Freie Software ohne Viren, aber ohne Durchbruch im Heim-Desktop
August 2011. Mandriva, eine der meistempfohlenen Linux-Distributionen für Einsteiger in freie Software, veröffentlichte ihre letzte Version als Desktop-System. Aus dieser Ära entstand Mageia, ein gut aufgenommenes Derivat-Projekt, sowie ein Unternehmen, das sich auf Firmendienstleistungen spezialisierte. Die Geschichte wiederholt sich seither: Ein freies System ohne Viren und Lizenzgebühren, das nie wirklich auf den Computern der Mehrheit landet.
Die Daten, die diese Erzählung brechen, sind nicht technischer, sondern buchhalterischer Natur. Zahlen sprechen von über 30 Millionen Euro, die die öffentliche Verwaltung in fünfzehn Monaten für Microsoft-Lizenzen ausgegeben hat. Parallel dazu setzen portugiesische Schulen auf freie Systeme und die NASA wechselte auf der Internationalen Raumstation von Windows zu Linux. Mit solchen Beispielen, warum ist es immer noch so selten, Linux im Wohnzimmer anzutreffen?
Die Landkarte der Distributionen: Mandriva verschwand und Ubuntu verlor Nutzer
Eine konkrete Distribution zu empfehlen, ist zu einer archäologischen Übung geworden. Mandriva, jahrelang das freundliche Tor zum freien Desktop, veröffentlichte seine letzte Version im August 2011; heute existiert es nur noch als Dienstleister für Unternehmen, wobei Mageia sein Erbe fortführt. Ubuntu, der andere große Anwärter, hat viele Nutzer verloren, seit es die Unity-Oberfläche und Gnome 3 adoptierte, wie in Foren diskutiert wird, wobei viele Abwanderer zu Linux Mint gingen, das zum natürlichen Ziel für jene wurde, die ein System suchen, das einfach startet und funktioniert.
Für Veteranen ist die Liste kurz. Manche behaupten, sie nutzen Linux zu Hause seit 1994, und berichten, dass bis auf ein bestimmtes Modem-Familie und eine hartnäckige WLAN-Karte die gesamte Hardware problemlos lief. Das persönliche Gedächtnis wiegt schwerer als jeder Vergleichstest.
Warum läuft Linux schlecht auf einem beliebigen Laptop?
Die häufigste Erklärung zeigt auf den Hersteller. Wenn ein Chip keine Dokumentation oder keinen eigenen Treiber hat, kann niemand einen schreiben, der ihn zum Laufen bringt: Hier scheitern Drucker, Scanner und interne Modems. Die andere Hälfte des Problems liegt in den Erwartungen. Wer in der Konsole landet und apt-get install ausführt, repariert nichts, sondern konfiguriert ein System, das für Administratoren gedacht ist, nicht für Menschen, die einfach einschalten und arbeiten wollen.
Konkrete Beispiele trennen die Lager deutlich. Wie ein Veteran berichtet, läuft ein Rechner mit Intel Core2-Duo bei 1,83 GHz und 2 GB RAM unter Windows XP "wie am Schnürchen", und selbst ein Pentium III bei 1,2 GHz mit 1 GB schlägt sich bei Büroanwendungen wacker. Alte Hardware gibt es noch lange. Was fehlt, ist, dass freie Software sie sofort erkennt, ohne einen ganzen Nachmittag damit zu verlieren.
Was die Verwaltung für Lizenzen zahlt und einsparen könnte
Der institutionelle Fall ist der eklatanteste. Über 30 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen in fünfzehn Monaten stehen im Widerspruch zur Tatsache, dass der Hersteller selbst Teile seiner Infrastruktur auf Linux betreibt: Berichten zufolge läuft Skype nach der Übernahme auf 10.000 Linux-Rechnern, während andere Dienste auf Windows Server bleiben. Jeder nutzt, was ihm passt; Privatpersonen hingegen zahlen entweder die Lizenz oder umgehen sie.
Im Schulbereich ließ das Ende des Programms Escuela 2.0 600.000 Laptops im Limbo zurück: Maschinen, die hätten auf freie Software migriert werden können, aber feststeckten. Hier kreuzen sich öffentliche Ausgaben, abgeschriebene Hardware und eine vertane Chance, die niemand einfordert.
Photoshop, Blender und GIMP: Die Mauer der Anwendungen
Hier bricht die Argumentation zusammen, dass alles in den Repositorien verfügbar sei. Laut Nutzeraussage läuft das Verschieben eines Bildes mit 3888x2592 Pixeln flüssig in Photoshop, ruckelt aber in GIMP. Blender erreicht Version 2.67, während eine bestimmte Distribution mit 2.66 auskommen muss, und was nicht gepackt ist, zwingt erneut zur Konsole. Spiele schließen den Kreis: Für League of Legends muss man weiterhin zu Windows zurückkehren.
Office-Anwendungen sind die andere offene Front. Formate, Menüs und Funktionen verhalten sich nicht gleich, und wer Dokumente mit Menschen außerhalb des Ökosystems teilt, bemerkt jede Nahtstelle.
Weder Windows noch Linux: Die Enttäuschung auf beiden Seiten
Der erfahrenste Sektor hat genug von beiden. Windows schleppt Jahrzehnte katastrophaler Versionen—95, 98, Millennium—und eine Politik erzwungener Updates, die alte Maschinen ruiniert; Linux verlangt ein Wissensniveau, das der Durchschnittsnutzer weder hat noch will. Ein Nostalgiker vermisste MS-DOS, "das beste seiner Zeit", und tat beide Systeme ohne Umschweife ab.
Interessanterweise einigen sich auch die Befürworter von Linux nicht darauf, wen sie beschuldigen sollen: den Hersteller, der nicht dokumentiert, den Nutzer, der nicht liest, oder ein Ökosystem, das in tausend Distributionen und Desktops gespalten ist, die dasselbe tun.
Jede Version verspricht, die endgültige zu sein, und jedes Jahr wiederholt sich das gleiche Ritual: Installation, verlorener Nachmittag und Neuanfang. Die Kluft zwischen dem, was freie Software verspricht, und dem, was sie auf einem Heim-Desktop tatsächlich leistet, bleibt offen. Und nach so vielen Revisionen traut sich niemand mehr, einen Termin zu nennen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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