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KI imitiert Reverte und Gala: Kreativberufe in Gefahr
ChatGPT ahmt Stile von Reverte, Gala oder Larra nach. Dobladores, Illustratoren und Drehbuchautoren berichten bereits von Auftragsrückgängen.
ChatGPT imitiert Reverte, Gala und Larra: Die Kreativbranche zittert
Ein populärwissenschaftliches Buch, neu geschrieben im Stil von Mariano José de Larra. Ein Forennutzer berichtet, dass die Maschine zwei Kapitel durchhält und im dritten stehen bleibt. Diese Anekdote kursiert unter Schriftstellern und spiegelt die Stimmung der Kreativbranche wider. Generative KI imitiert in Sekunden Stile, für deren Erwerb man früher Jahre brauchte, stolpert aber auch auf verwirrende Weise. Es wird nicht mehr diskutiert, ob ChatGPT wie Arturo Pérez-Reverte oder Antonio Gala schreiben kann. Diskutiert wird, wer einen Menschen dafür bezahlt.
ChatGPT imitiert bereits Reverte, Gala und Paulo Coelho
Die Fähigkeit der Maschine, fremde Stimmen zu kopieren, löste die Debatte aus. Ein eigener Text über aktuelle spanische Themen wird durch ChatGPT mit einem einfachen Prompt in reverbische Prosa umgewandelt. Dieselbe Operation erzeugt Versionen im Stil von Antonio Gala, James Cameron, Paul Verhoeven, Quentin Tarantino oder Platon. Das Ergebnis kann über ganze Absätze hinweg überzeugend klingen. Bis man es langsam liest. Dann treten die Nähte hervor: wiederholte Wendungen, eine unpersönliche Stimme, das Gefühl, vor einem glänzenden, aber hohlen „Industriebrötchen“ zu stehen.
Synchronsprecher, Illustratoren und Drehbuchautoren: Die Arbeitslosigkeit kommt
Der Schlag ist nicht theoretisch. Einige Analysen behaupten, dass Sprachgeneratoren viele Synchronsprecher ihre Aufträge kosten, wobei Fabián C. Barrio oft als Beispiel dient. Bei Illustrationen nutzen kleine Gemeinden KI für Festplakate und umgehen öffentliche Ausschreibungen; im Comic sieht man ein Potenzial für fast unbegrenzte Inhalte ohne Lizenzkosten. Übersetzer sind seit Jahren im Niedergang begriffen und werden nun direkt an den Rand gedrängt. In Hollywood werden laut dieser These Drehbuchautoren entlassen, weil einer reicht, wo früher zehn nötig waren. Das Ergebnis seien schlecht bezahlte Techniker und Vetternwirtschaft.
Hat die Fotografie wirklich die Malerei getötet?
Historische Vergleiche strukturieren die Diskussion. Eine Seite argumentiert, dass Kameras keine Maler eliminierten, Druckereien keine Schreiber beendeten und CGI keine traditionellen Effekte ersetzte: Alles passt sich an, nichts stirbt. Die andere Seite hält dagegen, dass die Fotografie die Arbeit der Porträtmaler schlagartig auslöschte, woraufhin sich die Malerei in Avantgarde und Design flüchtete. Dies sei der einzige bekannte Fall, in dem eine Maschine Künstler bloßstellte. Und jetzt ist das Tempo anders: gemessen in Monaten statt Jahrzehnten.
Literatur als Willensakt, den keine Maschine unterschreibt
Dem Pessimismus steht eine Verteidigung gegenüber, die nicht auf Nostalgie basiert. Literatur entstand unabhängig von der Industrie und hing nie von ihr ab: Sie ist die Materialisierung eines individuellen Willens, den keine Maschine nehmen kann, solange jemand etwas zu sagen hat. Autoren, die nur für Geld schreiben, mögen rar werden, aber nicht jene, die schreiben müssen, um es zu erzählen. Hinzu kommt ein nüchterneres Argument: Das Publikum konsumiert das Werk, nicht dessen Autorschaft. Wer keinen Unterschied zwischen einem Artikel von Francisco Umbral und einem maschinellen Text erkennt, wird auch kein Zertifikat der Menschlichkeit verlangen.
99 % schrieben schon vor der KI nicht gut
Vielleicht ist die unbequemste Schlussfolgerung die unspektakulärste. Manche behaupten, dass nicht einmal 1 % der Bevölkerung korrekte Texte verfassen kann – und daran hat keine Maschine etwas geändert. Leseträgheit und Defizite im Textverständnis gab es vorher. Wenn überhaupt, hat die KI beschleunigt, was ohnehin feststand: Gute Bücher sind heute selten und waren es immer. Was sich verschoben hat, ist die Standardarbeit, die nach Muster und ohne Unterschrift erledigt wird. Dort entscheidet nicht die Qualität über Substitution, sondern die Rechnung.
Mit diesen Grundlagen lautet die Frage nicht mehr, ob eine Maschine besser schreiben kann als ein Mensch. Sondern ob jemand bereit ist, die Differenz zu bezahlen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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