KOTS: Däne steht nach K.O. auf und zahlt teuer

Dänischer Fighter wurde in Minute 3:45 k.o. geschlagen, stand auf und bat weiterzumachen. Der Deutsche schlug ihn erneut nieder. Berichte nennen 3.000 Euro für den Sieger.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

KOTS: Däne steht nach K.O. auf und zahlt teuer
KOTS: Däne steht nach K.O. auf und zahlt teuer

Zwei Männer. Einer Deutsch. Einer Dänisch. Ohne Handschuhe, ohne Kopfschutz, ohne Regeln. Der im Internet kursierende Kampf der Plattform King of the Streets wurde aus einem ganz konkreten Grund zum kleinen Kultphänomen: Der Däne wird in Minute 3:45 k.o. geschlagen, steht auf, bittet um Fortsetzung und wird vom Deutschen in Minute 4:40 mit einem verheerenden Kopf-Treffer erneut k.o. geschlagen. Für einige Sekunden verdrehen sich seine Augen und die Pupillen sinken ab. Was danach diskutiert wird, ist nicht der Kampf selbst, sondern was zur Hölle das hier sein soll.

Was ist King of the Streets und warum sind die Prämien so niedrig?

KOTS ist eine Plattform für Kämpfe ohne Regeln, ohne Schutz und ohne das Beiwerk regulierter Mixed-Martial-Arts-Veranstaltungen. Es wird im Stand und am Boden gekämpft, mit Kopfballstößen und Schlägen gegen den Schädel. Das wirtschaftliche Detail, das in die Diskussion sickert, ist erschütternd: Manche behaupten, der Sieger erhält 3.000 Euro und der Verlierer nichts. Andere argumentieren, dass unter der Oberfläche sehr große Wetten laufen, die nicht in den Videos auftauchen, was sich jedoch anhand der veröffentlichten Informationen nicht überprüfen lässt.

Die Produktion ist sorgfältig gestaltet. Gelber Filter wie in amerikanischen Serien, ausgefeilte Beleuchtung, Schnitt mit Schreien und eine Ästhetik, die den Zuschauer zu einer sehr konkreten Botschaft drängt: Hier kommt man her, um ein Mann zu sein. Diese Verpackung erzeugt mehr Ablehnung bei einem Teil des Publikums als der Kampf selbst. „Sieht aus wie ein Rache-Film mit Chroma-Key und C.G.I.“, sagen viele, nur dass es hier keine Stunt-Doubles gibt.

Minute 4:17: Der Satz, der alles zusammenfasst

Der Schlüsselmoment ist nicht der finale K.O. Es ist Minute 4:17. Der Däne, der sich bereits einmal ergeben hatte, steht auf und sagt zum Deutschen: Standing fighting, do you know what it is?. Der andere nickt und schlägt ihn erneut k.o., diesmal im Stehen. Darin liegt die gesamte Logik der Show in einem einzigen Satz: Derjenige, der verliert, fordert mehr, und derjenige, der gewinnt, gewährt es ohne Gnade.

Die technische Analyse des Kampfes ist weniger episch. Der Däne positioniert sich im Clinch in Minute 2:38 senkrecht, der Deutsche bringt ihn problemlos zu Boden, und die Anstrengung, von unten herauszukommen, raubt ihm die Kraft. Ab da weiterzukämpfen ist dumm. Man hat aufgegeben. Geh nach Hause.

Ist das Sport oder eine brutale Schlägerei ohne Regeln?

Nein, das ist es nicht, im regulierten Sinne des Begriffs. Man schlägt sich wirklich, ohne Schutz, mit Kopfballstößen und furchtbaren Schlägen gegen den Schädel. Das verursacht Verletzungen und unterscheidet sich kaum von einer Straßenprügelei. Die schwebende Frage lautet: Wozu dient das? Manche argumentieren, dass in der primitiven Lebensweise der Einsatz von Kraft so natürlich war wie Fortpflanzung und dass es einen Randbereich der Gesellschaft gibt, dessen unstillbares Verlangen nach Action, Risiko und Gewalt nicht in die moderne westliche Zivilisation passt. Adrenalin-Junkies, wie Söldner oder Parkour-Läufer auf Wolkenkratzern. Besser sie sind hier beschäftigt als frei herumlaufend.

Dagegen spricht das Gesundheitsargument. Ein einziger Schlag mehr auf ein bereits gezeichnetes Gehirn kann den Unterschied zwischen einer reversiblen und einer irreversiblen Verletzung ausmachen. Wiederholte Schläge gegen den Kopf führen zu neurologischen Folgeschäden, und das Format fördert genau das: Denjenigen fertigzumachen, der bereits am Boden liegt. Die Gegenreaktion ist, dass die meisten dieser Leute in anderen Sportarten trainieren, den Schritt für ein oder zwei Jahre wagen, bezahlt werden und dann wieder zu den Handschuhen zurückkehren. Niemand hält eine professionelle Karriere in diesem Bereich durch.

Vergleich der Gewalt früher und heute

In der Diskussion taucht die klassische Übung der sarracena Archäologie auf: Dies mit der Eleganz zu vergleichen, mit der man früher tötete, im Takt des Cembalos. Die Ironie wirkt von allein. Historische Duelle hatten ihre eigene Wildheit, nur besser gekleidet und mit schlechterer Medizin. Der reale Unterschied ist nicht die Brutalität, sondern die Sichtbarkeit. Diese Kämpfe existieren seit jeher in illegalen Zirkeln mit hohen Einsätzen. Neu ist, dass sie jetzt aufgezeichnet, geschnitten und hochgeladen werden.

Es gibt auch eine Strömung, die das Produkt wegen seiner Authentizität verteidigt. Im Vergleich zu Schauspielern, die an Kabeln über einem Greenscreen fliegen, ist dies real und wahr. Das echte Leben, das weh tut. Es ist ein mächtiges und gleichzeitig trügerisches Argument: Realität ist kein Wert an sich. Eine Infektion ist auch real.

Das verstörende Detail: Niemand weiß, wie es dem Dänen erging

Das Video endet und es gibt keinen ärztlichen Bericht. Man weiß, dass er mit einer Platzwunde ging, dass der andere ein beschädigtes Auge hatte und dass sie theoretisch ins Krankenhaus hätten gehen können, um behandelt zu werden. Was man nicht weiß, ist, wie es dem Dänen danach erging. Man sah ihn mit verdrehten Augen und absinkenden Pupillen. Das ist die fehlende Information und die wichtige. Alles andere—der gelbe Filter, die Schreie, die 3.000 Euro—ist nur Kulisse.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (122 Antworten).

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