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Leben auf einer kleinen Insel: Paradies oder gläserner Käfig?
El Hierro, Formentera, La Gomera: extremes Klima, Einsamkeit und Lebenshaltungskosten. Berichte aus dem Alltag auf Spaniens Mikroinseln.
El Hierro, La Gomera, Formentera: die Schattenseiten des Insellebens
Der Traum vom Auszug auf eine kleine Insel klingt idyllisch: unberührte Strände, Ruhe, Natur. Doch wer es ausprobiert hat, zeichnet ein komplexeres Bild, in dem Mikroklima, Einsamkeit und der Geldbeutel den Alltag bestimmen.
Auf El Hierro muss die Kleidung alles abdecken, von 4 bis 40 Grad Celsius. Auf einer einzigen 35-Kilometer-Strecke wechselt man vom Strandsonnenschein in Tamaduste zum Nebel in Valverde und den Kiefernwäldern. Ein klimatisches Paradies – aber eines, das verlangt, binnen Minuten auf alles vorbereitet zu sein.
Formentera ist das andere Extrem: Wer sich das Leben dort nicht leisten kann, pendelt täglich mit der Fähre von Ibiza aus. Ein Arbeitskollege machte das jeden Tag. „Das ist nichts für jeden“, fasst er zusammen. „Das ist was für Leute, die Menschen hassen oder dort geboren sind.“
La Gomera wiederum spaltet sich in zwei Realitäten: Mit Geld ist sie ein Charme, ohne Geld eine Qual. Und La Graciosa, mit einem einzigen Dorf ohne asphaltierte Straßen, ist für alle, die absolute Isolation suchen – auch wenn die fehlende Infrastruktur viele abschreckt.
Das Gefühl der Beklemmung kehrt immer wieder zurück. Man spricht von den Inseln als „Gefängnissen mit offenen Türen“. Deutsche mit großer Villa reisen im Winter wegen der Klaustrophobie zurück in die Heimat. Wer geblieben ist, viele seit den 70er- und 80er-Jahren, gibt zu: Die Insel bedrängt einen.
Kurz gesagt: Das Leben auf einer Mikroinsel ist nicht für jeden etwas. Das Paradies hat seinen Preis – und das nicht nur finanziell.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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