Katalanisch wird aus Ressentiment gesprochen, so die Debatte

Debatte über das Katalanische: tatsächlicher Gebrauch, Immersionsunterricht und Sprachpflicht im öffentlichen Dienst.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Katalanisch wird aus Ressentiment gesprochen, so die Debatte
Katalanisch: Die Sprache des Ressentiments

Das Katalanische ist die einzige Regionalsprache, die in städtischen Gebieten aus Abneigung gegen das Spanische gesprochen wird. Dies ist die These, die den Diskurs eröffnet: Weltweit werden Regionalsprachen angeblich nur von der Landbevölkerung oder älteren Menschen gesprochen und sind im Rückgang begriffen; in Katalonien hingegen werden sie aus der Stadt heraus verteidigt. Die folgende Diskussion dreht sich nicht um Philologie, sondern darum, warum eine Sprache zum politischen Schlachtfeld wird und wer dabei gewinnt oder verliert.

Worüber debattiert man, wenn es um Katalanisch geht?

Der Ausgangspunkt ist eine Provokation: Das Katalanische wäre die Ausnahme von der Regel, dass Regionalsprachen nur auf dem Land überleben. Die häufigste Antwort kehrt das Argument um: Wer das Katalanische verachtet, spricht oft selbst eine regionale Sprache Kastiliens und nicht Englisch, der Sprache der Wissenschaft und Technologie. Der Vergleich mit dem Englisch taucht mehrfach auf: Sein Gewicht rühre nicht daher, dass es aus London stammt, sondern weil es universell sei, und dieses Kriterium entkräftet jede Hierarchie zwischen Sprachen.

Manche gehen noch weiter und behaupten, das Katalanische sei komplexer als das Kastilische, was eine angeblich höhere Intelligenz der Katalanen und ihre Rolle als Wirtschaftsmotor erklären soll. Dieses Argument hält nicht stand: Spanisch ist komplexer als Englisch, und Baskisch ist komplexer als beide. Grammatische Komplexität misst nichts.

Sprachimmersion und tatsächlicher Gebrauch auf der Straße

Die offizielle Darstellung besagt, dass Katalonien eine vollwertig zweisprachige Gesellschaft sei. Die geteilten Erfahrungen deuten jedoch darauf hin, dass in Barcelona weniger Katalanisch gesprochen wird, als die Statistik suggeriert, während in kleinen Ortschaften standardmäßig Katalanisch verwendet wird, wobei man aus Höflichkeit zum Spanischen wechselt, wenn Nicht-Katalanen anwesend sind. Wer auf dem Land aufgewachsen und in die Hauptstadt gezogen ist, beschreibt den Kulturschock: vom täglichen Katalanisch zu einer Umgebung, in der Spanisch dominiert.

Nach dieser Lesart würde der schulische Immersionsunterricht den Trend nicht umkehren: Jugendliche nutzen außerhalb der Familie überwiegend Spanisch, und Katalanisch bleibt die Häusliche Sprache. Der wiederkehrende Befund ist, dass die Sprache vor allem bei Muttersprachlern Bestand hat und verloren geht, sobald man diesen Kreis verlässt.

Katalanisch als Verwaltungsvoraussetzung

Hier hört das Thema auf, kulturell zu sein, und wird ökonomisch. Katalanisch ist nicht nur offiziell anerkannt: Es ist zur fast ausschließlichen Voraussetzung im katalanischen öffentlichen Dienst geworden, was den Zugang zu Beamtenstellen faktisch auf diejenigen beschränkt, die die Sprache beherrschen. Die genannte Konsequenz ist doppelt: Sie garantiert die Besetzung von Stellen mit Gesinnungsgenossen und filtert Bewerber ohne Sprachkenntnisse aus, unabhängig von ihrer fachlichen Qualifikation.

Dies ist das am häufigsten wiederholte Argument im letzten Teil der Diskussion: Die Sprache als Instrument für die Verteilung öffentlicher Arbeitsplätze und Subventionen, nicht als Kulturerbe. Die genannten Zahlen beziehen sich auf Jahrzehnte der Immersion und der mit Steuergeldern finanzierten Sprachpolitik, ohne dass dies zu einem größeren gesellschaftlichen Gebrauch führt.

Der arabische Ursprung des Spanischen und der Etymologiekrieg

Eine der kuriosesten Wendungen der Debatte ist die Liste arabischer Wörter, die Spanisch und Katalanisch teilen: Alkohol, Algebra, Kissen (almohada), Reis, Zucker, Öl, Bürgermeister (alcalde), Maurer (albañil), Zoll (aduana), Werft (atarazana). Die daraus gezogene Schlussfolgerung lautet, dass das Spanische einen größeren Wortschatz aus dem Arabischen übernommen habe als das Katalanische, was jeden Anspruch auf Reinheit oder Überlegenheit widerlege.

Die Reaktion ist vernünftig: Acht Jahrhunderte muslimischer Präsenz auf der Iberischen Halbinsel haben in allen Sprachen lexikalische Spuren hinterlassen, und die Übernahme von Lehnwörtern macht eine Sprache nicht minderwertig. Die etymologische Kontroverse erweist sich letztlich als Umweg, um über etwas anderes zu sprechen: Wer zuerst kam und wer welches Recht geltend machen kann.

Ressentiment als Erklärung und Ausrede

Die These des Ressentiments funktioniert in beide Richtungen. Man sagt, Katalanisch werde aus Groll gegen das Spanische gesprochen, und man entgegnet, der Groll liege bei denen, die die Sprache des anderen abwerten müssen, um sich spanisch zu fühlen. Das Ergebnis ist ein Austausch, in dem Philologie kaum eine Rolle spielt und Identität alles bestimmt.

Das vorhersehbare Ende ist, dass die Sache nicht durch Daten gelöst wird, weil nicht mit Daten diskutiert wird. Die Prognose, unter Vorbehalt: Solange die Sprache Zugangsvoraussetzung zur Verwaltung und politisches Druckmittel bleibt, wird die Debatte nicht abflauen. Und solange sich der tatsächliche Gebrauch auf der Straße nicht ändert, bleibt das Ressentiment die bequemste Erklärung für beide Seiten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (148 Antworten).

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