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Linux dominiert Supercomputer, scheitert aber im Alltag
482 der 500 Supercomputer nutzen Linux, doch Heimanwender kämpfen mit Treibern. Eine Datenanalyse zur Usability des offenen Systems.
482 der 500 weltweit stärksten Supercomputer setzen auf Linux
Im Januar 2014 stellte jemand die unbequeme Frage: Ist Linux ein System für den Normalnutzer oder Zeitverschwendung? Der Auslöser war konkret – die Installation einer Grafikkarte oder eines Druckers konnte Tage dauern – und die Antwort, bestehend aus 308 Beiträgen, zeichnete ein ehrliches Bild der Lage. Das Jahr war nicht zufällig gewählt: Windows 8 war gerade unter Kritik wegen ständiger Datensammlung erschienen, und Chromebooks mit 13-Zoll-Modellen für 279 Dollar tauchten als dritte Option am Horizont auf.
Das Ergebnis war keine eindeutige Antwort, sondern drei offene Fronten: Das offene System funktioniert besser als sein schlechter Ruf vermuten lässt, schlechter als seine Befürworter versprechen, und vor allem hängt die Definition von „funktioniert“ stark vom Betrachter ab.
Windows gewinnt durch Trägheit, nicht durch Qualität
Eine oft wiederholte These: Wenn Windows den Markt dominiert, liegt das nicht an technischer Überlegenheit, sondern daran, dass es vorinstalliert ist und kostenpflichtige Software ohne Bezahlung verfügbar wird. Office, Photoshop und Co. kosten Geld, das kaum jemand ausgibt. Wenn man dafür zahlen müsste, argumentierten mehrere Nutzer, würden viele lieber ein anderes System lernen. Die tolerierte Piraterie wirkt wie ein unsichtbares Subventionssystem für Microsofts Modell, was in der Kostenrechnung niemand berücksichtigt.
Manche drehen das Argument der Schwierigkeit um: Auch Windows einzurichten ist kein Kinderspiel. Dreimal Neustart, Treiber herunterladen, die das Mainboard nicht enthält, Kämpfe mit dem Gamepad. Der Unterschied liegt nicht in der Arbeit, sondern darin, wer die Frustration übernimmt, wenn etwas schiefgeht.
Wo Linux scheitert: Treiber, VPN und Schriftarten
Die Aufzählung konkreter Probleme ist der nützlichste Teil der Diskussion. Scanner ohne oder mit rudimentären Treibern. Mangelhafte Interoperabilität mit Office-Formaten. IPSec-Tunnel, die unter Windows schon eine Qual sind und hier noch komplizierter werden. Tethering über Bluetooth mit einem alten Handy, das „nie beim ersten Versuch funktioniert“. Schriftrendering auf dunklem Hintergrund, das zu wünschen übrig lässt. Canon-Kameras, die nur mit Wine laufen und selbst dann schlechter funktionieren als nativ.
Es gibt aber auch Gegenbeispiele: Moderne Distributionen installieren sich nach dem Prinzip „Weiter, Weiter, Fertig“ und lassen alles reibungslos laufen. Ein über 50-Jähriger berichtete von fünf Jahren Ubuntu auf einem HP-Laptop ohne einen einzigen Fehler, Drucker und Webcam inklusive. Die naheliegende Schlussfolgerung: Das Hindernis ist nicht das System, sondern die letzte Meile bei der Hardware.
Der Schuld-Bias: Du bist schuld, außer bei Linux
Einer der schärfsten Analysen der gesamten Konversation lautete: Wenn unter Windows etwas fehlschlägt, ist die Standardreaktion „Ich habe sicher etwas falsch gemacht“. Bei Linux heißt es „Das funktioniert einfach nicht“. Die illustrierende Anekdote: Jemand, dessen Dokumente in Windows 8 Office falsch formatiert wurden, akzeptierte dies mit einem „Man muss sich wohl anpassen“, während dieselbe Person LibreOffice genau aus diesem Grund ablehnte. Der Maßstab verschiebt sich je nach System automatisch.
Von Supercomputern zum Chromebook
Ein Fakt brachte etwas Ordnung in die Debatte. Von den 500 leistungsstärksten Computern der Welt nutzten 482 Linux. Elf setzten auf Unix. Zwei auf Windows, an Position 237 und 309. Keiner auf Mac. Dieser Fakt klärt nichts abschließend – wir sprechen von Maschinen, nicht von Desktop-Systemen –, widerlegt aber die Idee, Linux sei nur ein Spielzeug für Enthusiasten.
Und dann gab es die damalige Prognose: Sowohl Windows als auch Linux und Mac würden zugunsten von Chromebooks und Cloud-Anwendungen an Boden verlieren. Dabei blieb es, mit einer ungeprüften Vorhersage.
Die ursprüngliche Frage erlaubt so viele Antworten wie es Nutzerprofile gibt. Die Analyse kommt genau dort ins Stocken: Niemand hat bisher definiert, was „einfach“ bedeutet, wenn der Betrachter ein Ingenieur ist und nicht die Nachbarin im fünften Stock.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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