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La Sexta: Eine Million Migranten jährlich für die Renten
La Sexta behauptet, Spanien brauche eine Million Migranten pro Jahr für die Renten. Experten halten dies laut Bericht für unrealistisch.
Eine Million Migranten jährlich zur Rettung der Renten: Die Rechnung
Eine Million jährliche Zuwanderer löst das spanische Rentensystem nicht allein. Die Schlagzeile von La Sens – „Spanien braucht in den nächsten Jahrzehnten eine Million Migranten pro Jahr, um die Renten zu sichern“ – bezieht sich laut Diskussionsteilnehmern auf einen Bericht der AIReF (Unabhängige Behörde für Haushaltsverantwortung). Das Bemerkenswerte ist nicht die Zahl selbst, sondern ein Detail: Der Autor hält sie nach Interpretation des Berichts für praktisch unerreichbar.
Was ist die AIReF und warum wird ihre Unabhängigkeit angezweifelt?
Die Zahl stammt weder aus einem Ministerium noch aus einer spontanen Idee. Sie kommt von einer technischen Behörde, der AIReF, gegründet 2014 und stets als unabhängig dargestellt. Genau diese Unabhängigkeit wird nun infrage gestellt. Ihre Präsidentin, Cristina Herrero, wurde per Königlicher Erlass vom 3. März 2020 nach Beratung im Ministerrat ernannt, wie ein Teilnehmer betont. Anders gesagt: Der oberste Verantwortliche der Behörde, die die Notwendigkeit der Bevölkerungszuwanderung bestätigt, wird von derselben Regierung bestimmt, die er theoretisch kontrollieren sollte, so die Kritik.
Das ist kein Detail am Rande, wenn die Schlagzeile auf der Titelseite erscheint. Ein Bericht, der eine Million Menschen pro Jahr fordert, erhält eine andere Dimension, wenn die unterzeichnende Behörde der regierenden Partei Rechenschaft schuldig ist. Für Befürworter dieser Lesart ist die Zahl keine neutrale Datenangabe mehr, sondern ein Argument.
Die Million, die als unmöglich gilt
Wichtig ist laut dieser Analyse nicht die Million, sondern das Viertel davon. Die im Diskurs zirkulierende Interpretation besagt, dass eine Million Migranten pro Jahr unrealistisch sei und das realistische Szenario ein Viertel dieser Zahl, also etwa 250.000, nicht überschreite. Wenn das System eine Million benötigt, aber nur 250.000 kommen können, lautet die unbequeme arithmetische Schlussfolgerung: Das System ist in seiner jetzigen Form nicht tragfähig.
Hier liegt der Fallstrick der Schlagzeile. „Wir brauchen eine Million Migranten“ klingt nach einem Aufruf; „Die Renten sind ohne tiefgreifende Reform nicht finanzierbar“ klingt nach einem Problem anderer Art. Niemand will Letzteres unterschreiben, also wird Ersteres veröffentlicht. Zum Pakt von Toledo fragt ein Teilnehmer, ob dieses Abkommen zur Verhinderung von Stimmenkauf durch Rentenerhöhungen noch existiere.
Wie viele dieser Migranten würden tatsächlich einzahlen?
Ankünfte zählen heißt nicht, Beitragszahler zu zählen. Die detaillierte Aufschlüsselung ist nüchterner: Von einer Million Ankömmlingen würde nur ein Teil netto arbeiten und einzahlen; ein anderer Teil bräuchte Subventionen und Hilfe zum Lebensunterhalt, besonders dort, wo Arbeit knapp ist und Mieten das Gehalt auffressen; ein dritter Teil würde die Familiennachzug erhöhen, mit älteren Personen, die Gesundheitsleistungen nutzen und teils nicht beitragsgedeckte Renten beziehen.
Schulen sind nicht kostenlos, Lehrer werden bezahlt, Zentren haben Kosten und Lieferanten. Mit dieser Aufschlüsselung wandelt sich die Ersparnisrechnung laut dieser Analyse in eine Ausgabenrechnung. Auch der Vergleich hilft nicht: Ein Teilnehmer behauptet, Frankreich und Italien akzeptierten viel niedrigere Zahlen, um 300.000 pro Jahr, und auch dort mit Vorbehalten. Sogar Dänemark wird erwähnt, mit geringerer Arbeitslosigkeit und Studien zum fiskalischen Saldo der Nicht-EU-Zuwanderung.
Der Flaschenhals ist nicht die Demografie, sondern der Arbeitsmarkt
Es gibt 2,5 Millionen Arbeitslose und eine Jugendarbeitslosigkeit, die ein Teilnehmer auf 30% beziffert. Eine Million Arbeiter zu importieren, wenn es keine Million offener Stellen gibt, löst das Problem nicht, so die Analyse: Es verlängert nur die Warteschlange. Das häufigste Argument lautet, dass die Sozialversicherungsbeiträge steigen, wenn Jobs geschaffen werden, nicht wenn die Nachfrage nach verfügbaren Jobs erhöht wird.
Die optimistische Rechnung geht davon aus, dass jeder Ankömmling innerhalb weniger Monate Arbeit findet. Die pessimistische geht davon aus, dass ein Großteil der Beschäftigung prekär, befristet und schlecht entlohnt ist. Mehrere Teilnehmer betonen, dass das Land Absolventen und Ingenieure exportiert und sie durch ungelernte Arbeitskräfte ersetzt.
Von Caldera bis zum Kalergi-Plan: Zwanzig Jahre desselben Arguments
Das ist nichts Neues. Vor zwei Jahrzehnten, erinnert ein Teilnehmer, vertrat Arbeitsminister Jesús Caldera bereits die Ansicht, dass Einwanderer nötig seien, um die Renten zu sichern. Damals wurden weniger Steuern gezahlt und die öffentlichen Dienstleistungen hielten besser stand. Heute wiederholt man den Satz bei höherer Steuerlast und schlechterem Gesundheits- und Bildungswesen, so die Beobachter.
Ein anderer Teil der Analyse verlässt die Ökonomie und greift zu Verschwörungstheorien wie dem sogenannten Kalergi-Plan, einer Konstruktion ohne jeglichen Beweis. Wenn die Debatte dort landet, geht es nicht mehr um Renten oder Beitragszahler.
Für die Verteidiger dieser Analyse lässt sich das Problem nicht durch das Bringen von Menschen lösen, sondern nur durch eine Änderung des Verhältnisses zwischen Einzahler und Empfänger. Das Erwartbare ist, dass die Millionenzahl jedes Jahr wieder auf der Titelseite erscheint, ohne dass jemand erklärt, woher die Beitragszahler eigentlich kommen sollen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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