Almeida trottet in russische Falle
Die Szene hat etwas von unfreiwilliger Komödie: Der Bürgermeister von Madrid, José Luis Martínez-Almeida, plaudert auf Englisch mit jemandem, den er für Vitali Klitschko hält, und spricht unbedacht weiter, ohne zu ahnen, dass am anderen Ende zwei Humoristen stehen, die bereits aufnehmen. Es war nicht der Regierende Bürgermeister von Kiew. Es war ein Telefon-Prank, und das Ergebnis ist eines der unangenehmsten Dokumente, die je von einem spanischen Politiker veröffentlicht wurden. Die Episode verrät mehr über die Person als jede Pressemitteilung. Denn was bekannt wurde, ist nicht nur ein Fauxpas. Es ist die Momentaufnahme einer Rhetorik: Bestrafung der Russen, Rückführung ukrainischer Flüchtlinge an die Front und, als Zugabe, ein Beileidsbekundung für einen vermeintlichen Helden, der zusammenbricht, sobald jemand nachschaut, wer er wirklich war.
Was sagte Almeida im vermeintlich privaten Gespräch?
Die Aufnahme, verbreitet von den Urhebern des Streichs, zeigt einen Martínez-Almeida, der überzeugt ist, mit dem Bürgermeister von Kiew zu sprechen. In diesem Gespräch, so berichten die kursierenden Auszüge, fordert er, dass Russen in Spanien bestraft werden sollten, und sieht kein Problem darin, wenn Madrid bei der Repatriierung ukrainischer Männer zur Unterstützung des Kampfes hilft. Ebenfalls laut diesen Auszügen behauptet er, sie dürften nicht an den Stränden ausruhen, sondern ihre Aufgabe sei es, auf dem Schlachtfeld zu sterben. Wichtig ist der Kontext: Es handelt sich um ein Gespräch, das der Bürgermeister für privat hielt, mit jemandem, den er für eine ausländische Autorität hielt, und das er selbst nicht veröffentlicht hat. Die Zitate sind durch die Veröffentlichung des Materials bekannt geworden, nicht durch eine öffentliche Erklärung des Politikers.
Bestrafung der Russen und Entsendung von Ukrainern an die Front
Der Inhalt passt zu einer Rhetorik, die an Boden gewinnt: Verschärfung des Umgangs mit allem Russischen und Behandlung ukrainischer Flüchtlinge als Kriegsmaterial. Die Forderung, eine Gruppe aufgrund ihrer Nationalität zu bestrafen, ist zudem genau die Art von Aussage, die im Mund eines gewählten Amtsträgers unbequeme Schlagzeilen erzeugt und Fragen nach den Grenzen politischer Sprache aufwirft. Das Bemerkenswerte hier ist nicht die Härte der Botschaft, sondern der Kontrast zwischen dem Wahlkampf-Ton und der Leichtigkeit, mit der eine hypothetische Deportation von Zivilisten in ein Kampfgebiet behandelt wird. Ein Thema, das in der öffentlichen Debatte normalerweise deutlich mehr Differenzierung erfordert.
Bandera, Lgtb Pride und ein Beileid, das zum Meme wurde
Der surreale Höhepunkt kommt, als die Spaßmacher ihm Stepan Bandera als gefallenen Schwulen-Vorbild vorstellen und der Bürgermeister, ohne zu zögern, sein Beileid ausspricht. Bandera war ein ukrainischer nationalistischer Führer des 20. Jahrhunderts, der historisch mit der Zusammenarbeit mit Nancy-Deutschland verbunden wird – ein Profil, das frontal gegen das Etikett des homosenshomo Ikonos kollidiert, das man ihm unterjubelte. Das Ergebnis fasst die gesamte Episode zusammen: Informationen, die der Bürgermeister nicht kennt, ein Gegenüber, das mit Vorsprung spielt, und ein öffentlicher Amtsträger, der alles nickend hinnimmt. Die Anekdote kursiert bereits als Meme, mit imaginären Ehrungen im Hintergrund.
Warum wird sein Englisch verspottet?
Das andere Feld ist die Sprache. Der Bürgermeister schlägt sich mit einfachem Englisch durch, das die Aufnahme entblößt und zum Objekt der Häme gemacht hat. Man weist, mit Augenzwinkern, darauf hin, dass ein Amtsträger dieser Ebene besser damit umgehen sollte, und erinnert daran, dass andere Präsidenten, wenn nötig, baten, auf Spanisch zu sprechen. Die Szene ist nicht nur komisch: Sie deutet auf Fragen der Vorbereitung und des eigenen Image-Managements hin. Wenn jemand in einer Sprache improvisiert, die er nicht beherrscht, hört er auf, seine Worte zu wählen.
Vovan und Lexus sind keine Neulinge
Die Urheber des Pranks improvisieren nicht. Sie werden als Vovan und Lexus identifiziert, ein Duo russischer Humoristen, das sich genau darauf spezialisiert hat, solche Streiche bei öffentlichen Amtsträgern zu spielen, mit Methoden der Social Engineering und viel Geduld. Vor dem Bürgermeister von Madrid hätten sie vermutlich die ehemalige Ministerin Cospedal hereingelegt, indem sie sich als lettischer Verteidigungsminister ausgegeben hatten. Es steckt Handwerk dahinter, und das erklärt die Qualität des gewonnenen Materials. Es ist kein isolierter Witz: Es ist ein Genre mit Methode.
Vom Meme zur Rücktrittsforderung
Die Viralität bleibt nicht beim Spaß stehen. Manche behaupten, eine solche Bloßstellung müsste ihn seinen Posten kosten, und erinnern daran, dass er nicht der einzige Politiker ist, der nicht ganz versteht, was er unterschreibt oder bespricht. Andere relativieren: Jeder würde auf einen gut inszenierten Anruf hereinfallen, mit überzeugender Stimme und glaubwürdigem Kontext. Der eigentliche Reibungspunkt ist ein anderer. Der Kontrast zwischen der Unverfrorenheit, mit der in einem angeblich privaten Gespräch Bestrafungen und Deportationen versprochen werden, und der Vorsicht, mit der öffentlich darüber gesprochen wird. Diese Diskrepanz, mehr als der konkrete Fehler, ist es, was schmerzt.
Bleibt das familiäre Detail, das manche hervorgehoben haben: Beide Großeltern des Bürgermeisters waren Staatsanwälte, und sein Umfeld ist seit Generationen das der administrativen Eliten. Dasselbe System, das die Kinder der Führungsschicht emporhebt, lässt sie beim ersten Anruf aus einem ausländischen Telefon exponiert zurück. Und diese Tatsache verwirrt mehr als jeder Streich.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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