Kolumbianische Söldner in der Ukraine: Streit mit Armee über Behandlung

Ein kolumbianischer Söldner liefert sich an der Front ein Gefecht mit ukrainischen Soldaten. Berichte sprechen von 25 Todesopfern und Verdächtigungen auf Friendly Fire bei Rückzugsversuchen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kolumbianische Söldner in der Ukraine: Streit mit Armee über Behandlung
Streit zwischen kolumbianischen Söldnern und ukrainischen Militärs an der Front

Ein Video von mehr als zwanzig Minuten, eine hitzige Diskussion mit ukrainischen Soldaten und ein Vorfall involving Tränengas. Dieses Material hat eine unbequeme Frage ins Zentrum gerückt: Was passiert, wenn jemand, der für das Schießen bezahlt wurde, feststellt, dass seine Vorgesetzten ihn als Hindernis betrachten? Die Anschuldigung des kolumbianischen Söldners ist eindeutig: Die Söldner sind es leid, wie Müll behandelt zu werden, so die Schilderung, die er direkt an die Militärs richtet. Und dies ist kein Einzelfall. Manche behaupten, dass Zusammenstöße zwischen ausländischen Kämpfern und regulären ukrainischen Truppen schon lange vor dem Beginn der Massenschlächterei stattfanden.

Was geschah zwischen dem kolumbianischen Söldner und den ukrainischen Soldaten?

Die Szene, die den Funken zündete, wird unterschiedlich beschrieben. Manche sehen einen Sprühstoß ins Gesicht; andere eine schwerer verdauliche Geste der Demütigung. Im Video behauptet ein Teilnehmer der Debatte, man sehe deutlich, wie sie „wie Insekten“ behandelt würden. Die genaue Interpretation ist zweitrangig, wenn das Ergebnis dasselbe bleibt: eine offene Konfrontation zwischen zwei Gruppen, die angeblich auf derselben Seite stehen.

Es lohnt sich, den Ausgangspunkt zu betrachten. Dies sind keine regulären Soldaten, die aus Pflichtbewusstsein mobilisiert wurden; es sind angeheuerte Männer mit einem konkreten finanziellen Anreiz und der Erwartung einer anderen Rolle als die des Kanonenfutters. Wenn diese Erwartung auf die Realität der Front prallt, wird der Konflikt nicht militärisch, sondern sozial.

Neid auf eigene Ausrüstung und Plünderungen im Hinterland

Hier liegt der wirtschaftliche Kern der Angelegenheit, der mehr erklärt als jede ideologische Diskussion. Es wird argumentiert, dass erfahrene ausländische Kämpfer mit eigener, hochwertiger Ausrüstung ankamen, besser als die der einfachen Soldaten. Von Neid zu Plünderung ist es nur ein kleiner Schritt. Die kursierenden Berichte beschreiben Diebstähle an der Front sowie im Hinterland, unter dem Vorwand angeblicher Inspektionen oder Materialkontrollen: Die Ausrüstung wird während einer Überprüfung einbehalten und später fehlen Pakete. Das verschwundene Material landet nicht bei Soldaten, sondern in Logistikkanälen, die für den Weiterverkauf bestimmt sind.

Dieses Detail passt zu einem größeren Bild. Jede Armee, die auf unregelmäßiger Versorgung basiert, erzeugt perverse Anreize: Wer sein eigenes Gewehr mitbringt, ist für den Nachbarn eine Chance.

25 anerkannte Tote und der Schatten des Friendly Fire

Die genannte Zahl beläuft sich auf 25 Verluste unter den Söldnern. Auf dieser Zahl baut sich eines der härtesten Argumente auf: Nicht alle starben durch Feindbeschuss. Im Video, gegen Minute 20, wird das Thema der Tode durch Friendly Fire angesprochen, mit einer schonungslosen Lesart: Wer versucht, sich zurückzuziehen, wird „korrigiert“.

Das ist, falls bestätigt, die Linie, die einen schlecht bezahlten Arbeitsvertrag von einer Falle trennt. Die Version, die unter denen kursiert, die dort waren, besagt, dass es faktisch keinen Ausweg aus der Front gibt. Es lässt sich in einem Satz zusammenfassen, der einem argentinischen Veteranen zugeschrieben wird: Du kannst gehen oder bleiben, aber wenn du gehst, bleibst du dort. Eine elegante Art zu sagen, dass man dieses Gelände nur mit den Füßen voraus verlässt.

Von Bachmut zur russischen Fremdenlegion: Die Prognose nimmt Gestalt an

Die am häufigsten wiederholte Analyse deutet auf ein vorhersehbares Ende des Zyklus hin. Einige dieser Kämpfer würden zum Gegner wechseln und sich in russischen Foreign Legions einschreiben, mit einem sehr konkreten Ziel: Rache an denen nehmen, die sie bestohlen und gedemütigt haben. Nicht aus ideologischer Sympathie, sondern zur Begleichung offener Rechnungen. Das ist die Logik des Krieges, wenn er zum Markt wird: Auch Groll kann man heuern.

Gegen diese Lesart steht eine andere, unbequemere und weit verbreitete Sichtweise: Wer sich darauf einlässt, weiß, worauf er sich einlässt. Dass das Video im Grunde eine Warnung an den nächsten ist, der vom Flugzeug steigt. Dass ein Söldner per Definition ein Kriegshund ist und niemand ihm einen roten Teppich versprochen hat.

[Tweet aus dem Thread über den Vorfall]

Der Faktor, den niemand bestreitet: Drohnen

Unterhalb des Streits gibt es ein Element, das Konsens findet. Das Geräusch der Drohnen, dieses Summen, das näherkommt und dessen Herkunft unbekannt ist, bleibt bis zum letzten Tag im Kopf eingebrannt. Ein argentinischer Söldner berichtete davon, der laut Erzählung posttraumatischen Stress aufgrund dieses Geräuschs entwickelte. Seine Warnung war klar und kam vor diesem Vorfall: Es war kein leicht verdientes Geld.

Hinzu kommt ein Muster, das einige Veteranen bereits vor Bachmut beobachteten: Die am besten ausgebildeten ausländischen Kämpfer, die eigene Ausrüstung und Urteilsvermögen mitbrachten, verließen die Front, als die Reibereien mit den regulären Truppen begannen. Übrig blieben diejenigen, die später kamen, mit weniger Erfahrung und weniger Netzwerk.



Der Streit ist gefilmt und das Video kursiert. Was weiterhin offen bleibt, ist die Grundfrage: Wenn eine Armee ihre Angestellten als Verbrauchsmaterial behandelt, warum unterschreiben dann noch Leute? Die Antwort liegt vielleicht nicht in der Ukraine, sondern in einem Markt, in dem Kandidaten nie knapp sind.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (226 Antworten).

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