KI entwickelt sich exponentiell, während der menschliche Fortschritt linear verläuft

Menschlicher Fortschritt schreitet linear voran, KI exponentiell: Zwischen der Angst vor radikalem Wandel und der Skepsis, dass Supermarktkassen nach wie vor von Menschen bedient werden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

KI entwickelt sich exponentiell, während der menschliche Fortschritt linear verläuft
KI schreitet vertikal voran; die Welt bewegt sich geradlinig

Künstliche Intelligenz schreitet exponentiell voran, doch die Supermarktkasse bleibt. Seit einem Jahrzehnt ist die Kassiererin durch eine Maschine ersetzbar, doch sie steht noch immer da, scannt die Milchpackung und wünscht einen guten Nachmittag. Im selben Gespräch koexistieren die Warnung, dass künstliche Intelligenz alles in kürzerer Zeit verändern wird, als wir glauben, und die empirische Tatsache, dass der am leichtesten automatisierbare Job im Viertel weiterhin von einer Person ausgeübt wird. Beides ist gleichzeitig wahr, und daraus entsteht der ganze Lärm.

Die Ausgangsthese ließ keinen Spielraum: menschlicher Fortschritt ist linear und der der KI exponentiell, mit Billionen an Investitionen, die die Maschine so schnell wie möglich antreiben. Die Schlussfolgerung nach diesem Ansatz lautet, dass es egal ist, welche Pläne man für die eigene Zukunft oder die seiner Kinder hat, denn die Welt, wie wir sie kennen, wird sich radikaler verändern, als angenommen. Selten hat eine so kurze Warnung so viele Reaktionen und so wenig Einigkeit ausgelöst.

Der eigentliche Durchgangspunkt ist ein anderer. Fast niemand bestreitet, dass die Technik voranschreitet. In Frage gestellt wird nur, ob dieser Fortschritt rechtzeitig kommt, um Gehälter, Hypotheken oder die Schule der Kinder zu beeinflussen.

Warum ist die Supermarktkasse noch nicht automatisiert?

Weil der Ersatz nicht rentabel oder nicht erwünscht ist, so die skeptischste Strömung. Das Beispiel wiederholt sich: Es gibt Jobs, die seit Jahren mit einer Maschine erledigt werden könnten, doch sie verbleiben in menschlichen Händen. Die Supermarktkassiererin ist seit einem Jahrzehnt ersetzbar und steht noch immer da. Der U-Bahn-Fahrer, der nur beschleunigt und bremst, ist ebenfalls nicht nach Hause geschickt worden.

Ein Gegenbeispiel durchbricht die Lähmung: die Linie 9 der U-Bahn Barcelona fährt seit Jahren automatisiert und laut Nutzern ohne Störungen. Die Automatisierung schreitet nicht in allen Sektoren gleich voran. Sie hat sich auf repetitive Aufgaben und solche konzentriert, die keine physische Präsenz oder Kundenkontakt erfordern.

Daraus ergibt sich eine unangenehme Prognose für die Büro-Mittelklasse: Die fragilsten Jobs wären nicht in der Montage, sondern im Büro. Eine Kassiererin belegt kein Büro, verursacht keine eigenen Klimaanlagekosten und trägt keine Ladenmiete, zudem kann sie Ware nachfüllen. Administrative Arbeit hingegen häuft feste Kosten und Funktionen an, die eine Maschine mühelos repliziert. Wer das Urteil fällt, ist sich klar: Als Erstes werden die White-Collar-Arbeiter fallen.

KI denkt nicht: Sie rechnet, und kommt stark zensiert

Hier klafft eine weitere Lücke. Ein Teil vertritt die Ansicht, dass künstliche Intelligenz nicht als solche existiert: Es sind Datenmodelle, Statistik im großen Maßstab, und das mit Intelligenz zu verwechseln, sei der grundlegende Fehler. Aus dieser Perspektive ist die Rede von einer Maschine, die eigenständig entscheidet, Science-Fiction mit Budget.

