Khamenei bezeichnet Gleichberechtigung als „zionistische Verschwörung“

Spanien verzeichnete 2020 493.776 Todesfälle; Iran 467.840 bei doppelter Bevölkerungszahl. Die Alterung erklärt die Diskrepanz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien und Iran: Sterblichkeit und Altersstruktur

Spanien beerdigt mehr Menschen als Iran, obwohl es nur halb so viele Einwohner hat. Im Jahr 2020 wurden in Spanien 493.776 Todesfälle registriert, mit einer Sterberate von 10,40‰. Iran, mit fast doppelt so vielen Einwohnern, kam auf 467.840 und eine Rate von 5,57‰. Dieses Paradox wiederholt sich bei jedem Vergleich der beiden Länder und lässt zwei Lesarten zu: die gesundheitliche und die demografische. Die letztere, weit weniger dramatische, ist diejenige, die der Prüfung standhält.

Warum verzeichnet Spanien mehr Todesfälle als Iran bei halber Bevölkerung?

Wie in der Debatte angemerkt wird, hat die Antwort eher mit dem Alter als mit der Qualität der Krankenhäuser zu tun: 20 % der 47 Millionen Spanier sind über 65 Jahre alt, verglichen mit 6 % unter den 84 Millionen Iranern. Im Jahr 2021 verzeichnete Iran 546.122 Todesfälle und Spanien 450.744, laut denselben Daten.

Die Schlussfolgerung aus den Daten ist weniger angenehm. Wir haben eine Generation ohne generationsübergreifenden Ersatz hinter uns, und die Altersstruktur verengt sich unten. Man sollte das Symptom nicht mit der Ursache verwechseln: Das Land stirbt nicht mehr, weil es schlechter ist, sondern weil es älter ist.

Was sagte Khamenei zur Geschlechtergleichstellung?

Der iranische Oberste Führer, Ali Khamenei, beschrieb die Geschlechtergleichstellung als „zionistische Verschwörung“ und betonte die Rolle der Frau als „Mutter, Ehefrau und Hausfrau“, während eines Auftritts zum Jahrestag der Geburt der Tochter des Propheten Mohammed. Er beschuldigte zudem den Westen, „Frauen zur Ware und zum Objekt der Befriedigung zu machen“.

Die Botschaft ist nicht neu, kommt aber in einem Moment maximaler öffentlicher Aufmerksamkeit und funktioniert wie ein umgekehrter Spiegel: Dort wird das, was hier als Errungenschaft gilt, als Bedrohung dargestellt. Jedes Land projiziert seine eigene demografische Angst auf das andere.

Irans Geburtenrate passt nicht zur Erzählung

Iran hat eine Fruchtbarkeitsrate von 1,70 Kindern pro Frau (2023), unterhalb des Ersatzniveaus und nicht weit entfernt von der spanischen. Der Diskurs, der es als geburtenfreundliches Paradies verkauft, kollidiert mit dieser Zahl. Im finanziellen Bereich erreichte die iranische Staatsverschuldung 2019 248,525 Milliarden Euro, nach einem Anstieg von 71,169 Milliarden in einem einzigen Geschäftsjahr: Auch die Theokratie entkommt der Arithmetik der Verschuldung nicht.

Einige behaupten, dass das Land, das dem externen Druck am besten widersteht, eine akzeptable Geburtenrate aufrechterhält; die vorsichtigere Berechnung antwortet, dass Druck und Fruchtbarkeit zwei verschiedene Variablen sind und sie zu vermischen Betrug ist.

Von Carrero Blanco zum Schah: Die Bombe, Kissinger und die Nachfolge

Ein Teil der Analyse greift auf die jüngere Geschichte zurück, um die Gegenwart zu erklären: Admiral Carrero Blanco teilte Henry Kissinger das Projekt Islero – den Plan, Spanien mit einer Atombombe auszustatten – einen Tag vor seinem Tod durch einen Bombenanschlag mit. Daraus entsteht die These, dass König Juan Carlos I. das funktionale Äquivalent des Schahs von Persien war: eine Figur, die die sichtbare Macht konzentriert, um sie ohne offenen Konflikt entfernen zu können.


Der Vergleich hat erzählerischen Reiz und historische Lücken, erfasst aber eine gemeinsame Intuition: Länder werden als Spielsteine verwaltet, nicht als Subjekte.

Migration und Ersatz: Was eine Seite stützt

Eine Strömung der Meinung vertritt, dass Spanien einem demografischen Angriff ausgesetzt ist und Migration als Ersatz für verlorene Geburten dient; eine andere antwortet, dass vom „Ersatz“ zu sprechen eine unbegründete Metapher ist und die einzige echte Dringlichkeit die Alterspyramide sei. Ein Teilnehmer nutzt als Argument die Berechnung, dass Afghanistan die jährlichen Geburten um das 5,5-Fache und Pakistan um das 20-Fache erhöht.

Tatsächlich braucht die demografische Diagnose keine Adjektive, um ernst zu sein.



Mit diesen Unterschieden scheint die Schlussfolgerung offensichtlich: Wer Kinder hat und langsamer altert, gewinnt. Welche der beiden Dinge kann man im Büro entscheiden, und welche nur im Schlafzimmer? Diese Frage bleibt unbeantwortet.

Quellen: datosmacro.expansion.com, infobae.com, elpais.com, elmundo.es​

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (106 Antworten).

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