Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Llamazares und die zweiklassige Justiz in Spanien: Schuld oder Privileg?
Die umstrittene Äußerung des früheren IU-Politikers entfacht in Spanien die Debatte über die Gleichheit vor dem Gesetz neu: Privilegien für Politiker oder härtere Strafen für Amtsträger?
Llamazares schürt die Kontroverse: „Die Justiz darf nicht für alle gleich sein"
Die Szene: Ein ehemaliger Führer der IU (Vereinigte Linke), der von der Oppositionsführung links der PSOE zum fast nostalgischen Politiker wurde, lässt eine Äußerung fallen, die die sozialen Medien in Brand setzt. Gaspar Llamazares soll kürzlich erklärt haben, die Justiz dürfe nicht für alle gleich sein. Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten: ein Sturm der Kritik, der ihn als Heuchler, als Verteidiger von Privilegien und – in höchster Ironie – als jemanden bezeichnet, der die Gleichheit vor dem Gesetz gebrochen hat, die er selbst stets predigte.
Zwei Seiten derselben Aussage
Das Problem: Die Aussage lässt mindestens zwei Deutungen zu. Die Mehrheit versteht darin die Forderung nach ungleicher Behandlung linker Politiker, eine Art faktischer Immunität. Die angeführten Beispiele sind aufschlussreich: Der Fall Aldama wird genannt, der in Untersuchungshaft kam und später wegen seiner Kooperation wieder freikam – im Gegensatz zu Beschuldigten aus dem „Umfeld" von Moncloa (dem Amtssitz des Ministerpräsidenten), die dank des Suplicatorio (einem parlamentarischen Verfahren zur Verfolgung sitzender Abgeordneter) der Anklage entgehen. Der Eindruck einer Justiz, die Mächtige bevorzugt behandelt, wenn sie politisch nahestehen, nährt die Unzufriedenheit.
Doch es gibt eine zweite, minoritäre Deutung, die nicht ohne Argumente ist: Llamazares plädiere für strengere Strafen für Inhaber öffentlicher Ämter, weil ihre Verantwortung größer sei. „Ein Fehler an der Spitze der Pyramide kann Millionen das Leben kosten", so das Argument. Diese Interpretation, von manchen Analysten aufgegriffen, kollidiert jedoch mit der Vergangenheit des Mannes, den seine Kritiker als Teil des „Regimes" und als Nutznießer eben jener Privilegien in Erinnerung rufen, die er heute kritisiert.
Das Hintergrundrauschen: Korruption und Suplicatorios
Die Debatte entsteht nicht im luftleeren Raum. Spanien steckt seit Jahren in Korruptionsfällen, die das gesamte politische Spektrum durchziehen. Vom ERE-Skandal über die Fortbildungskurse bis hin zum Netzwerk der Stromkonzerne, die dem Ministerium „bereits ausgearbeitete Königliche Erlasse" lieferten. Der Verweis auf das VIOGEN-Gesetz (Spaniens Gesetz zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt) und auf die ungleiche Behandlung der Geschlechter vor Gericht schürt das Feuer zusätzlich. Ein immer wiederkehrender Punkt: Während ein Ladendieb harte Strafen riskiert, entgeht ein Minister, der öffentliche Gelder veruntreut, oft dem Gefängnis. International wird das Beispiel China zitiert, wo die Hinrichtung korrupter Minister Realität ist – wenngleich ihre Anwendbarkeit in einem Rechtsstaat fragwürdig ist.
Schluss: Die Zahl, die verstört
Am Ende bleibt das Gefühl, dass die Debatte über die Gleichheit vor dem Gesetz vom institutionellen Misstrauen vergiftet wird. Die verstörende Zahl: Selbst wer darin übereinstimmt, dass Politiker härter bestraft werden sollten, ist radikal uneins darüber, ob Llamazares aus Überzeugung oder aus Eigeninteresse spricht. Die Polarisierung verhindert jeden Konsens, und die Äußerung wird am Ende zum Spiegel zweier Spanien, die sich nicht einmal mehr im Allernötigsten verstehen: was es bedeutet, dass das Gesetz für alle gleich ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (85 Antworten).
Maribel Vilaplana, die Journalistin, die während der DANA-Flutkatastrophe mit Mazón speiste, arbeitet nun als Begleiterin einer Luxusreise nach Japan für 6.995 Euro.
Durchschnittsgehalt 2006: 1.405 €; heute: 2.400 €. Wohnraum ist trotzdem noch unzugänglicher. Ein Vergleich von Preisen, Hypotheken und politischem Scheitern, der junge Leute in die Enge treibt.
In Spanien sind die Fehlzeiten von Frauen doppelt so hoch wie die von Männern. Randstad-Daten weisen das Baskenland als Spitzenreiter aus. Care-Last oder Betrug? Wir analysieren die Zahlen.
Pamela Anderson behauptet, Sylvester Stallone habe ihr eine Wohnung und einen Porsche angeboten, damit sie seine 'Nummer-eins-Frau' wird. Hat sie abgelehnt oder nicht? Eine wirtschaftliche Analyse…
Für 80 Millionen Fahrgäste pro Jahr ausgelegt, befördert der Madrider Bahnhof Atocha inzwischen über 100 Millionen. Warteschlangen, Zugangsbeschränkungen und eine Erweiterung, die zu spät kommt.
Eine 1-Euro-Taco-Aktion in Barcelona lockte eine Menschenmenge an, die die private Security überforderte. Der echte Preis und die gesellschaftliche Kontroverse hinter dem Angebot.