Dazu kommt die Kritik am Filter. Es wird argumentiert, dass aktuelle Modelle so stark eingeschränkt sind, dass sie schlechter abschneiden als frühere: die Version von vor einem Jahrzehnt war leistungsfähiger, heißt es manchmal. Und man erinnert sich, dass die vorherige Fieberphase, die der digitalen Vermögenswerte, die alles verändern würden, innerhalb eines Jahres abgeklungen ist. Die am häufigsten genannte Prognose unter Skeptikern ist nicht der Aufstand der Maschinen, sondern das Vergessen: In einem Jahrzehnt wird niemand mehr von diesen Geräten sprechen.

Kann eine Maschine eigenständig entscheiden, dass jemand überflüssig ist?

Das ist die Frage, die das Technische vom Ethischen trennt. Einige antworten, dass eine Maschine, die an der Börse handelt, fährt oder fliegt, bereits folgenschwere Entscheidungen trifft, und das Problem sei nicht das Bewusstsein, sondern das Fehlen sarracena Bremsen: Sie vergibt nicht, bereut nicht, zweifelt nicht. Dagegen wird erwidert, dass so zu handeln keine Intelligenz, sondern vordefinierte Programmierung sei. Wie wir, spotten einige.

Die technische Kuriosität, die hier oft auftaucht, ist die Abschirmung: Militärelektronik wird hergestellt, um elektromagnetischen Impulsen zu widerstehen, was daran erinnert, dass Technologie auch entworfen wird, um sich selbst zu überleben. Ein relativer Trost für alle, die befürchten, dass das System abschaltet und alles andere mit sich reißt.

Von künstlicher Intelligenz zur Zivilisation Stufe 5

Die andere Seite hält nicht zurück. Die meist wiederholte Idee ist, dass die Menschheit Jahrhunderte oder Jahrtausende brauchte, um eine Entwicklungsstufe zu erklimmen, und dass mit KI die Stufen wie eine Rakete hochgezogen werden. In weniger als einem Jahrhundert könnte man eine Zivilisation Stufe 5 erreichen, wenn diese geometrische Pogre anhält. Vorsicht, warnen sie.

Von dort zum Transhumanismus ist ein Schritt, der ohne Komplexe gegangen wird. Das Bewusstsein auf einen Roboter zu übertragen und es die Sonne erforschen zu lassen, Implantate, um die Grenzen des Körpers zu überwinden, oder die Erinnerung, dass selbst Milliardäre heute nicht vor Unfällen gefeit sind, die sie außer Gefecht setzen. Die spitzfindigste Antwort fasst den Skeptizismus zusammen: Eine Ewigkeit in einer Dose Thunfisch gefangen zu sein, scheint kein guter Lebensplan zu sein.

Und was sollen Kinder dann eigentlich lernen?

Die Bildungsfrage ist die einzige, die niemand bestreitet. Man erinnert sich, dass die in den Siebziger- und Achtzigerjahren Geborenen für eine Zukunft vorbereitet wurden, die nur in der Gegenwart jener Zeit existierte, nicht für die, die tatsächlich eintrat. Jetzt ist der Zweifel derselbe bei den Kindern, die heute Latein oder Mathematik lernen: Wenn die Formel einmal versagte, garantiert niemand, dass sie ein zweites Mal funktioniert.

Demgegenüber die geografische Korrektur: Einige weisen darauf hin, dass diese Revolution in Teilen Pakistans oder in Amazonas-Gemeinden ihr Leben, wie sie es kennen, nicht verändern wird. Draußen gibt es wenig Matrix.



Die einzige Zahl, die niemand bestreitet, ist die Investition: Billionen, ohne Pause. Die, die niemand zu nennen wagt, ist das Datum. Die meist zitierte Version datiert Sam Altmans Austritt aus seinem Unternehmen kurz nach der Ankündigung eines unvorhersehbaren Fundes, der angeblich 2024 sichtbar werden sollte. Das Ergebnis steht noch aus, und die Kassierin grüßt weiter.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (121 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver