Ist Kaffee nur eine vorübergehende Mode?
Kaffee wird seit Jahrzehnten getrunken, und dennoch kehren immer wieder dieselben Vorwürfe zurück: Er sei zu bitter, man müsse Zucker hinzufügen, damit er schmecke, oder er diene nur dazu, nervös zu machen. Diese Debatte hat ein genaues Datum, den Juni 2016, und seitdem wurde die Diskussion mehr als einmal neu entfacht. Die ursprüngliche Argumentation hat zwei Seiten: Das Produkt schmecke schlecht, und diejenigen, die es verteidigen, tun dies nur aus Nachahmung, nicht aus Geschmack.
Daraus ergeben sich zwei Fronten, die selten aufeinandertreffen. Die erste betrifft die Gesundheit: Herzrasen, Nervosität, Verdauungsprobleme. Die zweite ist die geschäftliche Seite, auf der Kaffee zu einem Produkt mit identifizierbaren Ursprüngen, variablen Preisen und einem Zubereitungsritual geworden ist, das viele als häusliches Kulturgut verteidigen. Keines von beiden hat die Diskussion beendet.
Ist Kaffee eine Modeerscheinung oder eine fest etablierte Gewohnheit?
Es ist keine Mode, es sei denn, wir akzeptieren, dass Tee in England, Schokolade in der Schweiz oder Bier in Deutschland Moden sind – Vergleiche, die als Antwort auf den Vorwurf des Snobismus ins Umlauf gebracht wurden. Das Argument hat ein grundlegendes Problem: Es verwechselt eine gefestigte Gewohnheit mit einem saisonalen Trend, obwohl Kaffee bereits seit fünfzig Jahren auf den Tischen steht.
Es gibt jedoch einen Teil der Analyse, der tatsächlich ein Element des „Posturing“ (sozialer Selbstdarstellung) zugibt. Kritisiert wird nicht das Getränk selbst, sondern das Narrativ, das es umgibt: jene Ritualisierung in Cafés mit rückverfolgbaren Bohnen, Tastings und technischem Vokabular, die ein Frühstück in eine Identitätsbekundung verwandelt. Das Gebräu der Matrosen, wurde einmal geschrieben, um an seinen wenig glamourösen Ursprung zu erinnern.
Welche Auswirkungen hat Koffein auf den Körper?
Die in der Diskussion zugeschriebenen Wirkungen sind bekannt: Nervosität, Herzrasen und Verdauungsbeschwerden bei empfindlichen Personen. Die Verteidigung, die fast hedonistisch formuliert ist, hält dagegen, dass Kaffee belebt, man beim Trinken zufrieden ist und es sich nicht um eine hochwirksame Droge handelt.
Beides ist vereinbar: In der Debatte wird Koffein als eine sanfte Droge beschrieben, deren Wirkung je nach Dosis, individueller Toleranz und Tageszeit variiert. Es als Gift zu bezeichnen, ist übertrieben; es wie aromatisierte Wasser zu behandeln, ist ignorant. Dazwischen liegt eine Mehrheit, die ihn einfach trinkt, ihm gut tut und nicht darüber schreiben muss.
Zucker, Milch und der Purismus des schwarzen Kaffees
Hier bricht die Diskussion völlig auseinander. Eine Strömung behauptet, dass Zucker im Kaffee so sei, als würde man Ketchup über das Essen geben: Wenn man ihn süßen muss, schmeckt einem der Kaffee nicht. Eine andere entgegnet, dass der Geschmack persönlich sei und die einzige vernünftige Regel diejenige sei, die in der eigenen Tasse funktioniert. Dazwischen erscheinen Kondensmilch, Spirituosen und Stevia als Ersatz – eine Pueblerino an Varianten, die beiden Seiten gleichzeitig recht gibt.
Der Purismus ist in Wirklichkeit nur die neueste Version desselben Posturings, das anfangs kritisiert wurde. Wer schwarzen, konzentrierten Kaffee ohne Zucker verlangt, trinkt nicht etwas anderes als derjenige, der einen Milchkaffee bestellt: Er konkurriert um etwas anderes.
Das Geschäft mit Specialty Coffee: fünf Ursprünge und eine Mühle
Der wirtschaftliche Teil ist derjenste, der sich in der Diskussion als verändert darstellt. Einem Teilnehmer zufolge hat der Lebensmitteleinzelhandel sein Sortiment mit Specialty Coffee aus Mexiko, Kolumbien, Äthiopien, Kenia und Brasilien erweitert, in ganzer Bohne oder gemahlen, zu Preisen, die mit klassischen Marken konkurrieren. In seinem Bericht wählt der Konsument nicht mehr zwischen Kaffee oder Milchkaffee, sondern zwischen verschiedenen Ursprüngen.
Hinzu kommt die Haushaltsausstattung: Stahlkegelmühlen mit Einstellung der Mahlgrad, French Press, die mehr Wasser und weniger Dosis als die italienischen Moka-Kannen benötigen, die ein volles Maß verlangen. Eine Haushaltsausgabe, die nicht zur These der vorübergehenden Mode passt: Die Gewohnheit hat, falls sie eine war, am Ende ein breites Sortiment generiert.
Von der Meinungsverschiedenheit zur Abwertung
Was als Meinung über einen Geschmack begann, endete, wie fast alles, in einem Austausch von Etiketten. Auf der einen Seite standen diejenigen, die Kaffee trinken, um anzugeben; auf der anderen diejenigen, die Bitterkeit nicht ertragen können und daher – so wurde argumentiert – nicht erwachsen seien. Es gab sogar Leute, die das Gespräch auf die Ebene der Männlichkeit führten und die Ablehnung von Bitterkeit mit einem angeblichen Mangel an Virilität verbanden. Keine dieser Etiketten beschreibt jemanden konkret und keine liefert einen Fakt.
Das Ergebnis ist ein Gespräch, das sich selbst nährt: Die Antwort erzeugt die Gegenantwort, und das Thema schreitet weniger voran als ein aufgewärmter Kaffee. Es geht so weiter.
Im Grunde bleibt eine Uneinigkeit, die keine der beiden Seiten zu bewegen vermochte. Die einen sehen in jeder Tasse ein aufgezwungenes Ritual; die anderen den besten Moment des Tages; einige direkt ein Getränk, das mit Spirituosen gesüßt wird und keine Diskussion zulässt. Die Kontroverse wurde später wiedereröffnet, ohne dass jemand das Lager gewechselt hätte. Das ist das, was Gewohnheiten ausmacht, die nicht davon abhängen, recht zu haben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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