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Kanadischer Scharfschütze Wali kehrt aus der Ukraine zurück – nach nur zwei Schüssen
Wali, der kanadische Scharfschütze, der in die Ukraine ging, kehrt nach nur zwei abgegebenen Schüssen nach Hause zurück und gesteht seine Enttäuschung über die internationale Legion.
Scharfschütze Wali kehrt aus der Ukraine zurück – nach nur zwei Schüssen
Was passiert, wenn ein dekorierter Scharfschütze in einen Krieg kommt und keine Waffen, keine Einsätze und keinen Feind zum Anvisieren vorfindet? Wali, der ehemalige Soldat des Royal 22e Régiment aus Kanada, der dem Aufruf von Präsident Wolodymyr Selenskyj gefolgt war, ist nach zwei Monaten in der Ukraine nach Quebec zurückgekehrt – mit einem unangenehmen Geständnis: Er hat zwei Schüsse abgegeben, und nur zur Einschüchterung. Sein Bericht, veröffentlicht von La Presse, beschreibt eine Wirklichkeit, die weit von der Legende entfernt ist, die um seine Person aufgebaut wurde: fehlende Ausrüstung, improvisierte Einheiten und tiefe Enttäuschung über die Organisation der internationalen Legion.
Der Bericht des Scharfschützen: von der Epik zur Ratlosigkeit
Wali kam Anfang März in die Ukraine, als die ukrainische Regierung die Gründung der Internationalen Legion zur Territorialverteidigung ankündigte. Nach Schätzungen des Scharfschützen selbst meldeten sich mehr als 20.000 Freiwillige an der Grenze. Die meisten kamen jedoch nie an die Front. Er selbst beschreibt einen kafkaesken Prozess, um an eine Waffe zu kommen: „Man musste jemanden kennen, der jemanden kannte, der einem sagte, dass man in irgendeinem alten Friseursalon ein AK-47 bekommen würde“, erzählt er. Munition, die sich hier und da zusammengesucht wurde, Waffen in fragwürdigem Zustand und eine Militärstruktur, die einfach nicht in Gang kam.
Sein letzter Einsatz in der Region Donbass beschleunigte seine Rückkehr. Zwei ukrainische Rekruten krochen unter ihren Decken hervor, um in der Nähe eines Schützengrabens, der dem Feuer russischer Panzer ausgesetzt war, eine Zigarette zu rauchen. Eine hochpräzise Granate detonierte neben ihnen. Wali beschreibt die Szene schonungslos: „Es roch nach Tod, das ist schwer zu beschreiben; ein makabrer Geruch nach verkohltem Fleisch, Schwefel und Chemikalien.“ Sofort begriff er, dass für seine Kameraden nichts mehr zu machen war. Kurz darauf entschied er sich, nach Hause zu fahren.
Die internationale Legion: Illusion, Bürokratie und Fahnenflucht
Der Kommandeur der Normandischen Brigade, der anonym bleiben wollte, bestätigt, dass rund sechzig Kämpfer die Einheit seit Beginn des Konflikts verlassen haben. Manche wollten einen Vertrag unterschreiben, der ihnen Schutz nach den Genfer Konventionen und Absicherung im Verletzungsfall garantierte. Andere hätten laut diesem Kommandeur sogar „geplant“, eine Waffenlieferung im Wert von 500.000 US-Dollar aus den USA zu stehlen, um eine eigene Kampfeinheit aufzubauen.
„Es gibt Typen, die so schnell wie möglich an die Front wollten, ohne auch nur die geringste Sicherheitsüberprüfung“, erklärt der Kommandeur. „Die Ukrainer haben uns auf die Probe gestellt, und erst jetzt beginnen wir, mehr Einsätze zu bekommen.“ Das anfängliche Misstrauen, die mangelnde Koordination und die militärische Bürokratie verwandelten das Erlebnis vieler Freiwilliger in eine Abfolge von Wartezeiten und Frustrationen.
„Der Krieg ist eine schreckliche Enttäuschung“
Wali verbirgt seine Bilanz nicht: „Viele freiwillige Kämpfer erwarten, dass alles fertig ist, aber der Krieg ist das Gegenteil, er ist eine schreckliche Enttäuschung.“ Gemeinsam mit einem weiteren Soldaten aus Quebec mit dem Spitznamen Shadow schloss er sich einer ukrainischen Einheit an, die in der Region Kiew kämpfte. Dort stellte er fest, dass der echte Krieg „ein Krieg der Maschinen“ ist, in dem die ukrainischen Soldaten durch Bombardierungen hohe Verluste erleiden, aber das militärische Fachwissen fehlt, um ihre Chancen zu nutzen. „Hätten die Ukrainer die Verfahren gehabt, die wir in Afghanistan hatten, um mit der Artillerie zu kommunizieren, hätten wir ein Blutbad anrichten können“, stellt er fest.
Trotz allem bereut Wali seine Entscheidung nicht, hinzugehen. „Mein Herz will zurück an die Front. Die Flamme brennt noch. Ich mag das Theater der Operationen. Aber ich habe mein Glück überstrapaziert. Ich habe keine Verletzungen. Ich frage mich: Wie lange kann ich noch würfeln? Ich will nicht verlieren, was ich hier habe.“
Der schwarze Waffenmarkt: die andere Seite des Konflikts
Das Fehlen von Ausrüstung ist nicht nur ein logistisches Problem. Walis Bericht und die Meldungen über gestohlene Lieferungen deuten auf ein breiteres Phänomen hin: die Verbreitung westlicher Waffen in den Händen irregulärer Gruppen. In Spanien fand die Nationalpolizei laut einer Forennachricht einen geladenen Raketenwerfer Instalaza C-90 im Flur der Wohnung eines Drogenkonsumenten in Saragossa. Das Unternehmen Instalaza mit Sitz in derselben Stadt stellt diese Art von Militärmaterial für die Infanterie her. Der Vorfall, so isoliert er ist, veranschaulicht die Risiken eines Konflikts, der die ukrainischen Grenzen bereits überschritten hat.
Die Legende, die zerplatzt
Wali war zu einem Medienikon geworden. Man schrieb ihm unmögliche Taten zu: vom Töten dutzender russischer Generäle bis zur Verursachung tausender Verluste. Seine Rückkehr nach Kanada, unverletzt und mit dem Geständnis, nur zwei Schüsse abgegeben zu haben, hat die Kluft zwischen Propaganda und Wirklichkeit offengelegt. Wie er selbst zusammenfasst: „Es ist ein Krieg der Maschinen“, und er beschloss diesmal, nicht weiterzuwürfeln.
Der moderne Krieg ist nicht immer so, wie er erzählt wird. Manchmal kehrt der berühmteste Scharfschütze der Welt mit zwei abgegebenen Schüssen und einer riesigen Enttäuschung nach Hause zurück. Die Epik bleibt am Ende der Erzählung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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