**Lehrer im Aufstand: Das neue Schuljahr beginnt mit Streiks**
Der Beginn des Schuljahres 2026-2027 wird von einer Welle von Lehrerstreiks in mehreren spanischen autonomen Gemeinschaften überschattet, die tiefgreifende Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen und dem Mangel an Ressourcen im Bildungswesen widerspiegeln.
Die Unzufriedenheit der Lehrkräfte lässt nicht nach. Nach den Sommerferien, die wenig zur Beruhigung der Gemüter beigetragen haben, gehen die Lehrer in verschiedenen Regionen Spaniens wieder auf die Straße, um dringende Verbesserungen zu fordern. Der Vorhang für das neue Schuljahr hebt sich mit Arbeitsniederlegungen und Protesten, die eine über Jahre angesammelte Erschöpfung zeigen, während das Bildungsministerium versucht, versprochene Reformen für diesen Zyklus umzusetzen.
## Der explosive Cocktail des Lehrberufs
Der Alltag in den Klassenzimmern ist zunehmend komplex geworden. Die steigende Vielfalt der Schülerschaft, insbesondere durch mehr Schüler mit spezifischem Förderbedarf, kombiniert mit der Forderung nach individueller Betreuung, die zu erheblichem bürokratischem Aufwand führt, hat viele Lehrkräfte an ihre Grenzen gebracht. Eine Studie der **Fundación SM** zeigt, dass der Anteil der Lehrer, die ihren Beruf als gleichgültig empfinden, zwischen **2007** und **2025** von **2%** auf **38%** gestiegen ist. Obwohl niemand erwartet, dass der Lehrberuf nur auf Berufung oder Leidenschaft basiert, ist diese Zahl ein deutlicher Indikator für die Verschlechterung des Sektors.
Die Forderungen sind fast im gesamten Gebiet einstimmig: Die Klassenstärken sind nicht tragbar, die Gehälter stehen in keinem Verhältnis zur Verantwortung und die Unterrichtszeiten sind übermäßig hoch. Hinzu kommt der Mangel an Fachkräften, wie etwa für Heilpädagogik und Sprachförderung, sowie erstickende Bürokratie. Darüber hinaus fühlen sich viele Lehrkräfte trotz zunehmender Verantwortlichkeiten – von der Kontrolle der Handynutzung bis zur Bekämpfung von Mobbing – weder wertgeschätzt noch von der Gesellschaft unterstützt.
Die wachsende Komplexität in den Klassenzimmern spiegelt sich in den Zahlen wider. Laut **CCOO** ist der Anteil der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf innerhalb von sechs Jahren um mehr als **75%** gestiegen, von **7,59%** auf **13%** der Gesamtzahl. **CSIF** schätzt, dass es **1,2 Millionen** solcher Schüler gibt, dreimal so viele wie vor fünfzehn Jahren. Gleichzeitig stieg der Haushaltsposten für die Bewältigung dieser Diversität nur um **31%**, eine Lücke, die laut Gewerkschaften von den Lehrkräften selbst bezahlt wird.
## Das Echo vergangener Streiks
Das vorangegangene Schuljahr war bereits von bedeutenden Protesten geprägt. In Gemeinschaften wie **Madrid** und der **Comunitat Valenciana** erreichten die Mobilisierungen eine beispiellose Intensität. Erzieherinnen in Madrid begannen im April einen unbefristeten Streik, der bis heute anhält und die prekären Bedingungen dieses Sektors verdeutlicht, besonders in Privatschulen, wo die Gehälter kaum über dem Mindestlohn liegen. Ab Oktober werden sich ihnen andere Lehrkräfte der nicht-universitären Bildung anschließen und einen unbefristeten Ausstand gegen die "Degradierung der öffentlichen Bildung" ausrufen.
In der **Comunitat Valenciana** hielten die Lehrkräfte fünf Wochen lang einen unbefristeten Streik auf, was die Regionalregierung (Generalitat) unter Druck setzte. Zwar brach die Einheit der Gewerkschaften, doch die Pause war nur temporär und die Forderungen bleiben auf dem Tisch. Auch katalanische Lehrkräfte organisierten Streiktage und Massendemonstrationen und lehnten die Vorschläge der Regionalregierung als unzureichend ab. Am **11. September** werden sie wieder auf die Straße gehen.
