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Jury verurteilt Angeklagte im Mordfall Cortegada
Ein Geschworenengericht in Spanien hat eine Frau im Mordfall Cortegada einstimmig schuldig gesprochen, während die Staatsanwaltschaft die Haftstrafe senkte.
Das Geschworenengericht (Tribunal del Jurado) hat eine Frau einstimmig des Mordes schuldig gesprochen. Sie hatte einen Mann, den sie über ein soziales Netzwerk kennengelernt hatte, in ihrem Haus in Cortegada getötet, verbrannt und zerstückelt. Die Staatsanwaltschaft, die ursprünglich 18 Jahre Haft gefordert hatte, schloss die Verhandlung in Ourense mit einer Reduzierung des Antrags auf acht Jahre ab. Der Grund: eine unvollständige Haftungsaufhebung (eximente incompleta) aufgrund einer generalisierten Angststörung, einer Zwangsstörung und einer Persönlichkeitsstörung – zwischen schizoaffektiv und Borderline –, die von Forensikern während der mündlichen Verhandlung bestätigt wurden.
Das Urteil bestätigte alle zehn zu prüfenden Punkte. Darunter, dass die Angeklagte dem Opfer während der dreitägigen Zusammenkunft zwischen dem 23. und 24. August 2021 vorsätzlich Beruhigungs- und Antidepressiva verabreichte, ihn mit einem Kissen erstickte und die Leiche anschließend in den Garten brachte, in ein mit Benzin beschleunigtes Feuer legte und die Knochen sowie den linken Fuß am Rand des Hauses vergrub. Das freiwillige Geständnis und die Zusammenarbeit mit der Guardia Civil bei der Suche nach den Überresten wirkten als mildernde Umstände.
Haftstrafe der Staatsanwaltschaft und Grund für die Senkung
Die Anklage vertritt die Auffassung, dass die persönlichen Umstände und der Gesundheitszustand der Angeklagten eine Anpassung der Strafe erfordern. Hinzu kommen das Geständnis, obwohl das Verbrechen vier Monate lang verborgen blieb, sowie die Einzahlung von 10.000 Euro als zivilrechtliche Haftung vor dem Prozess. Die geforderte Entschädigung für die Mutter und die Tochter des Verstorbenen belief sich auf 135.000 Euro, doch die Verhandlung machte deutlich, dass die Verurteilte eine anerkannte Behinderung hat und nicht über die Mittel verfügt, diese zu begleichen.
Das Geschworenengericht lehnte hingegen einstimmig die Aussetzung der Haftstrafe sowie eine Begnadung durch die Regierung ab. Der vorsitzende Richter erklärte das Verfahren für entscheidungsreif, nachdem festgestellt wurde, dass keine der Parteien ihre Schlussfolgerungen änderte.
Der strittige Punkt: psychische Erkrankung oder Vorsatz?
Hier beginnt die eigentliche Uneinigkeit. Eine Analyse vertritt die Ansicht, dass die von den Forensikern bestätigten Störungen nur den Moment des Verbrechens betrafen, nicht aber die anschließende Manipulation und das Verschwindenlassen der Leiche, und dass die Angeklagte wusste, was sie tat und dass es ein Verbrechen war. Eine andere Linie argumentt, dass eine Person mit schwer gestörtem Urteilsvermögen nicht voll verantwortlich für ihre Taten ist, weshalb die strafrechtliche Sanktion gemildert werden könne.
Der Punkt, der die größte Reibung erzeugt, ist die Abfolge: Vergiften, Ersticken und die effiziente Organisation der Leichenvernichtung. Die einen sehen darin eine Planung, die jede Milderung aufgrund von Unzurechnungsfähigkeit ausschließt, während andere daran erinnern, dass es in der Medizin keine objektive Diagnosemethode für psychische Erkrankungen gibt, wie es sie für körperliche Leiden gibt. Diese diagnostische Asymmetrie ist wahrscheinlich der Kern des Problems.
Vergleich mit anderen Fällen und das Tatstraftrecht
Ein Großteil des Unbehagens richtet sich nicht gegen dieses konkrete Urteil, sondern gegen das Muster. Es wird argumentiert, dass ein Mann, der eine über eine Dating-App kennengelernt Frau getötet hätte, eine ganz andere mediale und gerichtliche Behandlung erfahren hätte; als Kontrast werden Verurteilungen wegen sensual Gewalt von über 20 Jahren angeführt. Die verbreitete These lautet, dass das Gesetz auf dem Papier zwar gleich angewendet wird, die Auslegung von mildernden Umständen und Haftungsaufhebungen jedoch variiert, je nachdem, wer auf der Anklagebank sitzt.
Dem gegenüber steht die technische Lesart, die besagt, dass die unvollständige Haftungsaufhebung eine gewöhnliche Rechtsfigur ist und nicht eine Erfindung dieses Falles, und dass ihre Anwendung von forensischen Berichten abhängt, nicht vom Geschlecht des Angeklagten. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und genau darin liegt das Problem: Das Gesetz ist allgemein, seine Anwendung scheint es nicht zu sein.
Der Kontext des Falls: drei Tage, ein Feuer und vier Monate Schweigen
Das Opfer, José María Roldán Zapata, lebte mit seiner Mutter und Tochter in Katalonien. Er reiste nach Galicien, um einige Tage bei der Angeklagten zu verbringen, die er Wochen zuvor in einem Dating-Chat kennengelernt hatte. Die Vermisstenanzeige wurde in Katalonien erstattet, und die Mossos d'Esquadra (die katalanische Regionalpolizei) bestätigten seinen dortigen Wohnsitz. Während des Zusammenlebens kam es zu mehreren Streitigkeiten. Danach folgte das Schweigen: vier Monate, bis die Verdächtige den Beamten den Fundort der Überreste nannte.
Das Geschworenengericht wertete das Geständnis, die Aussage eines Zeugen, der sie in einem Café gesehen hatte, die WhatsApp-Konversationen zwischen beiden sowie die Vermisstenanzeige als Beweismittel. Damit wurden zehn Punkte bewiesen, was zu einem einstimmigen Urteil führte.
Wie geht es nun mit der Strafe und der Entschädigung weiter?
Das Urteil muss noch verfasst werden. Mit dem Antrag auf acht Jahre und den drei bereits seit der Festnahme verbüßten Jahren würde sich die tatsächliche Haftzeit erheblich reduzieren. Die Entschädigung von 135.000 Euro bleibt auf dem Papier bestehen, obwohl die nachgewiesene Zahlungsunfähigkeit der Verurteilten sie zu einer schwer vollstreckbaren Summe macht. Die Familie des Opfers würde höchstens die hinterlegten 10.000 Euro erhalten.
Es bleibt abzuwarten, ob das Gericht der Darstellung der Geschworenen vollständig folgt oder die rechtliche Bewertung präzisiert. Angesichts der Faktenlage führt jeder Weg zu einer rechtskräftigen Verurteilung und einer kurzen Haftzeit. Was das Urteil jedoch nicht lösen wird, ist die grundlegende Frage: Wie viel psychische Störung ist in einem Verbrechen enthalten, das über drei Tage hinweg geplant wurde?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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