass viele, die diesen Abschnitt mit dem Auto nutzen, aus den Randgebieten kommen und keine Steuern in der Gemeinde Madrid zahlen. Man kann auch mit einer Spur weniger passieren oder eine alternative Route suchen. Und für die, die in etablierten urbanen Gebieten leben, ist das Auto eine Freizeitergänzung, keine tägliche Notwendigkeit.

Die Verdrängten: Vom Stadtrand ins Zentrum mit dem Auto

Die andere Seite der Medaille sind jene, die in jeder Spurkürzung einen weiteren Schritt zur Verdrängung des privaten Kraftfahrzeugs sehen. Die Rechnung ist einfach: Wenn eine Zufahrt zum O'Donnell-Tunnel gesperrt wird, kann der resultierende Umweg eine kurze Fahrt in eine Odyssee verwandeln. Und nicht jeder hat eine echte Alternative im öffentlichen Nahverkehr.

Manche behaupten, dass die Fußgängerzonisierung des Zentrums Städte in Themenparks für Besucher verwandelt, während langjährige Bewohner an den Rand gedrängt werden. Die Kritik richtet sich nicht nur gegen den Stadtrat, sondern auch gegen Nachbarn, die Maßnahmen bejubeln, die sie nicht betreffen, weil sie das Zentrum nicht mit dem Auto durchqueren müssen.

Der Hintergrund: Wer kann es sich leisten, auf das Auto zu verzichten?

Die zugrunde liegende Frage ist wirtschaftlicher Natur. Auf das Auto zu verzichten ist einfacher, wenn man in einem Gebiet lebt, in dem alle drei Minuten eine U-Bahn-Station ist, als wenn das Haus am Stadtrand steht und es nur einen Bus pro Tag gibt. Die Fußgängerzonisierung des Zentrums kommt denen zugute, die dort bereits leben oder es sich leisten können. Für den Rest ist es nur ein weiteres Hindernis.

Die Diskussion driftet oft in Richtung Tourismus ab: Billigflüge, Wochenendtrips, schneller Konsum. Die Befürworter des Autos weisen auf den Widerspruch hin, private Fahrzeuge zu benachteiligen, während ein emissionsintensives Tourismusmodell gefördert wird. Die Debatte verheddert sich und verliert den Fokus, hinterlässt aber eine unbequeme Frage: Von wem wird das Opfer verlangt?



Das Projekt geht weiter. Die Spuren werden entfernt, die Gehwege verbreitert und das Alcalá-Tor hört auf, ein Kreisverkehr zu sein, um das zu werden, was viele glauben, dass es immer hätte sein sollen: ein Denkmal, das man zu Fuß erreicht. Es bleibt abzuwarten, ob der Verkehr drumherum abnimmt oder ob, wie manche befürchten, die Verschmutzung in angrenzende Straßen verlagert wird und die Verschlechterung zurückkehrt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (122 Antworten).

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