Madrid wächst stärker als ganz ländliches Spanien

23 der dichtesten Punkte Europas liegen in Spanien, nur 13% des Landes sind bewohnt. Eine Karte zeigt die extreme Ballung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Madrid wächst stärker als ganz ländliches Spanien
In Madrid leben mehr Menschen als im gesamten entvölkerten Spanien zusammen

Spanien gilt als dünn besiedelt und ist es auf dem Papier auch tatsächlich. Im Inneren verbirgt sich jedoch eine in Europa einzigartige Anomalie: 23 der 33 Quadratkilometer mit über 40.000 Einwohnern auf dem gesamten Kontinent liegen auf spanischem Boden. Nur etwas mehr als 13 % des Landes sind bewohnt. Der Rest, orange auf der Karte, besteht aus Hochebene, Gebirge und Trockengebieten. Der Kontrast zwischen diesem einzigen blauen Punkt und dem übrigen Kartenbild ist das wirtschaftliche Porträt eines Landes, das entschieden hat, wo es lebt.

Die Karte, die erklärt, wo Spanien wirklich lebt

Das Diagramm, das die Angelegenheit ordnet, ist einfach und brutal: Der blaue Punkt konzentriert mehr Bevölkerung als die Summe aller orangenen Zonen. Übersetzt: Das Binnenland Spaniens, das weder die Küste noch den Ebro-Korridor berührt, ist menschenleer geworden, während die Metropolregion Madrid jährlich anwächst.

Es gibt eine geografische Lesart, die man nicht aus den Augen verlieren sollte. Das orange Spanien ist größtenteils Gebirge oder trockene Hochebene, wenig geeignet für hohe Siedlungsdichten. Die Versuche zur Bewässerung im Landesinneren waren teuer und ineffizient. Das blaue Spanien hingegen vereint Arbeitsplätze, Universitäten, Krankenhäuser und Flughäfen.

Der zweite blaue Punkt, den kaum jemand erwähnt

Der Vergleich sieht bei Barcelona ähnlich aus. Die Metropolregion der katalanischen Hauptstadt hat kaum eine Million Einwohner weniger als die von Madrid. Dies ist kein Phänomen, das exklusiv der Hauptstadt zuzuschreiben ist oder eine Eigenheit ihrerseits: Es ist das Muster eines Landes, das entschieden hat, dass nur zwei oder drei Pole Industrie und Dienstleistungen verdienen.

Man muss nicht weit reisen, um dies zu überprüfen. Alcalá de Henares hat laut dem Statistikinstitut der Region Madrid (Instituto de Estadística de la Comunidad de Madrid) die Marke von 203.208 Einwohnern überschritten, mit einem Melderegister, das 208.943 Personen umfasst und innerhalb eines Jahres mehr als 5.300 neue Nachbarn zählt.

Warum verteilt sich die Industrie nicht über das Territorium?

Der Vergleich mit Nordeuropa ist unbequem. In Deutschland und Österreich ist es üblich, große Fabriken – manchmal größer als die Gemeinde selbst – in kleinen Dörfern angesiedelt zu sehen. Die Industrie ist verteilt und stützt so die Bevölkerung. In Spanien passiert das Gegenteil.

Die lokalen Beispiele, die oft angeführt werden, halten einer genauen Prüfung nicht immer stand. Illescas hat eine Airbus-Fabrik und Alovera in Guadalajara beherbergt die Mahou-Brauerei. Aber beide liegen in unmittelbarer Nähe zu Madrid: Sie sind industrielle Peripherie des blauen Punktes, keine Politik der Verteilung. Eine Umverteilung der Aktivität würde zudem erfordern, die Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen in Gebieten zu vervielfachen, die heute nicht über die kritische Masse verfügen, um diese zu tragen.

Mittelstädte, die den Rest der Landkarte stützen

Außerhalb der Achse Madrid-Barcelona bleibt ein Netz mittelgroßer Städte, das sich behauptet: Murcia liegt bei rund 479.000 Einwohnern, Palma de Mallorca bei 434.000, Las Palmas de Gran Canaria bei 380.000, Alicante bei 366.000 und Bilbao bei 351.000. Darunter folgen Córdoba, Valladolid und Vigo und vervollständigen ein Dutzend Kerne zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern.

Sie sind es, die einen großen Teil des Territoriums stützen, und sie bleiben fast jeder Diskussion über industrielle Verteilung oder öffentliche Investition fern.

Was es kostet, dort zu leben, wo alle leben wollen

Die Immobilienpreise, die Überlastung der U-Bahn – mit Hinweisen auf den Bahnsteigböden zur Steuerung des Ein- und Ausstiegs – und öffentliche Dienste am Limit sind die andere Seite des blauen Punktes. Manche behaupten, ein solches Diagramm werde absichtlich erstellt, um unmögliche Preise in der Hauptstadt zu rechtfertigen.

Ein Datenpunkt bricht die katastrophale Erzählung: Die Region Madrid erscheint in Berichten, die offizielle Daten zitieren, als die Region mit der höchsten Lebenserwartung in Europa. Hier koexistieren die dichteste und die langlebigste Stadt. Niemand hat dies vollständig erklärt.

Frankreich verteilt seine Bevölkerung auf Lyon, Nantes, Straßburg oder Bordeaux. Spanien hat keine vergleichbare zweite Ebene urbaner Zentren und verliert diese jedes Jahr mehr. Ist dies ein geografisches Schicksal oder eine politische Entscheidung, die niemand überprüfen will?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (130 Antworten).

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