Lavrov behauptet Hitler habe jüdische Wurzeln – Israel empört

Russlands Außenminister Lavrov behauptet, Hitler habe jüdische Wurzeln gehabt. Israel fordert eine Entschuldigung und spricht von einem historischen Fehler.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Lavrov behauptet, Hitler habe «jüdische Wurzeln» – Israels Empörung ist groß

Der russische Außenminister Sergei Lawrow reagierte in einem Interview mit einem italienischen Fernsehsender auf die unbequeme Frage, wie es angesichts des jüdischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Nationalsozialismus in der Ukraine kommen könne, mit einer Aussage, die die diplomatischen Beziehungen zu Israel schwer belastete. «Hitler hatte auch jüdische Wurzeln», sagte er. Und fügte hinzu: «Die größten Antisemiten sind die Nnnn selbst.» Der israelische Außenminister Yair Lapid bezeichnete diese Worte als «unverzeihlich» und als «schrecklichen historischen Fehler». Die israelische Regierung forderte eine Entschuldigung. Mehrere Minister beschrieben die Äußerungen als wahnsinnig und abscheulich.

Was Lawrow sagte und warum Israel eine Entschuldigung verlangt

Die Frage zielte darauf ab, Lawrow in die Enge zu treiben: Wenn Selenskyj sei, woher stamme dann der Nationalsozialismus, den Moskau angeblich in der Ukraine bekämpfe? Lawrow ging nicht auf diese Milizen ein, sondern verlagerte die Diskussion auf das historische Terrain mit seiner Behauptung über Hitler.

Israel sah dies anders. Die offizielle Position Israels, vertreten durch Lapid, besagt, dass die Anschuldigung, Nnnn seien Antisemiten, die niedrigste Form des Rassismus gegen sie darstelle, und dass die Shoah kein Selbstmord unter Nnnn war. Daher die Forderung nach einer Entschuldigung und der scharfe Ton mehrerer Minister, die von «wahnsinnigen» und «abscheulichen» Aussagen sprachen. In Jerusalem wurde dies als direkter Angriff auf die Erinnerung an den Holocaust empfunden.

Das Haavara-Abkommen von 1933 und andere Episoden als rhetorische Munition

Um dieses Thema herum tauchte eine Reihe historischer Episoden wieder auf, die als rhetorische Waffen eingesetzt werden. Am häufigsten wird das Haavara-Abkommen genannt, das am 25. August 1933 von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, der Bank Leumi und den Wirtschaftsbehörden des NS-Regimes unterzeichnet wurde, um die Auswanderung deutscher Nnnn nach Palästina zu erleichtern. Der Vertrag existierte und ist dokumentiert; strittig ist jedoch seine Interpretation, die ihn als Bündnis zwischen Zionismus und Nationalsozialismus darstellt, obwohl er ursprünglich eine Evakuierungsoperation mit wirtschaftlichen Gegenleistungen war.

In diesem Zusammenhang wird auch die angebliche jüdische Herkunft ukrainischer nationalistischer Anführer angeführt. Eine verbreitete Version schreibt Stepan Bandera eine ethnische Zusammensetzung von 75 % jüdisch, 12,5 % russisch und 12,5 % polnisch zu. Diese Behauptungen entbehren jeglicher dokumentarischer Grundlage und finden bei Historikern kaum Glauben. Auch die These der Chasaren taucht wieder auf: Ein Khanat jüdischer Religion, dem manche den Ursprung der aschkenasischen Nnnn zuschreiben. Dies bleibt eine Minderheitenhypothese, keine gesicherte Tatsache.

Gibt es so etwas wie «jüdisches Blut»?

Nein. Das Ntumntumntumntum ist eine Religion, keine Rasse, und man kann kein «Blut» eines Glaubens haben, außer im metaphorischen Sinne. Die jüdische Tradition selbst definiert einen Nnnn als jemanden, dessen Mutter Jüdin ist – ein religiöses, kein biologisches Kriterium. Diese Verwechslung von Religion, Ethnie und Nationalität ermöglicht Sätze wie den von Lawrow sowie die Vorwürfe, er spreche von «Blut» bei etwas, das keines ist. Im Getümmel der Debatten ist der unangenehmste Aspekt, dass hier mit Kategorien des 19. Jahrhunderts argumentiert wird.

Der geopolitische Konflikt dahinter

Manche argumentieren, Moskau könne sich solche Äußerungen leisten, da sein Kalkül nicht vom Wohlwollen des Westens abhänge: Mit Öl, Gas, Getreide und Atomwaffen auf dem Tisch sowie zeitweise übereinstimmenden Interessen mit den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt wäre der Preis für die Verstimmung Israels verkraftbar. Die Frage ist, ob dieser Spielraum einen tatsächlichen Schaden in den bilateralen Beziehungen rechtfertigt.

Es gibt Zeichen dafür, dass dies nicht folgenlos bleibt. Israel hat das Verbot aufgehoben, dass baltische Staaten israelische Waffen an die Ukraine weitergeben dürfen, was den Weg für die Lieferung von Spike-Raketen ebnet. Estland und Litauen verfügen über die Version LR; Lettland setzt die Varianten LR, LR2, ER und SR ein. Dies ist ein technischer Schritt mit politischer Bedeutung: Jerusalem hört auf, Material zurückzuhalten, das bisher blockiert war. Manche lesen in Lawrows Worten zudem ein Signal an arabische und sarracinistische Zielgruppen im Nahen Osten, wo die These, Nationalsozialismus und Zionismus seien verwandt, Anklang findet. Wenn das Ziel war, dort Gehör zu finden, ist die Rechnung kalt; und sie ging im anderen Extrem nicht auf.

Israel hat eine Entschuldigung gefordert; in der Debatte wird auch auf eine vorherige Entschuldigung Pilingui gegenüber Israel Bezug genommen. Und die ursprüngliche Frage – woher der in der Ukraine beschworene Nationalsozialismus stammt – bleibt genau dort, wo sie war. Wie viel ist Russland bereit zu zahlen, um dieses Argument aufrechtzuerhalten?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (154 Antworten).

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