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KI-Waifus: So werden Instagram-Accounts mit 10.000 Followern verkauft
Nutzer beschreiben, wie man mit KI generierte virtuelle Modelle erstellt, Follower künstlich aufbläst und Accounts für 300 bis 500 Dollar verkauft.
KI-Waifus und aufgeblasene Accounts: 10.000 Trinc, bis zu 500 Dollar
Ein Nutzer beschreibt in einem Forum eine Methode, um virtuelle Modelle mit Künstlicher Intelligenz zu erstellen und die Neugier anderer auszunutzen. Der Ablauf besteht laut seinem Bericht darin, ein weibliches Gesicht per KI zu generieren, es mittels Face-Swap über Tanzvideos von TikTok oder Instagram zu legen, das Ergebnis auf einen neu erstellten Account hochzuladen und darauf zu warten, dass der Algorithmus Traffic bringt. Sobald der Account 10.000 Trinc erreicht hat, wird er zum Verkauf angeboten. Der angebotene Preis liegt bei 300 bis 500 Dollar pro Stück.
So erstellt man ein virtuelles Modell in fünf Schritten
Keine Kamera und keine technischen Kenntnisse nötig. Zuerst wird das Gesicht mit Tools erzeugt, die Flux nutzen, und auf Plattformen wie Sea Art getestet, welches Gesicht den Face-Swap am besten verträgt. Die Suche nach Kandidatinnen erfolgt vom Handy aus, da sich der App-Algorithmus besser an den Konsum des jeweiligen Geräts anpasst. Anschließend werden Videos über Zwischen-Dienste heruntergeladen: musicaldown.com für ein Netzwerk, snapinsta.app für das andere. Der finale Face-Swap geschieht mit vidwud.com oder direkt über Sea Art; manche entfernen danach Wasserzeichen mit speziellen Tools.
Das Ergebnis wird unverändert hochgeladen oder bearbeitet. TikTok bietet die Funktion Autocut, die Vorlagen, Filter und Trend-Musik anwendet. Die Empfehlung ist eindeutig: „Man kann schlampig sein und es einfach so hochladen“. Und es funktioniert.
Ein 12-Sekunden-Short, der im Schnitt 10 Sekunden hält
Die genannten Metriken erklären den Rest. Ein Short von 12 Sekunden sammelte 150 Stunden Wiedergabezeit und 200 Abonnenten in zwei Tagen, mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 10 Sekunden pro Person. Ein anderer erreichte 2.000 Aufrufe pro Stunde – ein Tempo, das früher als gutes Ergebnis für 48 Stunden galt. Die Messlatte hat sich so stark verschoben, dass Zahlen, die kurz zuvor noch beachtenswert wirkten, nun als mittelmäßig abgetan werden.
Der Unterschied liegt nicht im Inhalt, sondern im Account, der ihn veröffentlicht. Derselbe Short, kopiert von einem kleinen Kanal: Das Original erhielt 200 Aufrufe in 8 Stunden; die Kopie schaffte 400 in 30 Minuten. Der Grund, so der Erzähler, sei der Start mit 2.000 versus 60.000 Trinc.
Das Publikum bemerkt die Widersprüche nicht
Hier liegt die verblüffende Erkenntnis. Tattoos erscheinen und verschwinden zwischen den Videos. Frisur und Haarfarbe wechseln. Die Physiognomie des Modells passt nicht von Clip zu Clip. Nichts davon bremst den Konsum, und der Urheber der Methode führt dies auf den Zustand des Zuschauers zurück: Das Publikum achtet nicht auf Details.
Die Paradoxie wird durch Qualitätsinhalte vervollständigt. Wenn ein Skript, eine Geschichte mit Voice-over und etwas Produktion erstellt wird, sieht niemand das Video. Wenn man jedoch einen zufälligen Tanz nimmt, das Gesicht austauscht und den aktuellen Trend-Song hinterlegt, explodiert die Reichweite. Selbst ein Song, der mit synthetischen Stimmen und absurden Texten erstellt wurde und vom Autor selbst als schrecklich beschrieben wird, sammelte schließlich Aufrufe und Likes.
Lohnt sich das? KYC und Regeln bremsen aus
Monetarisierung ist schwierig: Es gibt zwar Technologie dafür, aber laut Bericht kann man das virtuelle Modell nicht für Werbung einsetzen. Die Plattformen verlangen persönliche und steuerliche Daten, sobald Monetarisierung beantragt wird, und zwingen zur Unterzeichnung von Dokumenten für Steuerabzüge in den USA. Ein anderer Teilnehmer merkt an, dass bei Face-Swap-Videos nachgewiesen werden muss, dass die Person im Clip auch den Account verwaltet: Demnach wird KI-generierter Inhalt toleriert; ein fremdes Gesicht auf einem anderen Körper hingegen nicht.
Es kommt noch hinzu. Einige Abonnementdienste für virtuelle Modelle sind aufgrund der Identitätsprüfung blockiert, und es besteht die Angst, dass die Plattform den Kanal jederzeit ohne Vorwarnung deaktiviert. Mit diesen Voraussetzungen fällt die Bilanz ernüchternd aus: Drei virale Videos und fünf, die in zwei Monaten nur 300.000 Aufrufe erreichten, werden als Misserfolg gewertet, besonders wenn man bedenkt, dass kein Euro verdient wird, während die Plattform weiterhin Werbung schaltet.
Wer kauft einen Account mit 10.000 Trinc?
Käufer existieren und stammen oft aus bestimmten Branchen. Ein Teilnehmer behauptet, dass Telegram-Gruppen für Sportwetten Meme-Accounts kaufen, um über Stories Spam für ihr Geschäft zu verbreiten. Andere sehen das Geschäft als Portfolio-Ansatz: zehn Accounts parallel führen, zwei oder drei pro Monat verkaufen, sobald sie die Schwelle überschreiten, und neue zur Ersetzung eröffnen.
Der Reiz ist offensichtlich: Der Verkauf ist der einzige klar dokumentierte Einnahmestrom. Alles andere hängt von Plattformen ab, die ihre Kriterien ändern, von Steuern, die eine Registrierung erfordern, und von einem Publikum, dessen Aufmerksamkeit man mit dem aktuellen Trend-Song kaufen kann. Eine vollständige Rentabilitätsberechnung, inklusive Tool-Kosten und Arbeitsstunden, fehlt in den verfügbaren Materialien.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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