Leben in Russland: Arzttermin in fünf Tagen, 146 € Nebenkosten

Arzttermin nach fünf Tagen, 13 % Steuern und nur 146 € jährlich für Strom, Wasser und Müll: So berichten Bewohner Moskaus über ihren Alltag.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Leben in Russland: Arzttermin in fünf Tagen, 146 € Nebenkosten
Leben in Russland: Arzttermin in fünf Tagen und Stromkosten von 146 € pro Jahr

Was kostet das Leben in Russland und was bekommt man als Steuerzahler dafür? Der Bericht aus Moskau beginnt mit einem Durchschnittssteuersatz von 13 %, der bei hohen Einkommen auf maximal 15 % steigt, sowie einem Arzttermin, der innerhalb von fünf Tagen vergeben wird. Um diese Szene herum – ein lokales Gesundheitszentrum mit Sofas, Warteanzeigen und kostenlosem Wasser – wurde ein unbequemer Vergleich mit Spanien konstruiert, der Rechnungen, Operationen und Lebenserwartung vermischt.

Öffentliches Gesundheitssystem in Moskau: Termin in fünf Tagen, OP am vierten Tag

Die Beschreibung des Zentrums ist detailliert: absolute Sauberkeit, Spielbereiche für Kinder, Wickelräume an jeder Ecke, Wasserspender mit Bechern, Bildschirme, die die Wartenummer und den zugewiesenen Arzt anzeigen, sowie ein Café, wo der Kaffee 80 Rubel, etwa 0,8 Euro, kostet. Die Toiletten, so heißt es, seien bedenkenlos nutzbar. Die Stille sei Standard: Niemand erzählt im Sprechzimmer sein Leben.

Das starke Argument ist die Pünktlichkeit. Alles funktioniert über Vorab-Termine, was sich Vordrängeln verhindert und die Wartezeit auf eine ruhige Weile reduziert. Der andere Aspekt ist der Zugangsfilters: Die Zentren behandeln nur Personen, die im Stadtviertel gemeldet sind und einen legalen Aufenthaltstitel haben – etwas, das der Berichterstatter als direkten Grund dafür ansieht, dass die Wartezimmer nicht überfüllt sind.

Der persönliche Fall, der den Bericht begleitet, ist eine Gallenblasenoperation im öffentlichen Gesundheitssystem: Diagnose, drei Tage Krankenhausaufenthalt zur Reduzierung der Entzündung, Eingriff am vierten Tag und Entlassung drei Tage später. Der in den Raum geworfene Vergleich ist ein Online-Termin in Madrid, der sich auf 17 Tage zieht.

Kosten für Strom, Wasser und Müll in Moskau

Der zweite Block des Berichts ist rein buchhalterisch. Ein ausländischer Bewohner in Moskau bezifferte seine jährliche Rechnung für Strom, Heizung, Kalt- und Warmwasser sowie Müllabfuhr auf 146 Euro pro Jahr, wobei die Heizung den ganzen Winter über automatisch von der Stadtzentrale gesteuert wird. Dem gegenübergestellt werden die spanische Müllgebühr und ein Anstieg um 25 % in einem einzigen Geschäftsjahr, mit überfüllten Containern im Hintergrund.

Die Aufschlüsselung der Tarife, Posten für Posten, macht den Vergleich mehr als eine Anekdote: Er zwingt dazu, die eigene Rechnung zu prüfen. Und nicht nur das. Wohnraum, Gastronomie, Zahnarzt oder U-Bahn erscheinen als Gebiete, die noch einer Überprüfung bedürfen, was vom Erzähler mit derselben Selbstverständlichkeit eingeräumt wird, mit der er den Rest lobt.

Die andere Seite: 72,5 Jahre Lebenserwartung und 39 Tuberkulose-Fälle

Die Gegenreaktion kommt mit Gesundheitsdaten, die im Thread diskutiert werden. Die offizielle Lebenserwartung in Russland liegt laut diesen Zahlen bei 72,5 Jahren, während spanische Männer acht Jahre länger leben. Die Tuberkuloserate beträgt laut WHO 39 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr, und die Suizidrate liegt 30 % über der spanischen. Manche behaupten, dass etwa 1,5 Millionen Menschen HIV-Träger sind und dass das Land keine kostenlosen Antiretroviralika verteilt, wie es ein EU-Staat tun würde.

Neben diesen Zahlen kursiert auch eine Leugnungsströmung bezüglich HIV und Kampagnen zur öffentlichen Gesundheit – Thesen, denen wissenschaftliche Grundlage fehlt und die sich nicht gegen die gesammelten Beweise halten lassen. Der Rest des Gegenschlags ist anderer Natur: Es wird behauptet, die beschriebenen Einrichtungen gehörten zu einem privaten Zentrum, eine Ansicht, die der Veröffentlichende nicht teilt, der das Zentrum als Teil des Moskauer öffentlichen Gesundheitssystems darstellt.

Gibt es Zwangsrekrutierung in Russland?

Nein, laut der Version der dort lebenden Menschen: Es gibt Freiwillige, weil der wirtschaftliche Anreiz hoch ist. Das für Moskau zitierte Inserat bietet 7,5 Millionen Rubel – etwa 75.000 Euro – für ein Jahr Dienstzeit, eine Summe, die, so argumentiert wird, in Bezug auf die Kaufkraft deutlich mehr wert ist als in Madrid. Der Einwand ist offensichtlich und taucht ebenfalls auf: wenig Geld für jemanden, der tot oder lebenslang behindert zurückkehrt.

Zum Ende des Krieges lautet die Antwort, dass er mit der Kapitulation der NATO enden werde und dass die Dauer kaum eine Rolle spiele, solange das Ziel erreicht wird. Das Leben im Land, betont dieselbe Quelle, habe sich in den letzten zwei Jahren erheblich verbessert.



Bleibt das Detail, das beide Lager verwirrt: Etwa 14 Millionen registrierte Einwohner in Moskau, rund 16 Millionen inklusive Nicht-Registrierter, und eine Energierechnung, die in Spanien nicht annähernd ähnlich ist. Wer die Sache mit einem Etikett abschließen will, muss vorher erklären, warum die Zahlen im Gesundheitswesen und die auf der Rechnung in entgegengesetzte Richtungen zeigen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (225 Antworten).

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