Kritik an Paramés: Fonds verliert die Hälfte des Kapitals

Der Fonds Cobas Internacional verzeichnet über drei Jahre Verluste. Kritiker sehen einen Kapitalverlust von 50 % und eine Abweichung von den Indizes.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kritik an Paramés: Fonds verliert die Hälfte des Kapitals
Paramés verliert laut Kritikern die Hälfte des Kapitals – der Mythos des „spanischen Buffett“ bröckelt

Francisco García Paramés hat seit seiner Selbstständigkeit laut wachsender Kritik in Foren rund 50 % des Kapitals seiner Anleger vernichtet. Der Nettoinventarwert von Cobas Internacional fällt seit mehr als drei Jahren und ist unter 50 gefallen, nachdem er bei 76 gestartet war. Die Frage ist nicht mehr, ob Value Investing in einem schlechten Zyklus steckt, sondern ob die legendäre Serie bei Bestinver professionelles Können oder Glück mit Verfallsdatum war.

Was ist mit Cobas Internacional, dem Fonds von Paramés, passiert?

Das nach seinem Ausscheiden bei Bestinver gestartete Vehikel erreicht ohne Unterbrechung neue Tiefststände. Im Vergleich zu globalen Indizes und kostengünstigen Robo-Advisors entfernt sich der Fonds monatlich von seinen Referenzwerten, was viele als irreversibel betrachten. Er behauptet auf seinen Jahreskonferenzen, dieses Verhalten sei „normal“ für seinen Stil: billig kaufen und warten, bis der Markt den fairen Preis findet. Die Wartezeit übersteigt jedoch drei Jahre, während die Gebühr von 1,75 % unverändert bleibt. Manche beschreiben die Kundenbeziehung fast als Glaubensfrage.

Aryzta, Golar, DIA und Pescanova: Eine Liste gescheiterter Wetten

Die Schweizer Bäckerei Aryzta, eine seiner großen Thesen, notiert bei 68 Cent, während er den Wert des Unternehmens weiterhin verteidigt. Golar, seine zweitgrößte Position, fiel im Januar um die Hälfte, nachdem er die Idee seinen Anlegern verkauft und Aktien angehäuft hatte. Zuvor gab es DIA, wo er einstieg, obwohl Klagen der Franchisenehmer bereits sichtbar waren, und Pescanova, eine Hauptposition in Spanien kurz vor der Insolvenz. Auch Renault, Teekay und Dixons liegen hinter dem Index.

Ist Value Investing tot oder funktioniert diese Strategie nicht?

Hier klafft die Lücke. Ein Teil der Analyse argumentiert, dass Value Investing tot sei und Wachstumswerte dominierten, die hoch bewertet steigen. Andere erinnern daran, dass Warren Buffett Ende der Neunziger ähnlich kritisiert wurde, sich aber bewährte, als die Gezeiten wechselten. In der Mitte bleibt ein unangenehmer Verdacht: Wenn globale Indizes und Robo-Advisors existieren, rechtfertigt das Zahlen von Gebühren, systematisch hinter dem Markt zurückzubleiben?

Erfolg bei Bestinver: Talent oder Anhänger-Effekt?

Bei Bestinver investierte Paramés in kleine, illiquide Werte. Laut einem Diskussionsbeitrag kaufte eine Legion von Anhängern jene Unternehmen massenhaft, die er als grundlos gefallen hervorhob, trieb so die Kurse und steigerte seinen Ruhm. Der auf Großwerte fokussierte Bestinver Internacional glänzte nie. Es kursieren Gerüchte, unbelegt durch Beweise, dass einige Erfolge auf Insiderwissen oder Tipps basierten. Außerhalb dieser Struktur ist der Markt kälter.

Andere spanische Value-Fonds: AZ Valor, Magallanes, True Value

Das Problem ist nicht isoliert. AZ Valor weist katastrophale Ergebnisse auf, und Magallanes nahm Unternehmen wie Carrefour auf, was Anleger zu ausländischen Wachstumsfonds trieb. True Value verdient Geld, verlangt aber hohe Gebühren und schlägt den Markt nicht. Numantia, verwaltet von Emérito Quintana, ist der einzige national gelobte Fonds. Aktives Management tut sich schwer, seine Kosten anhand der Performance zu rechtfertigen.

Gebühren unabhängig von der Grafik

Wie in Foren zusammengefasst wird, besteht das Geschäft eines Fonds im verwalteten Vermögen, nicht in der Rendite des Anlegers. Cobas berechnet 1,75 % jährlich auf ein beachtliches Portfolio, egal ob es steigt oder die Hälfte verliert. Hinzu kommt eine Rücknahmegebühr von 4 % bei einer Mindesthaltedauer von vier Jahren, die laut einem Anleger nicht immer belastet wurde. Das Volumen zwingt zum Kauf dessen, was verfügbar ist: Im iberischen Universum sind Namen wie DIA, Bankia oder Vocento gesetzt.

Der letzte Wendepunkt: Der Fonds, der wieder auf 100 stieg

Jahre später erholte sich derselbe Fonds, der auf 40 gefallen war, wieder auf 100, und ein Anleger konnte mit über 50 % Gewinn aussteigen. Dies geschah durch eine Mischung aus Glück und Zeit, mit dem Gefühl, dass Erfolg aus den falschen Gründen kam. Harte Analysen bleiben bestehen: Konzentration auf wenige Firmen macht einen Manager zum Gott, wenn er recht hat, und zum Sündenbock, wenn er falsch liegt. Das Gesamtergebnis bleibt hinter indizierten Alternativen zurück.

Wenn der Kreditfluss stoppt und Geld von Trendunternehmen zu günstigen Titeln fließt, könnte die These wieder Sinn ergeben. Niemand weiß, wann. Nicht einmal jene, die seit über drei Jahren erklären, warum der Markt ihre Aktien falsch bewertet.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (127 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver