KI bedroht technische Berufe: Eine Warnung, die niemand hören will
Es gibt eine offene Debatte darüber, ob die künstliche Intelligenz technische Berufe, die bisher als sicher galten, entwerten wird. Der Ausgangspunkt ist eine ungeschönte Warnung: Sobald ein System alle mathematischen Möglichkeiten, sämtliche Codes und alle technischen Informationen kontrolliert, wird es in einer Minute lösen, wofür ein ganzes Büro einen Monat benötigt. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Die Ersten, die fallen würden, wären ausgerechnet diejenigen, die sich über den Bildungsstand anderer lustig machen.
Die These ist in ihrer Form nicht neu, wohl aber in ihrer Geschwindigkeit. Es ist nicht von zwei Jahrhunderten die Rede, sondern von nur wenigen Jahren. Das zugrunde liegende Argument ist wirtschaftlich: Wenn Denkprozesse automatisiert werden können, ohne in teure Robotik zu investieren, wird das Kapital dies tun, sobald es kostengünstiger ist.
Was über Ingenieure und KI gesagt wird
Der Kern der Warnung ist, dass die meisten Ingenieursberufe nicht darin bestehen, etwas Neues zu erfinden, sondern Dinge zu warten und zu reproduzieren, die bereits existieren. Unter dieser Prämisse könnte die KI in Sekunden erledigen, wofür Tausende von Menschen einen Monat brauchen. Der Vergleich, der hier angeführt wird, ist der mit der Dampfmaschine: Niemand konnte damals erahnen, was folgen würde.
Die am häufigsten gehörte Antwort darauf ist, dass KI kein vollautomatischer Computer ist, sondern ein kostengünstiger Multiplikator für die Arbeitskraft. Das Werkzeug macht dich nicht wertvoll, sondern das Urteilsvermögen, so lautet eine der meistbewerteten Aussagen. Ein Ingenieur, der nur ein bestimmtes Programm bedienen kann, befindet sich auf demselben schmalen Grat wie ein Verwaltungsangestellter, der nur Tabellen ausfüllt.
Es gibt ein drittes Argument, das den Apokalypse-Szenarien etwas entgegenwirkt: Außerhalb des Internets ist die KI bedeutungslos. Die Integration von Anlagen, Infrastrukturen und Ausrüstungen mit der digitalen Welt verläuft langsam. Projekte werden seit Jahren mit spezialisierter Software erstellt, in die Daten unter Kenntnis der Zusammenhänge eingegeben werden müssen. Und dann ist da noch die Feldarbeit: Messungen, Auftragsvergabe, Lizenzen, Besprechungen, Wetterbedingungen. All das kann ein Modell nicht abdecken.
Die Kosten für den Ersatz qualifizierter Fachkräfte
Das Szenario, das sich abzeichnet, ist das eines Unternehmens, das kalkuliert und feststellt, dass ein automatisiertes System nur die Hälfte kostet. Entlassungen würden ohne Vorwarnung erfolgen, mit dem Argument, dass der neue Computer dasselbe für weniger Geld erledigt. Die Antwort darauf ist, dass er nicht dasselbe tun wird: Er wird Dinge unendlich schneller und leistungsfähiger erledigen – vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einer Brieftaube und einer Glasfaserleitung.
Das Problem dieser Kalkulation ist, dass sie den nicht-technischen Teil der Arbeit ignoriert. Kundenaufträge entgegenzunehmen, Anforderungen in Code zu übersetzen und die Verantwortung zu übernehmen, wenn Fristen nicht eingehalten werden, sind Aufgaben, die sich nicht leicht automatisieren lassen. Und es wird immer jemanden brauchen, dem man die Schuld geben kann, wenn der Vertrieb etwas Unmögliches versprochen hat.
Auswirkungen auf Beschäftigung und Löhne
Die Diskussion verlagert sich auf die Verteilung des Reichtums. Es wird behauptet, dass sich das Kapital weiter konzentrieren wird, dass multinationale Konzerne fusionieren und die Produktion dorthin verlagert wird, wo Energie am günstigsten ist, mit robotergestützten Prozessen im Dauerbetrieb. Das Ergebnis wäre eine sehr kleine Elite und eine verarmte Mehrheit.
In diesem Kontext erscheint das bedingungslose Grundeinkommen (renta básica universal) für die einen als logischer Ausweg und für die anderen als Kapitulation. Arbeiten ist etwas für Unfähige und Zeitverschwendung, heißt es manchmal sogar scherzhaft. Die Antwort von der Gegenseite lautet, dass staatliche Almosen nur etwas für Linke seien – bis die Not am größten ist und man sie dann doch anfleht.
Einige gehen noch weiter und behaupten, dass die KI nicht nur Arbeitsplätze vernichten, sondern auch Belästigung und Manipulation vervielfachen wird. Die Möglichkeit, gefälschte Bilder realer Personen zu generieren, eröffnet ein Szenario von Missbrauch, das es zuvor nicht gab. Dies ist die am wenigsten diskutierte Seite des Fortschritts.
Der Punkt, an dem die Analyse stockt
Die Diskussion ist nicht abgeschlossen. Die einen glauben, dass die KI nur ein weiteres Werkzeug ist und dass technische Arbeit weiterhin existieren wird, weil jemand die Brücke abzeichnen muss. Andere behaupten, dass dieses Vertrauen dasselbe ist, das die Näherinnen hatten, als die Nähmaschine aufkam. Das Einzige, was verifizierbar ist, ist, dass die Technologie gerade erst begonnen hat und niemand weiß, wie schnell sie voranschreiten wird. Das wiederkehrende Datum ist 2030, aber es ist eine Intuition, kein Fakt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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