Komiker fordert Abascal-Verbot bei TVE, scheitert

Ein Komiker forderte ein Verbot von Santiago Abascal beim spanischen Staatsfernsehen wegen 'Nazi'-Vorwürfen. Die Debatte wandte sich gegen ihn und stärkte Vox.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Komiker fordert Abascal-Verbot bei TVE, scheitert
Komiker fordert Abascal-Verbot bei TVE, aber es geht nach hinten los

Ein Komiker hat gefordert, dass Santiago Abascal die Teilnahme an einer Sendung des spanischen Staatsfernsehens (Televisión Española, TVE) untersagt wird. Sein Argument laut dem verbreiteten Material: „Nancy dürfen nicht im TVE auftreten.“ Der Satz, der in dem Thread die Runde machte, löste einen Sturm aus Antworten aus, der innerhalb weniger Stunden über 120 Beiträge umfasste. Das Problem war laut der Mehrheit der Nachrichten nicht die Forderung selbst, sondern das Etikett: Den Anführer von Vox als Nancy zu bezeichnen, ist für mehrere Teilnehmer keine Übertreibung mehr, sondern ein automatischer Reflex. Und wenn man diesen Reflex zu oft wiederholt, verliert er seine Wirkung.

Der Auslöser war ein Tweet eines Mediums, das sich als Alternative zum seriösen Journalismus präsentiert. Die überwiegende Reaktion verteidigte nicht Abascal: Sie hinterfragte die Leichtigkeit, mit der der Begriff verwendet wird. „Ein Nancy ist jemand, der der Hälfte der Bevölkerung die Unschuldsvermutung entziehen will“, schrieb jemand, der angab, für IU (Vereinigte Linke) gestimmt zu haben. Die Paradoxie blieb im Raum stehen: Wer das Schimpfwort aussprach, wurde laut diesen Nachrichten als jemand dargestellt, der dessen Bedeutung nicht kennt.

Von Zensur bei TVE zur Debatte über die Bedeutung von „Nancy“

Die Forderung, Abascal bei TVE zu verbieten, erfolgt in einem Kontext der Spannung bezüglich der Präsenz von Oppositionsführern in öffentlichen Medien. Der Komiker forderte laut dem verbreiteten Material keine Debatte: Er forderte ein Verbot. Und genau dort lag der Hund begraben. Mehrere Beiträge wiesen auf den Widerspruch hin, die Meinungsfreiheit anzurufen, um einen politischen Gegner zum Schweigen zu bringen. „Es gibt keinen größeren verdammten Nancy als den, der jeden zensiert, der nicht wie er denkt“, fasste einer der meistgeteilten Beiträge zusammen. Die Ironie ist laut diesen Beiträgen fein: Wer Totalitarismus vorwirft, übt selbst Zensur aus.

Der Thread driftete schnell auf glatteres Terrain ab: die historische Definition. Ein Teilnehmer erinnerte daran, dass Hitlers Partei Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hieß, mit „sozialistisch“ im Namen. Dieser alte Foren-Trick diente dazu, den Fokus zu verschieben: Wenn Nancy Sozialisten waren, wäre es ein grober Fehler, Vox als Nancy zu bezeichnen. Das Argument hat Haken – der Sozialismus der NSDAP hatte wenig mit dem der Sozialdemokratie zu tun –, aber es funktionierte als rhetorische Munition. „Jeden, der einem nicht passt, als Nancy zu bezeichnen, ist plump“, schloss ein anderer ab.

Der Bumerang-Effekt: Warum übermäßige Etikettierung Vox nützt

Die am häufigsten wiederholte These war die der Abnutzung. Mehrere Nachrichten stimmten darin überein, dass der Missbrauch des Begriffs „Nancy“ Abascal nicht schadet, sondern ihn eher immunisiert. „Was diese Idioten sagen, kann Vox nur Stimmen bringen“, schrieb jemand, der nicht gerade sympathisch wirkte. Die Logik ist laut diesen Beiträgen die des Hirtenjungen, der Wolf ruft: Wenn der Wolf alles Mögliche ist, dreht sich niemand um. Das Etikett entwertet sich, und der Bezeichnete gewinnt Spielraum, sich als Opfer einer Hexenjagd darzustellen.

Der Thread ließ auch einen Streifzug durch das Fernseh-Gedächtnis zu. Jemand erinnerte daran, dass Blas Piñar, Anführer von Fuerza Nueva, mehrfach in José Luis Balbíns Sendung La clave teilnahm, darunter eine Debatte über das Tal der Gefallenen im November 1983. Der Vergleich ist unvermeidlich: Wenn TVE in den Achtzigern einen erklärten Rechtsensrecht sendete, welches Tabu ist dann heute die Einladung an Abascal? Die Frage blieb unbeantwortet, schwebte aber über dem gesamten Thread.

Der Riss in der Linken: Zwischen Zensur und Lächerlichkeit

Nicht alle Nachrichten richteten sich gegen den Komiker. Einige verteidigten, dass jemanden, der mit der extremen Rechten flirtet, als Nancy zu bezeichnen, kein Exzess sei, sondern eine Beschreibung. Aber selbst diese Beiträge blieben in der Minderheit. Der Hauptstrom war Spott: „Wer zum Teufel ist dieser Clown, dass er etwas verbieten will?“, fragte einer. Persönliche Herabwürdigung ersetzte das Argument, und der Thread verlor analytische Substanz, um zu einer Aneinanderreihung von Sticheleien zu werden.

Die Episode hinterlässt eine unangenehme Lesart für den, der die Forderung erhob: Statt Abascal zu schwächen, schwächte sie seine eigene Glaubwürdigkeit. Zensur als argumentative Abkürzung hat ihren Preis. Und dieser Preis wurde in diesem Fall in Form kollektiver Häme gezahlt. Die offene Frage ist nicht, ob Abascal ein Nancy ist, sondern ob derjenige, der sein Verbot bei TVE fordert, sich wirklich als Hüter der Demokratie sah. Die Einschaltquoten werden zeigen, ob der Schuss saß oder ob, wie es scheint, ins eigene Bein getroffen wurde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (133 Antworten).

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