LG G2 für 100 €: Vom Schnäppchen zum Batterie-Debakel

Ein refurbished LG G2 für 100 € bot sechs Stunden Akkulaufzeit; das zweite Gerät hielt nur drei. Der Verkäufer verweigerte die Rücknahme.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

LG G2 für 100 €: Vom Schnäppchen zum Batterie-Debakel
Der refurbished LG G2 für 100 €: Vom koreanischen Schnäppchen zur Lotterie

Im November 2015 kam in Spanien ein refurbished LG G2 an, der auf einer chinesischen Website für 100 Euro gekauft wurde. Er kam mit Originalverpackung, wirkte neu und hielt sechs Stunden Bildschirmzeit. Einige Monate später bestellte derselbe Käufer ein zweites Exemplar. Dieses hielt nur drei Stunden. Der Verkäufer lehnte einen Umtausch ab. Damit war das Schnäppchen vorbei und die Reklamation begann.

Das Modell war ein koreanisches F320 des Netzbetreibers SK Telecom, SIM-lock-frei, mit funktionierendem 4G und einem Speedtest von 30 MB. Neu bei Amazon kostete es 260 Euro. Die Ersparnis betrug 160 Euro. Was noch zu klären blieb, war genau das, was man dafür bekam.

Was ist ein refurbished Handy für 100 Euro?

Der Begriff refurbished steht deutlich auf der Website, bedeutet aber nicht immer das, was der Käufer erwartet. Ein Nutzer, der sein Gerät zurücksenden musste, warnt, dass diese Geräte möglicherweise Nicht-Originalteile von LG enthalten können. Der Käufer des ersten Geräts beschreibt es als schnell, ohne Lags, und glaubt, es habe denselben Snapdragon 800 und 2 GB RAM wie ein Galaxy S5.

Das gilt für das erste Exemplar. Das zweite sieht äußerlich gleich aus, verbirgt aber einen Akku, der den Abend nicht übersteht. Verpackung, Siegel und Aussehen unterscheiden kein gutes vom schlechten Gerät: Nur die Nutzung zeigt den Unterschied.

Der Akku, wo das Schnäppchen scheitert

Die Laufzeitzahlen sind der beste Indikator. Der erste G2 bot sechs Stunden Bildschirmzeit. Der zweite nur drei. Ein weiteres gebrauchtes Gerät schafft selbst mit angeblich neuem Originalakku keine zwei Stunden und eine halbe Stunde. Laut einem Nutzer hat das koreanische Modell F320 einen austauschbaren 2.600-mAh-Akku, etwas weniger als die europäische Version, und sollte zwischen vier und fünf Stunden halten.

Wo liegt der Fehler? Manche sehen es im Akku – entweder ein kompatible Zelle mit LG-Aufkleber oder ein verschlissener Originalakku –, andere behaupten, das Problem liege in der ROM. Der Wechsel von Lollipop zurück zu KitKat soll den Verbrauch erheblich verbessern. Das erste Gerät hatte einen versiegelten Akku, und man musste das Handy öffnen, um das Siegel zu entfernen.

Reklamation bei China: PayPal, acht Euro und ein Verkauf

Der Verkäufer lehnte Umtausch und Rückgabe ab. Der Käufer eröffnete einen Streitfall bei PayPal; die Antwort war eine Entschädigung von 8 Euro für ein Gerät im Wert von 92 Euro. Er akzeptierte, verkaufte das Telefon zum gleichen Preis weiter und verlor laut eigener Aussage weder Geld noch Gewinn. Ein anderer Fall endete schlimmer: Ein Gerät mit gebrochenem Display kam frisch an, E-Mails blieben unbeantwortet, und die Rückerstattung bei PayPal steht noch aus.

Die Tage im Versand

Die erste Bestellung dauerte 18 Tage; die zweite 25. Die günstigsten Sendungen kommen per PostNL aus den Niederlanden, zollfrei und ohne Formalitäten, mit einem Tracking, das Nutzer als detailliert und zuverlässig beschreiben. Wer sich für ein G Pro 2 entschied, wartete mehr als zwanzig Tage auf den Versand aus China. Wenn das Gerät defekt ist, kann die Rückgabe Monate dauern.

Der reale Preis bei Reparaturbedarf

Hier wird die Rechnung kompliziert. Ohne Akku wurde dasselbe Modell für 88 Euro verkauft. Ein originaler F320-Akku kostet in einem niederländischen Shop 13 Euro plus 3 Euro Versand oder 13 Euro mit kostenlosem Versand anderswo. Das Ersatzteil von Amazon USA, das empfohlen wird, liefert nicht nach Spanien. In einem Ankaufsportal wurden 126 Euro als Gutschein oder 90 Euro bar für die 16-GB-Version geboten, mit der Unsicherheit, ob erkannt würde, dass es nicht das europäische Modell ist.

Root, ROMs und das unsichtbare Risiko

Viel Zeit geht fürs Basteln drauf: Rooten mit Towelroot, Recovery-Installation mit Autorec für die Varianten F320K, F320L und F320S, sowie Schreckmomente mit TWRP, die eine Wiederherstellung mit dem LG Flash Tool erfordern. Nach dem Entfernen des Bloatware des koreanischen Betreibers erreichte ein Gerät 41.000 Punkte im AnTuTu-Benchmark.

Alternative ROMs wie Cloudy verbessern laut Testern den Verbrauch, führen aber zu plötzlichen Neustarts und laden zum ständigen Wechsel ein. Ein Teilnehmer reflektiert über diesen Kreislauf: Manche drehen so lange, bis sie am Ende ein schlechteres Handy haben als zuvor. Ein Systemupdate hingegen ließ ein Gerät auf KitKat 4.4.2 stehen, der Auslieferungsversion.

Der erste G2 kostete 100 Euro und war ein Volltreffer. Der zweite kostete 92 Euro und wurde zum selben Preis verkauft. Ob der Fehler beim Akku oder bei der ROM lag, konnte niemand abschließend klären. Solange man vorher nicht weiß, welches Exemplar man bekommt, bleiben die 100 Euro eine Wette, kein echtes Schnäppchen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).

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