Laufen gegen HIIT: Der Kult des Dauerlaufs bröckelt

Der Tod eines Läufers beim Halbmarathon in Gijón überschattet die Debatte zwischen Laufen und HIIT. Eine Analyse der Belastung durch Dauerläufe.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

„10 km in 50 Minuten zu laufen ist nutzlos“: Das Laufen wird infrage gestellt

Zehn Kilometer in fünfzig Minuten zu laufen, bringt kaum einen praktischen Nutzen: So argumentiert ein Teilnehmer der Diskussion. Ein Satz, der vor zehn Jahren noch als Ausrede für Faulheit gegolten hätte, zirkuliert nun selbstverständlich in Threads von Menschen, die den Dauerlauf durch kurze Intervalle, Sprints und Klimmzüge ersetzt haben. Der Auslöser war ein Artikel mit mehr Rhetorik als Fakten — selbst seine Befürworter räumen einen pseudowissenschaftlichen Anstrich ein. Er stellt die These auf, dass Langstreckenlaufen den Körper verschleißt, den Cortisolspiegel erhöht und den Läufer unfähig macht, explosive Leistungen zu erbringen.

Der Ton wurde schärfer, als ein Nutzer unter Berufung auf lokale Presseberichte erwähnte, dass am 21. März 2016 beim Halbmarathon in Gijón (Spanien) ein 37-jähriger Läufer starb und ein 52-Jähriger nur wenige Meter vor dem Ziel einen Herzinfarkt erlitt. Die Reanimation aus nächster Nähe zu sehen, wie es einem Passanten geschah, ist zwar kein Argument gegen Sport an sich, wirft aber eine unbequeme Frage auf: Wie viel Verschleiß wird hier als Gesundheit verkauft?

Kurzer Sprint vs. Ausdauer: Was gewinnt man, was verliert man?

Der Kern des Konflikts ist einfach. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass für den Alltag vor allem explosive Kraft wichtig sei — etwa das volle Tempo über 800 Meter —, während reine Ausdauer, um zehn Kilometer durchzuhalten, als unnütz empfunden wird. Der persönliche Beweis der Befürworter: Man verbrennt mehr Fett und definiert die Muskeln besser mit Klimmzügen und Sprints als mit stundenlangem Asphalttraining.

Gegen diese Sicht spricht jedoch ein technisches Detail, das im Thread oft übersehen wird. Bei niedriger Intensität, zwischen 50% und 60% der Leistungsfähigkeit, stammt fast die gesamte verbrauchte Energie aus Fetten, auch wenn die absolute Menge nicht höher ist. Steigt das Tempo, greift der Körper auf Glykogen zurück und riskiert ohne Vorsicht Muskelmasse abzubauen. Und die wiederkehrende Schlussfolgerung: Hohes Volumen bedeutet nicht automatisch bessere Ergebnisse. Auch der grundsätzliche Einwand bleibt nicht ungehört: HIIT treibt mit seinen brutalen Spitzen ebenfalls den Cortisolspiegel in die Höhe.

Gewicht und Knie: Die zwei häufigsten Kostenfaktoren

Ein Punkt, der weithin akzeptiert wird, ist die Gewichtsmathematik: Jedes Kilogramm zählt bei langen Distanzen. Einer im Thread kursierenden Berechnung zufolge kann eine Gewichtsabnahme von zehn Kilometern pro Kilometer 18 bis 20 Sekunden einsparen, während eine Zunahme genau das Gegenteil bewirkt. Der klassische Vergleich — Marathonläufer Dennis Kimetto gegen Gewichtheber Dmitry Klokov — fasst zwei gegensätzliche Körperbilder zusammen. Die extreme Schlankheit des Langstreckenläufers ist keine Ästhetik, sondern reine Physik.

Die andere Rechnung geht auf die Gelenke. Manche behaupten, gestützt auf die Meinung eines Orthopäden, dass Laufen die Knie mittelfristig belastet. Andere fügen hinzu, dass Langstrecken- und Sprinttraining wenig ästhetische Körperformen erzeugen und dass Ausdauerläufer mit 45 Jahren oft keinen Knorpel mehr haben.

Ein Körper zum Laufen oder zum Gehen?

Hier wird die Angelegenheit anthropologisch. Eine im Thread oft wiederholte These: Wäre der Mensch dafür gemacht, zu rennen, hätte er vier Beine; der aufrechte Gang fördert eher das Gehen als das Traben. Vierbeiner rennen nur zur Jagd oder Flucht; den Rest der Zeit traben sie. Der Einwand kommt im selben Diskurs aus der Evolutionsbiologie: Das Verfolgen einer Beute über Stunden bis zur Erschöpfung war einer der Vorteile, die der Spezies ihren Platz in der Nahrungskette sicherten.

Darin sind sich alle einig: Moderater Sport jeder Art schadet nicht. Das Problem ist nicht das Laufen, sondern die Dosis und der Dogmatismus.

Die Alternative Schwimmen (mit kleinen Haken)

Wenn Laufen die Knie belastet, erscheint Schwimmen als Zufluchtsort. Es bewegt den ganzen Körper ohne gelenkschonende Stoßbelastung, und manche erinnern daran, dass Ärzte es bei kleinsten Beschwerden empfehlen. Der Haken dabei: Schlecht schwimmen ist eine Fabrik für Schulter-, Nacken- und Wirbelsäulenverletzungen. Schmetterlingsschwimmen ist für den Rücken kontraindiziert, und Kraulschwimmen erfordert sorgfältige Aufmerksamkeit für den Nacken.

Um wirklich gut zu schwimmen, braucht man eine sehr ausgefeilte Technik, und hier hat das Laufen einen Vorteil: Auch wenn es hart für den Körper ist, hat fast jeder zumindest eine Ahnung davon, wie man läuft, und überlässt das Ausdauertraining denen, die es wirklich genießen.

Der weiche Konsens — ein bisschen von allem, ohne Dogmen, mit Kraft und etwas Ausdauer — erzeugt die wenigsten Schlagzeilen. Und das Abwerfen des Mythos vom Marathon als Gipfel der Gesundheit taucht auf: Manche kombinieren Hypertrophie mit 200- und 400-Meter-Sätzen. Wenn sich dieser Trend festigt, wird die Ausdauer den Spezialisten überlassen bleiben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (129 Antworten).

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