Hinzu kommen **Andalusien**, das für den **11. November** einen Generalstreik gegen den "Abbau" der öffentlichen Bildung ausgerufen hat, sowie weitere Gemeinschaften wie **Kantabrien**, **Aragón**, die **Balearen**, **Kastilien und León** und **Navarra**, die Proteste planen, die sich zu Streiks ausweiten könnten. Die Gewerkschaft **CSIF** hat eine Kampagne von Mobilisierungen im September angekündigt, aufgrund der "Vernachlässigung der öffentlichen Bildung", und gewarnt, dass dies zu Streikaufrufen führen könnte.
## Der Weg über den Kongress und Dekrete
Während die Proteste in den autonomen Gemeinschaften weitergehen, versucht das Bildungsministerium unter Leitung von **Milagros Tolón**, eine Reihe von Maßnahmen voranzutreiben, die die Situation der Lehrkräfte verbessern und ein Berufsstatut schaffen sollen. Dies ist eine historische Forderung der Gewerkschaften: eine Regelung, die die berufliche Laufbahn vom Einstieg bis zur Pensionierung reguliert, einschließlich Aspekten wie Einstellungstests, Beförderungen, Arbeitsbedingungen, Klassenstärken und Unterrichtszeiten.
Angesichts der Komplexität bei der Verabschiedung umfassender Gesetze hat sich das Ministerium entschieden, das Problem schrittweise anzugehen und Arbeitsgruppen für konkrete Aspekte einzurichten. Die ersten Maßnahmen konzentrieren sich auf die wöchentlichen Unterrichtszeiten und die Klassenstärken. Ein Gesetzentwurf, der darauf abzielt, die Anzahl der Schüler pro Klasse in der Grund- und Sekundarschule (maximal **22** bzw. **25**) zu reduzieren und die Arbeitszeit der Lehrkräfte zu senken (Grenzen von **23** bzw. **18** Stunden pro Woche), nimmt seine Beratungen im Kongress wieder auf. Seine Verabschiedung könnte jedoch durch den Wahlkontext erschwert werden.
Es ist wahrscheinlich, dass das Ministerium, bevor dieses Gesetz verabschiedet wird, die Senkung der Klassenstärken in der frühkindlichen Bildung und der Oberstufe (Bachillerato) per Königliches Dekret genehmigt. Diese Stufen sind nicht obligatorisch und müssen nicht durch den Kongress. Vorgeschlagen wird eine Reduzierung der Klassenstärken in der frühkindlichen Bildung (vier Babys pro Erzieherin in Gruppen für unter Einjährige, sechs in Gruppen für Ein- und Zweijährige, acht in Gruppen für Zwei- bis Dreijährige und **22** in Gruppen für Drei- bis Sechsjährige) und in der Oberstufe (auf **30** Schüler pro Lehrer, statt bisher **35**). Zudem ist eine Obergrenze von **15** Schülern in der grundlegenden Berufsbildung vorgesehen, wobei Schüler mit spezifischem Förderbedarf doppelt zählen, sowie eine Erhöhung der Ressourcen für Beratung und Wohlbefinden der Schüler.
Das Schuljahr 2026-2027 beginnt mit Lehrerstreiks in mehreren autonomen Gemeinschaften.
Der Anteil der Lehrer, die ihren Beruf als gleichgültig empfinden, ist zwischen 2007 und 2025 von 2% auf 38% gestiegen.
Die Zahl der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist innerhalb von sechs Jahren um mehr als 75% gewachsen.
Es wird angestrebt, die Klassenstärken in der Grund- und Sekundarschule auf maximal 22 bzw. 25 Schüler zu reduzieren.
Das Bildungsministerium plant, die Klassenstärken in der frühkindlichen Bildung und der Oberstufe per Königliches Dekret zu senken.
Fundación SM, CCOO, CSIF, Milagros Tolón, Kongress, Senat, Comunitat Valenciana, Madrid, Andalusien, Kantabrien, Aragón, Balearen, Kastilien und León, Navarra, Katalonien.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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