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Busbahnhöfe in Spanien: Das letzte Bollwerk der Bausünden
Während Aena 750 Millionen Euro in den Flughafen Barajas investiert, verharren Spaniens Busbahnhöfe noch immer im Marmor- und Fliesendesign der Siebzigerjahre.
Manche bezeichnen den Busbahnhof von Logroño als «den hässlichsten in Spanien» und scherzen, sein Architekt sei persönlich der Teufel gewesen. Die Übertreibung ist erlaubt, doch die Diagnose gilt landesweit: Busbahnhöfe sind das letzte Refugium des Paquismo, eines unfreiwilligen Stils aus dunklem Marmor, siebziger Fliesen, klebrigen Böden und Dieselgeruch. Während Flughäfen mit millionenschweren Plänen glänzen, hängen die Bahnsteige, die laut Diskussionen mehr Menschen nutzen als viele Hochgeschwindigkeitszüge, noch immer in einer anderen Dekade fest.
Was ist Paquismo? Marmor, Fliesen und Diesel
Der Begriff beschreibt erkennbare Merkmale: grauer Sandstein, Lampen aus einer anderen Zeit, sonnenverblasene Schilder und das persistente Gefühl, dass die Zeit zwischen 1975 und 1985 stehen geblieben ist. Die Linien 6 und 10 der Metro Madrid sind das kanonische Beispiel, mit ihren dunklen Steinwänden, die manche als Solidität lesen, andere als bloße funktionale Hässlichkeit.
Die Nostalgie ist nicht einheitlich. Gegenüber denen, die Marmor als Charakter verteidigen, steht das Gegenargument: Die Madrider Metro ersetzte ihre Verkleidungen durch farbige Kunststoffpaneele, was laut Kritikern austauschbare Nicht-Orte erzeugt. Die Debatte ist alt und ungelöst.
Die Karte des Paquismo: Von Logroño bis Torrijos]
Die Liste der Kandidatinnen ist lang und weit verteilt. Genannt werden Vigo, Santander, Albacete, Ourense, Gijón, Valladolid, Oviedo, Tomelloso, Torrijos und der alte Umsteigebahnhof Moncloa, wo ein Nutzer sich erinnert, wie man dort die gesamte Abgaslast der Busse atmete. Der Bahnhof von Oviedo konkurriert mit dem von Logroño in puncto Vertikalität, mit einem Profil, das manche mit einer dunklen Festung vergleichen. In Torrijos hängt noch ein Biermarkenschild und ein Verbotsschild, an dessen Neuheit sich niemand erinnert.
Außerhalb Spaniens wiederholt sich das Muster ohne Überraschung: Wer einen südamerikanischen Busbahnhof betreten hat, erkennt sofort die Säulen und die «Standard»-Sitze.
Legazpi: Der Bahnhof, der keine dreißig Jahre hielt
Einer der häufigsten Fälle ist der alte Busbahnhof neben der Metrostation Palos de la Frontera am Paseo de las Delicias. Er eröffnete 1971 und schloss Ende der 90er, als Méndez Álvaro in Betrieb ging. Keine dreißig Jahre hielt er stand. Die Busse parkten in einem belüftungslosen Keller, dessen Luft als unatmbar beschrieben wird. Manche nennen ihn Legazpi-Bahnhof; eigentlich war es Palos oder Estación Sur. Der umgangssprachliche Name setzte sich gegen den offiziellen durch, wie so oft.
Flughäfen mit Geld, Bahnhöfe mit Staub
Der Kontrast zur Flughafeninvestition ist der Punkt, der am meisten stört. Aena plant, 750 Millionen Euro zu investieren, um die Terminals 1, 2 und 3 von Barajas zu verbinden, ein Projekt zur Modernisierung von Hallen und Check-in, während die alten Gebäude nur noch für das Boarding genutzt werden sollen. T2 stammt von 1957, T1 aus den Siebzigern; beide altern schlecht, obwohl erstere vor Jahrzehnten eine Außenterrasse hatte und weniger frequentiert war.
Viele Zombie-Flughäfen und viele AVE-Bahnhöfe, aber das, was die Mehrheit nutzt, ist vernachlässigt. Diese Zusammenfassung eines Nutzers hat einen bitteren Beigeschmack und erklärt, warum der Busverkehr jahrzehntelang bei Investitionsprioritäten übergangen wurde.
Die Waage, der Fotoautomat und der Kiosk für Buchstabenrätsel
Es gibt ein emotionales Inventar des Paquismo: die Münzwaage, die niemand benutzt, der defekte Fotoautomat, der Kiosk, wo man Buchstabenrätsel kaufte, die Eckbar mit Leuten in abgenutzten Rucksäcken. Die Toiletten verdienen ein eigenes Kapitel, meist kein schmeichelhaftes. Auch die Gerüche: Benzin, verbranntes Öl, verschwitzte Sitze, Gummi und heißer Asphalt.
Angesichts dieses Panoramas ist die berechtigte Frage nicht, welcher Bahnhof der hässlichste ist. Sondern wie viele dieser Terminals noch stehen, wenn der nächste Infrastrukturplan wieder wegschaut.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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