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Jugendliche verkaufen 'verschlüsselte' Handys mit Redmi und VPN
Zwei Jugendliche bieten 'verschlüsselte' Handys mit einfacher Redmi-Hardware an. Experten entkräften die Versprechen durch den Vergleich mit Samsung Knox.
'Verschlüsselte' Handys: Ein Redmi, ein VPN und jugendliche Verkäufer
Ein 16-Jähriger und ein 19-Jähriger starteten ein dreitägiges Geschäft mit dem Verkauf von "verschlüsselten" Handys, die "100% Anonymität" versprechen. Das Sortiment ist alles andere als militärisch. Es besteht aus einem Redmi Note 11, einem Samsung Galaxy A32 und einem Redmi Note 7 mit Werkseinstellungen, einem VPN und zusätzlichen Profilen für "mehr Anonymität". Sie nennen es Encrypta2 und werben dort, wo sie können: Messenger, Foren und Videos, sobald zehn Bestellungen eingehen.
Die Präsentation versprach einen Algorithmus, der Daten verschlüsselt, bevor der Empfänger sie mit einem Schlüssel entschlüsselt. Einfach gesagt: Informationen reisen im Code, der Sendungen, Empfang und Speicherung verbirgt. Als Schutz bietet das Paket Verteidigung gegen Malware, Datenlecks, Hackerangriffe, Abhören und mobilen Datenschutz. Auf dem Papier vollständige Anonymität. Auf dem Tisch ein Mittelklasse-Handy mit Standard-Einstellungen.
Was steckt in diesen 'verschlüsselten' Handys?
Der Verkäufer erklärt das Rezept: VPN gegen Tracking, systemseitige Verschlüsselung, zusätzliche Profile zur Identitätsverteilung und eine angebliche "Kommunikationsreichweite", später klargestellt als Satellitenanrufe, die er noch nicht getestet hat und die daher "nicht zu 100% sicher" sind. Für Messaging drei bekannte verschlüsselte Apps: Signal, Dark Mail und Redphone.
Das Hauptverkaufsargument ist, dass das Gerät gespeicherte und gesendete Daten verschlüsselt, sodass USB-Extraktionsversuche geschütztes Material liefern. Es gibt jedoch ein Zeitproblem: Das Produkt existiert noch nicht auf Lager. Die Bestellung für zehn Handys steht aus, daher basiert die versprochene Demo auf Tests am Redmi Note 11 eines Freundes. Vertrauen Sie mir, ich habe es getestet, lautet die implizite Botschaft.
Warum Technikexperten skeptisch sind
Die technische Antwort kam schnell und unmissverständlich. Ein Branchenkenner fasste zusammen, dass dies kaum mehr bietet als Samsung Knox mit einem VPN, also das, was auf den meisten Smartphones vorinstalliert ist. Der Vergleich schmerzt, weil er das angebliche Sicherheitsprodukt auf eine Stufe mit kostenloser Hersteller-Software stellt.
Die USB-Behauptung hielt ebenfalls keiner Prüfung stand: Jedes Handy mit Bildschirmsperre verhindert die Einsicht in Inhalte, sodass dies als Verschlüsselung zu verkaufen bedeutet, eine geschlossene Tür als Tresor anzupreisen. Bezüglich des OS-Basis wurde der Fall Stagefright erwähnt: Ein Fehler, der eine Android-Infektion allein durch eingeschaltetes Gerät und Kenntnis der Nummer ermöglichte. Geräteverschlüsselung stopft keine Lücken im Betriebssystem. Wer mehr will, ergänzte ein anderer Nutzer, sollte Root, LineageOS, null Google-Dienste und Firewalls nutzen.
Wer kauft verschlüsselte Handys unter Zeitdruck?
Das Gespräch wurde interessant und unbequem. Der Encrochat-Fall wurde angesprochen: Netzwerke verschlüsselter Endgeräte, die von Drogenhändlern genutzt wurden und aufgedeckt wurden, als die Polizei die Verschlüsselung kompromittierte, mit dem Risiko, dass Gespräche als Beweis dienen. Laut Berichten waren dies BQ-Handys mit modifiziertem Android, Privatsphäre-Funktionen und Löschfunktionen, aber abhängig von einem zentralen Server: derselbe alte Schwachpunkt.
Ein weiterer Name ist Cellebrite. Wie angemerkt, verwenden spanische Behörden (Guardia Civil, Steuerbehörde, Nationalpolizei) diese israelische forensische Extraktionssoftware, wobei 2,5 Millionen Euro für die Schulung von 60 Beamten in der Geräteanalyse ausgegeben wurden. Zudem verlangen EU-Vorschriften Hintertüren für Messaging-Anbieter, und Prepaid-Karten müssen seit den 11-M-Angriffen per Ausweis identifiziert werden. Jedes Anonymitätsversprechen prallt an dieser Wand ab.
Preis egal ohne Kunden
Der am häufigsten wiederholte kommerzielle Rat war brutal und vernünftig zugleich: Wer wirklich opake Handys braucht, ist es egal, ob sie 200 oder 2.000 Euro kosten; sie kaufen nicht über Werbung, sondern erben sie über Hand-zu-Hand-Zettel. Absolute Diskretion wird nicht beworben. Der Verkäufer gab zu, dass Vertrieb seine Schwäche ist, und dachte, TikTok und Foren würden reichen.
Es gibt Schichten jenseits des Geräts. Kleine Handys lassen sich leicht verstecken und entsorgen, aber letztlich "ist es gesünder, normal auszusehen und ein Tropfen im Ozean der Bedeutungslosigkeit zu sein." Wer auffällt, setzt sich selbst ein Zielmarkierungszeichen. Echte große Fische, so wird angemerkt, nutzen keine speziellen Handys: Sie bezahlen Insider in Gerichten, um Akten zu verzögern.
Angesichts dieses Szenarios ist die Frage nicht, ob das Produkt besser als Knox verschlüsselt. Es ist, wie lange es dauert, bis der erste Kunde auf die harte Tour herausfindet, was er tatsächlich gekauft hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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