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Lenovo A820: Das 103-Euro-Smartphone gegen die Mittelklasse
Das Lenovo A820 war für 103 Euro mit vier Kernen und Dual-SIM erhältlich. Ohne Blitz, ohne LED und mit unzuverlässigem GPS: So schnitt dieses Spar-Smartphone ab.
Ein Gerät einer chinesischen Marke mit Quad-Core-Prozessor, 1 GB RAM und Dual-SIM für gut hundert Euro. Klingt nach Forumsfantasie, war aber als endgültiges Spar-Smartphone angepriesen worden: das Lenovo A820, ein Android 4.1 mit MTK6589-CPU bei 1,2 GHz und 4,5-Zoll-IPS-Display, das bei asiatischen Verkäufern für rund 103 Euro inklusive Versand bestellt werden konnte – gegenüber den 180 Euro, die es bei Amazon über einen Drittanbieter kostete.
Die Idee war einfach: auf Frontkamera, Blitz und Benachrichtigungs-LED verzichten und dafür einen Preis bekommen, der die europäische Mittelklasse bloßstellte. Die PowerVR SGX 544MP1-GPU aus derselben Familie wie im Galaxy S4, allerdings mit einem Kern statt dreien, und eine Auflösung von 960 x 540 rundeten ein Datenblatt ab, das ebenso Begeisterung wie Misstrauen weckte.
Was das Lenovo A820 für 103 Euro bietet
Die Liste der Spezifikationen rechtfertigte das Interesse: 1 GB RAM, 4 GB ROM, 8-Megapixel-Hauptkamera mit Autofokus und F2.0-Blende, GPS, WLAN, ein FM-Radio, das ohne Kopfhörer funktionierte, und ein 2000-mAh-Akku. Das alles bei 145 Gramm und weniger als zehn Millimetern Dicke. Dual-SIM mit den Kombinationen W+G und G+G war ein Extra, das auf dem spanischen Markt extra kostete.
Die Nachteile waren von Anfang an klar. Ohne Blitz fielen Nachtaufnahmen flach. Ohne Benachrichtigungs-LED musste man auf Drittanbieter-Apps zurückgreifen. Und die Sprache: ab Werk Englisch und Chinesisch, wobei manche Verkäufer das Gerät auf Spanisch lieferten.
GPS und ROMs: Wo der Preisvorteil zum Problem wird
Die Nutzungserfahrung war nicht so sauber wie das Datenblatt. Ein Käufer, der das Gerät einen Monat hatte, stellte fest, dass es flüssig lief und guten Empfang hatte, aber einige GPS-Mess-Apps wie Endomondo falsch maßen. Das Problem, so seine Einschätzung, betraf alle Geräte mit diesem Prozessor, und er hoffte, dass Entwickler es in späteren Versionen lösen würden. Runtastic und Sygic funktionierten einwandfrei.
Die Kehrseite der Ersparnis war die Abhängigkeit von der Community. Hinter dem Gerät standen viele Leute in technischen Foren, die ROMs aktuell hielten und Probleme lösten. Wer nicht am Handy herumschrauben wollte, war hier falsch. Und die Garantie bedeutete den Umgang mit asiatischen Verkäufern oder die 180 Euro bei Amazon.
Zoll, Lieferzeiten und das Risiko des Billigversands
Nach Aussage eines Nutzers dauerte der normale Luftpostversand über China Post oder Singapur Post etwa zwanzig Tage und ging selten durch den Zoll. Express-Sendungen wurden dagegen meist abgefangen. Die Empfehlung war eindeutig: den langsamen Versand wählen und den Monat abwarten.
Manche wählten den sicheren Weg und zahlten bei Amazon mehr, nachdem sie Probleme mit chinesischen Shops gesehen hatten. Andere lehnten das Produkt direkt ab: Ein Gerät mit 256 MB RAM und schwachem Prozessor, so ihr Argument, sei nicht vergleichbar mit den chinesischen Quad-Cores, die für 80 oder 90 Euro auf den Markt kamen. Das Preis-Leistungs-Spektrum verschob sich schnell.
Die 99-Euro-Alternative mit spanischer Garantie
Als Gegenstück zum importierten Lenovo erschien das Huawei Ascend Y300 für 99 Euro in Yoigo-Prepaid, mit Gorilla Glass 2, Dual-Core bei 1 GHz, 5-Megapixel-Kamera mit Blitz und vom Hersteller selbst entsperren lässt sich der Bootloader. Für 3,5 Euro war es freischaltbar. Der Vergleich lag nahe: weniger Prozessor, aber Garantie in Spanien und keine Zoll-Überraschungen.
Die Diskussion driftete zu anderen Modellen ab: das Lenovo A830 mit Frontkamera und Blitz für 150 Euro, das Wiko Cink Five mit 5-Zoll-Display für 199 Euro, oder sogar ein BlackBerry Z10 für 140 Euro, ergattert über einen Bekannten. Jede Option verschob die Grenze zwischen Preis, Risiko und Ausstattung.
Die Frage, die im Raum blieb, war die alte: Wie viel dieser Ersparnis zahlt man in Zeit, Bastelarbeit und Unsicherheit zurück. Die vollständige Rechnung, mit echten Lieferzeiten, Zoll und Konfigurationsstunden, ging nie ganz auf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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