ITV-Verstoß: Bußgeld oft günstiger als Reparatur

100 € Bußgeld bei sofortiger Zahlung stehen 400 € Reparaturkosten gegenüber. Immer mehr Fahrer meiden die technische Inspektion, während Versicherer zögern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

ITV-Verstoß: Bußgeld oft günstiger als Reparatur
Bußgeld für fehlende ITV: 100 € statt 400 € Reparatur

Die ITV (Inspección Técnica de Vehículos) zu umgehen kann billiger sein als sie einzuhalten. Diese kalte Rechnung erklärte Ende 2016 die Zunahme der sogenannten Zombie-Autos: heruntergekommene Fahrzeuge mit durchgebrannten Scheinwerfern und schwarzen Abgaswolken, die weiterfahren, weil der Besitzer die Strafe der Überprüfung vorzieht. Das Bußgeld beträgt 100 Euro mit dem Rabatt bei sofortiger Zahlung; die Inspektion kostet ihre Gebühr – zwischen 50 und 65 Euro – plus die Werkstattkosten. Und hier liegt die Falle: Eine einzige Panne bringt jede Kalkulation ins Wanken.

Die Rechnung, die zur Nicht-Prüfung führt

Ein elektrischer Fehler an der Lambdasonde des Katalysators, gefolgt von einer roten Warnleuchte im Armaturenbrett, reicht aus, um die Inspektion scheitern zu lassen. Die Reparatur kostet etwa 400 Euro. Demgegenüber steht das Bußgeld für das Fahren ohne gültige ITV bei sofortiger Zahlung bei nur 100 Euro. Die Differenz ist eindeutig und erklärt, warum manche das Risiko eingehen. Dieses Argument hält stand, solange nichts passiert. Manche prahlen damit, dass sie in vier Jahren nur zweimal angehalten wurden; andere berechnen, dass Glück nicht ausgleicht, wenn man es mit jeder Fahrt multipliziert.

Was viele nicht bedenken, ist, dass das Bußgeld selten einmalig bleibt. Die Strafe für eine abgelaufene oder negativ bewertete ITV liegt bei 200 Euro – 100 mit Reduzierung – und steigt auf 500 Euro, wenn die Bewertung negativ war. Aber die eigentliche Bestrafung ist nicht die Summe.

Deckt die Versicherung ohne gültige ITV?

Hier bricht die Geschichte in zwei Teile. Die verbreitete Version – „die Versicherung deckt nichts ohne ITV“ – kursiert seit Jahren wie eine urbane Legende, die laut Brancheninsidern teilweise stimmt und teilweise relativiert werden muss. Was die informierten Kreise betonen, ist, dass der Versicherer die Leistung nicht einfach verweigern kann: Er müsste einen direkten Zusammenhang zwischen dem Unfall und einem technischen Defekt nachweisen, den die Inspektion erkannt hätte. Ein Urteil des Provincial Court of Palencia (Beschwerde 198/2006) bestätigte zwar einen Ausschluss der Deckung für das Fahren eines Fahrzeugs ohne gültige Inspektion, aber jeder Fall wird vor Gericht einzeln entschieden.

In der Praxis steht der Fahrer im schlimmsten Moment allein da. Wer im Pannendienst gearbeitet hat, fasst es kurz zusammen: Es ist Standard beim Versicherer, reine Logik. Ein geschilderter Fall beschreibt einen Abschleppwagenfahrer, der sich weigerte, das Fahrzeug abzuschleppen, nachdem er feststellte, dass die ITV seit Tagen abgelaufen war, um nicht das Risiko einzugehen, dass die Gesellschaft ihm den Service nicht bezahlte.

Stilllegung, Kameras und kumulative Sanktionen

Das Bußgeld ist nur der erste Schritt. Das Fahrzeug kann stillgelegt und in einigen Fällen die Zulassungsbescheinigung vorübergehend entzogen werden, bis die Inspektion bestanden ist. Hinzu kommt die administrative Spur: Kamerasysteme, die Kennzeichen mit dem Inspektionsregister abgleichen und jene erkennen, die nicht aktuell sind. Was als einmalige Zahlung vermutet wird, entwickelt sich zu einer wiederkehrenden Rechnung. Bei einem Pkw mit zwei Jahren Gültigkeit zwischen den Prüfungen ist die Anzahl möglicher Sanktionen in diesem Zeitraum nicht zu vernachlässigen.

Und nein, ohne Versicherung zu fahren ist keine Alternative: Die Strafe liegt zwischen 601 und 3.000 Euro, inklusive Stilllegung.

Die Lotterie der Techniker und Zweck-Werkstätten

Der Großteil des Ärgers richtet sich nicht gegen die Prüfung selbst, sondern gegen ihre Anwendung. Die wiederkehrende Kritik zielt auf die Willkür einiger Prüfer: Schrottreife Autos bestehen, makellose Fahrzeuge fallen wegen einer Emissions-Sonde durch. Und dann gibt es noch das Ausweichen in eine andere Region auf der Suche nach laxeren Kriterien, was die Verordnung nicht erlaubt, aber praktiziert wird. Der Verdacht, dass die Inspektion zu einem Geschäft mit garantierter Nachfrage geworden ist, hilft niemandem, aus Überzeugung compliant zu sein.

Die Differenz, die alles entscheidet

Mit diesen Fakten wird das Zombie-Auto nicht verschwinden. Alles deutet darauf hin, dass eine strengere Überwachung – mehr Kameras, mehr Datenabgleiche – den Spielraum einschränken wird, obwohl es keine Anzeichen dafür gibt, dass dies die Reparaturkosten senkt, die zum Umgehen der ITV führen. Solange die Differenz bei 100 zu 400 Euro bleibt, wird die Arithmetik weiterhin gegen die Norm gewinnen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (210 Antworten).

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