Kultfilm: Warum Qualität nicht zählt

Ein Kultfilm definiert sich durch seine treue Fangemeinde, nicht durch Kritikerlob. Beispiele reichen von spanischen Zensurfällen bis zu B-Movies.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kultfilm: Warum Qualität nicht zählt
Kultfilm: Warum Qualität nicht zählt

Warum werden manche Filme verehrt, obwohl niemand sie für gut hält? Diese Frage prägt eine cineastische Debatte, die weniger Antworten liefert als vielmehr eine Liste erweitert. Das Fazit des Nutzers Ciudadano 0 ist unbequem für den klassischen Filmfan: Qualität ist kein Kriterium. Ein Kultfilm ist nicht der beste, nicht der erfolgreichste und nicht einmal der bekannteste. Er ist derjenige, hinter dem eine Gruppe steht, die ihn gegen alle anderen verteidigt.

Diese Unterstützung unterscheidet persönlichen Geschmack vom Phänomen. Wenn nur eine Person einen Film verteidigt, ist es ihr Liebling. Wenn eine beträchtliche Anzahl von Menschen dies tut, beginnt er, ein Kultfilm zu werden. Dass diese Liste jemals abgeschlossen wird, garantiert niemand.

Von Easy Rider bis The Warriors: Was einen Kultfilm trägt

Manche Titel ruhen auf einer einzigen Szene. Der Anfang von Easy Rider mit Motorrädern, Flaggen und Steppenwolf-Rock wird selbst von denen als brutal beschrieben, die den Film nicht als unterhaltsam in Erinnerung haben. Dieses Minimum – ein Song, eine Einstellung, ein Poster – reicht aus, damit Jahrzehnte später noch darüber gesprochen wird.

In anderen Fällen entsteht der Kultstatus durch Kontroversen. The Warriors wurde bei seinem Start von Kritikern verrissen und stand im Verdacht, Vandalismus ausgelöst zu haben. Paramount zog sogar seine Radio- und TV-Werbung zurück.

Auch das spanische Kino hat sein eigenes Pantheon

Die plumpsten Komödien des späten Franquismus und der schäbigste Pavor der Siebziger teilen sich die Bühne. Die Filme von Una manola y Esteso werden im Forum als Juwelen der Sozialkritik verteidigt, mit der spanischen Heuchelei im Hintergrund. Es ist keine isolierte Laune: Ciudadano 0 erkennt an, dass es viele Nostalgiker dieser Filme gibt.

Auf der dunklen Seite erscheint La semana del malo (1972) von Eloy de la Iglesia, einer der Filme mit den meisten Szenen, die von der Zensur geschnitten wurden, und direkt in Großbritannien verboten. Gedreht in Englisch und international veröffentlicht als The Cannibal Man.

„Der weiße Hai 3“ ohne Hai: Wenn B-Movies mehr einspielen

Einer der häufigsten genannten Fälle ist L'ultimo squalo (1981), eine italienische Produktion, die Szenen der ersten beiden Teile der Hai-Saga dreist kopierte und schließlich wegen Plagiats in den USA verboten wurde. Das auffällige Detail kam in Spanien: Der Film lief dort als „Der weiße Hai 3“, und das Publikum strömte herbei, in der festen Überzeugung, den echten dritten Teil zu sehen.

Die italienische Imitation spielte in Spanien mehr ein als der echte dritte Teil, der erst zwei Jahre später in die Kinos kam.

Lemon Pop und das Geschäft mit endlosen Fortsetzungen

Bevor Teenager-Kino zur globalen Industrie wurde, wies eine israelische Komödie aus dem Jahr 1978 den Weg. Lemon Pop generierte bis zu 8 Fortsetzungen und ein Hollywood-Remake, Last American Virgin (1982), inszeniert vom selben Regisseur. Ihm wird zugeschrieben, Vorläufer des Genres der sens Teenager-Komödie zu sein.

Giallo und Fantaterror: Genres, die nicht altern

Der italienische Thriller der Sechziger und Siebziger – der Giallo, angeführt von Mario Bava und Dario Argento – und der spanische Fantasy-Pavor – der Fantaterror, mit Jesús Franco, Paul Naschy, Jorge Grau und Amando de Ossorio – wurden in der Diskussion wegen ihrer Kultfilme beleuchtet. Beide Genres stehen auf derselben Liste wie Les quatre cents coups, der Truffaut-Film, der die Nouvelle Vague einleitete und vier weitere Filme über dieselbe Figur nach sich zog.

Wie viele Leute braucht man, damit ein Film zum Kultfilm wird?

Das ist die Frage, die weiterhin offen bleibt. Ein einzelner Bewunderer reicht nicht: Das ist eine private Vorliebe. Es braucht eine Gemeinschaft, die das Label trägt, und das erklärt, warum der Begriff auf Titel angewendet wird, die nichts gemeinsam haben außer ihrem Publikum. Manche, wie der Nutzer Tanchus, kritisieren den Snobismus bestimmter kultureller Etiketten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (496 Antworten).

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