Krieg um die Maloche: Krankmeldungen in Spanien unter Beschuss

Die Offensive der Arbeitgeber gegen Krankmeldungen in Spanien entfacht die Debatte neu: Ausnutzung durch Arbeitnehmer oder Ausbeuterkultur? Zwei unvereinbare Sichtweisen in einem Land ohne…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wer ist schuld am Missbrauch von Krankmeldungen?

Will der Arbeitgeberverband die Beschäftigten niederwalzen, oder sind die Arbeitnehmer zu Trittbrettfahrern geworden? Der Streit um Krankmeldungen ist mit der Offensive der Großunternehmen gegen Krankheitstage neu entbrannt. Und die Debatte ist, wie könnte es anders sein, ein dickes Brett.

Auf der einen Seite das Narrativ der grenzenlosen Ausbeutung: Rekordgewinne, perversos Löhne und eine Unternehmenskultur, die den Angestellten als Wegwerfressource betrachtet. Die Krankmeldung wird so zum letzten Schützengraben des Arbeitnehmers gegen ein System, das ihn versklaven will. Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Entweder die Arbeiterklasse organisiert sich, oder sie wird gefressen.

Demgegenüber das Bild des Beamten, der sich nie ins Zeug legt und sich bei einem Schnupfen krankschreiben lässt. Die Geschichte des Drückebergers, der den echten Arbeiter die Arbeit schleppen lässt. In 40 Jahren gibt es Leute, die mit nur zwei Krankheitstagen prahlen — eine Grippe und ein Leistenbruch — und es für beschämend halten, wegen Kopfschmerzen oder ein paar Prellungen fehlen zu gehen. Und dann ist da noch derjenige, der alles gesehen hat: Lehrerinnen, die sich beim Krankschreiben abwechseln und dann am Vormittag verschwinden, ohne dass irgendjemand etwas sagt.

Der Angriff der Arbeitgeber auf die Krankmeldung

Die Offensive ist nicht neu. Große Unternehmensgruppen haben den Druck auf Krankmeldungen verstärkt und den Beschäftigten massenhafte Arbeitsverweigerung vorgeworfen. Doch die verfügbaren Daten zeichnen ein differenzierteres Bild. In vielen Filialen ist eine lange Krankschreibung gar nicht so einfach zu bekommen: Die Ärzte der Sozialversicherung überlegen es sich zweimal. Manche Unternehmen gewähren sogar fünf Tage pro Jahr ohne ärztliche Bescheinigung, und kaum jemand nutzt sie, außer in offensichtlichen Fällen.

Der Schlüssel liegt im öffentlichen Sektor. Wo Beschäftigte ihre Rechte ohne Angst vor Kündigung geltend machen können, scheinen Krankmeldungen häufiger. Aber auch stärker überwacht: Der Verdacht gegen die Postenschmiede und Drückeberger schwebt über allen Beamten.

Der Arbeitnehmer, der sich anstrengt und nichts bekommt

Das Beschämendste an der Debatte ist die Entfremdung derer, die sich verausgaben. "Sich in einem Privatunternehmen anzustrengen und reinzuhängen ergibt überhaupt keinen Sinn", lautet das Argument. Das Problem: Wenn du ernsthaft bist und deine Arbeit gut machst, hält dich dein Chef für einen Dummkopf. Und wenn du krank wirst, bist du der Dumme: keine Wertschätzung, keine Anerkennung, nur mehr Last.

Die Folge ist der Rückzug: "Wem du nicht widerstehen kannst, dem schließt du dich an." Und so hört der einst Fleißige auf zu leisten, denn wozu eigentlich. Alles geht den Bach runter, und Troja brenne.

Der Showdown steht bevor. Die Arbeitgeber drücken, die Gewerkschaften schweigen, und der kleine Angestellte, zwischen Ausbeutung und Drückebergerei, weiß nicht, ob er aussteigen oder sich radikalisieren soll. Unterdessen wird die Krankmeldung zum Schlachtfeld, auf dem ausgetragen wird, wer es sich leisten kann, krank zu sein — und wer nicht.

Die Ironie: Am Ende scheint nur eines klar zu sein: In Spanien hast du, wenn du arbeitest, zwei Optionen — ausgebeutet werden oder faul genannt werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (45 Antworten).

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