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Madrid lockt Luxushotels, während die Unruhe der Anwohner wächst
Hotelverantwortliche feiern Madricks Tourismusboom, andere Teilnehmer warnen vor Überlauf und steigenden Kosten für die Anwohner.
Madrid führt bei Hotelinvestitionen, während die Unruhe der Anwohner wächst
Der Tourismus in Madrid boomt. Das behaupten zumindest die Verantwortlichen der neuen Luxushotels, die in der spanischen Hauptstadt landen. In einer Sendung von Telemadrid erklärte eine Hoteldirektorin, dass sich die Zahl der Betriebe in den letzten Jahren verdoppelt habe und die Preise demselben Kurs gefolgt seien. Madrid ist im Kommen – und zwar nicht wegen des Trinktourismus, der andere Regionen Spaniens überrollt. Das Profil der Gäste, die in die Hauptstadt kommen, sei genau das richtige: hohe Kaufkraft, längere Aufenthalte und Ausgaben für Handel und Gastronomie.
Der Vergleich mit Barcelona ist unvermeidlich. Eine andere Verantwortliche eines kürzlich an der Gran Vía eröffneten Hotels erzählte, ihr Chef habe eine Studie in Auftrag gegeben, um zwischen Madrid und Barcelona zu entscheiden. Das Ergebnis: Barcelona ist die Vergangenheit, Madrid die Zukunft. Das neue Haus verfügt über rund fünfzig Zimmer und etwa 115 Mitarbeiter. Ein Verhältnis, das nach Ansicht der Befürworter des Modells beweist, dass hochwertiger Tourismus stabile und gut bezahlte Arbeitsplätze schafft – weit entfernt von der Schattenwirtschaft rund um Ferienwohnungen.
Das Hotelgeschäft gegen die Ferienvermietung
Die Hotel expansion hat die Kluft zwischen zwei Auffassungen von Tourismus wieder geöffnet. Auf der einen Seite die großen Hotels, die direkte Arbeitsplätze schaffen, Sozialabgaben zahlen und in einem regulierten Markt konkurrieren. Auf der anderen Seite die Plattformen für Ferienunterkünfte, denen vorgeworfen wird, die Bewohner aus den Innenstädten zu verdrängen und abseits der Steuervorschriften zu arbeiten. Die meistgeäußerte Position lautet, dass Airbnb steuerlich aufs Äußerste bekämpft und die Hotels die Nachfrage absorbieren lassen sollten. Der dahinterstehende Gedanke: Das Problem ist nicht der Tourist, sondern das Beherbergungsmodell.
Doch nicht alle teilen die Begeisterung. Ein Teil der Teilnehmer hält dagegen, dass Massentourismus nur Unannehmlichkeiten und höhere Preise für die Bewohner bringe. Sie argumentieren, dass ab einem gewissen Niveau das Geld des Tourismus bei einer kleinen Zahl von Profiteuren landet, während der Rest der Bevölkerung Staus, Lärm und steigende Wohnkosten trägt. Die Antwort darauf: Luxushotels beschäftigen qualifiziertes Personal, darunter Rezeptionisten mit Sprachkenntnissen, und diese Mitarbeiter gäben ihr Geld in Bars, Läden und Friseursalons der Stadt aus. Der Multiplikatoreffekt, so die Verteidiger, existiere sehr wohl.
Die Auswirkungen auf Preise und Wohnraum
Die Verteuerung des Lebens in Madrid ist einer der Punkte, die den meisten Konsens finden. Kritiker des Tourismusmodells weisen darauf hin, dass der Druck auf Wohnraum und Dienstleistungen die Preise für die Anwohner in die Höhe treibt. Die Befürworter relativieren: Wenn Touristen in Hotels statt in Privatwohnungen übernachten, verringere sich die Auswirkung auf den Wohnungsmarkt. Entscheidend, so betonen sie, sei die Regulierung der Ferienvermietung, nicht die Begrenzung der Besucherzahlen.
Auch der Vergleich mit anderen spanischen Städten fällt. Sevilla hat in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Tourismusboom erlebt, mit einem Anstieg der Hotelinvestitionen, den manche als brutal bezeichnen. Das Klima wird als Unterscheidungsmerkmal genannt: Im Sommer vertreibt die extreme Hitze die Touristen aus Sevilla und Madrid, während beide Städte im Winter milde Temperaturen bieten, die Besucher aus Nordeuropa anziehen. Die Saisonalität ist also nicht einheitlich.
Die Bedeutung des Tourismus für die spanische Wirtschaft
Der Tourismus macht rund 15 % des spanischen BIP aus – eine Zahl, die manche für zu hoch halten und die nach Ansicht der Kritiker die Entwicklung anderer Sektoren bremst. Die Erwiderung: Ein starker Tourismus verhindere die Diversifizierung der Wirtschaft nicht. Frankreich hält mit einem geringeren, aber bedeutenden Tourismusanteil eine starke Industrie aufrecht. Der Unterschied, so heißt es, sei, dass Spanien Sonne und wettbewerbsfähige Preise biete und damit besonders attraktiv für europäische Besucher sei.
Die Debatte über das Tourismusmodell ist nicht neu, wohl aber die Intensität, mit der sie in Madrid ausgetragen wird. Die Hauptstadt ist zu einem Magneten für ausländische Investitionen geworden, was sich in neuen Hotels, Flugverbindungen und Veranstaltungen niederschlägt. Für die einen eine historische Chance. Für die anderen eine Blase, die die Anwohner bereits aus dem Zentrum verdrängt. Die Frage ist, wie fast immer: Wer bezahlt die Zeche?
Ist dieses Tempo tragfähig? Die Antwort hängt davon ab, wen man fragt. Klar ist: Madrid ist keine sekundäre Station auf der europäischen Tourismuskarte mehr. Die Stadt konkurriert inzwischen mit den großen Hauptstädten. Den Preis dieser Transformation zahlen vorerst die, die dort leben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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