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Lkw-Führerschein Klasse C in Spanien: 700 Euro ohne Jobgarantie
Der Führerschein Klasse C kostet 700 Euro, enthält weder CAP noch BTP, und die Branche ist übersättigt: Ohne Erfahrung und Kontakte garantiert die Investition keinen Job.
Führerschein Klasse C: 700 Euro Investition und ein verschlossener Arbeitsmarkt
September 2013. Eine Fahrschule in Spanien bietet den Führerschein Klasse C für 700 Euro an, mit vier Versuchen in der Theorie und unbegrenzten Fahrstunden bis zur Prüfung. Der Preis klingt nach einem Schnäppchen. Das Problem ist nicht der Preis: Die Branche des Straßengüterverkehrs hat seit Langem ihre älteren Fahrer arbeitslos und den neuen Jahrgängen keinen Zugang geboten. Die entscheidende Frage ist nicht, ob der Führerschein teuer ist, sondern ob er überhaupt etwas bringt.
Die Rechnung mit 700 Euro geht nicht auf
Die erste ernsthafte Antwort auf das Angebot kommt mit einer Warnung: Dieses Angebot ist so nicht möglich. Man muss die Aufschlüsselung verlangen, denn meistens ist eine versteckte Anmeldegebühr enthalten, und der Führerschein Klasse C kommt nicht allein aus. Um beruflich fahren zu dürfen, braucht man den CAP (Certificate of Professional Competence, Berufskraftfahrerqualifikation), der für neue Führerscheine von Anfang an Pflicht ist, sowie den BTP, der zusammen mit dem C erworben wird und für Taxis, Krankenwagen und Feuerwehr erforderlich ist. Dazu kommen noch ADR, Tankwagen oder Ladekran, wenn man das Profil erweitern will. Der tatsächliche Preis entfernt sich von den 700 Euro und nähert sich einer Investition von mehreren Tausend, wenn man mehrere Führerscheine hintereinander macht.
CAP und BTP: Was das Angebot nicht enthält
Der CAP ist kein optionales Extra: Ohne ihn darf man keinen Lkw fahren. Wer den Führerschein bereits vor der neuen Regelung hatte, bekam gestaffelte Fristen je nach letzter Ziffer des spanischen Personalausweises, mit Stichtagen bis 2016. Für neue Führerscheine gilt die Pflicht dagegen vom ersten Tag an. Der BTP wird zusammen mit dem C erworben und öffnet die Tür zu Taxis, Krankenwagen und Feuerwehr, nicht zum Gütertransport. Das Angebot für 700 Euro deckt im besten Fall nur einen Teil des Pakets ab.
Erfahrung als Eintrittsbarriere
Das am häufigsten gehörte Argument: Ohne Erfahrung keinen Job, ohne Job keine Erfahrung. Fahrer mit Jahren auf der Straße sind arbeitslos, und die Firmen bevorzugen bereits ausgebildete Profile. Ein konkreter Fall: Jemand, der im Vorjahr C, C+E, ADR, Tankwagen, Ladekran und Gabelstapler gemacht hatte, fand nichts und kaufte sich am Ende eine Taxilizenz in Madrid, um überhaupt arbeiten zu können. Ein Lebenslauf voller Zertifikate ersetzt nicht die Telefonnummer eines Bekannten, der einen in die Firma bringt.
An welche Firmen soll man sich bewerben?
Die ehrlichste Antwort lautet: Ohne vorherigen Kontakt antwortet keine einzige. Die Branche läuft über Beziehungen und Vetternwirtschaft, besonders bei Bussen, wo es weniger Firmen und ebenso viele Kürzungen gibt. Veröffentlichte Stellenangebote verlangen C plus Gabelstaplerschein und werden mit Dutzenden Bewerbern überschwemmt. Der Lieferverkehr hat weniger Konkurrenz als der Fernverkehr, aber die Bedingungen sind, wie sie sind: tausend Euro brutto und Ausbeutung, so die Berichte aus der Branche.
Der Weg, der funktioniert: Auswandern
C+E mit ADR bedeutet in Deutschland Arbeit und gutes Geld, mit grundlegenden Deutschkenntnissen. Wer das mitten in der Blase gemacht hatte und in Spanien nichts fand, nutzte es, um nach Großbritannien auszuwandern. Auch Frankreich taucht als Ziel auf, wo spanische Fahrer geschätzt werden. Die Paradoxie: Der Führerschein, der hier keine Türen öffnet, wirkt im Ausland als Rettungsring.
Geförderte Kurse: Die Lotterie der Arbeitsagentur
Die Alternative zum sofortigen Bezahlen sind Kurse von Gewerkschaften und dem SERVEF (Arbeitsagentur der Region Valencia). Jemand hat C plus CAP praktisch umsonst gemacht und nur die Prüfungsgebühren bezahlt. Aber die Kurse kommen nicht: Die Behörde weiß nicht, wann der geförderte Kurs beginnt, und es gibt mehr Interessenten als Plätze. Die geförderte Weiterbildung existiert auf dem Papier und ist in der Praxis Mangelware.
Der Führerschein Klasse C ist nicht teuer. Er ist ein Eintrittsticket in eine Branche, die nicht einstellt. Wer einen Gönner, ein Ziel im Ausland oder ein finanzielles Polster zum Warten hat, kann es versuchen. Wer Arbeit sucht, indem er Bewerbungen ins Blaue schickt, wird die 700 Euro zum Frust fressen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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