JJ Benítez warnt vor Asteroiden-Impakt im August 2027

Der Autor JJ Benítez prophezeit einen Einschlag, falls die NASA nicht eingreift. Kritiker vermissen jedoch wissenschaftliche Daten und Belege.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

JJ Benítez warnt vor Asteroiden-Impakt im August 2027
JJ Benítez und der Asteroid von 2027: Keine Abwehr durch die NASA

In bestimmten Kreisen der alternativen Wissenschaft wird ein Datum großgeschrieben: August 2027. Der Schriftsteller JJ Benítez behauptet, dass in diesem Monat ein Asteroid auf die Erde einschlagen werde, wenn die NASA und das US-Militär dies nicht verhindern. Diese Behauptung, die ohne Orbitalbezeichnung, Parameter oder überprüfbare Quelle wiederholt wird, hat erneut eine alte Debatte entfacht: Warum besteht ein Autor mit jahrzehntelanger Verkaufserfahrung auf einer Vorhersage, die von der astronomischen Gemeinschaft nicht durch öffentliche Daten gestützt wird?

Die überwiegende Reaktion ist Skepsis. Nicht aus blindem Vertrauen in die NASA, sondern weil eine Einschlagsprognose ohne Objektnamen, ohne genaues Datum und ohne veröffentlichte Berechnungen keine Prognose ist, sondern eine Erzählung. Genau hier liegt der Kern des Problems.

Was genau sagt JJ Benítez' Vorhersage?

Das Szenario ist einfach: Ein Gesteinsbrocken rast auf uns zu, die US-Weltraumbehörde weiß davon, und das US-Militär könnte ihn ablenken. Wenn sie es nicht tun, erfolgt der Aufprall im August 2027. Das ist die Kurzfassung.

Die Langfassung ist, dass es keine Langfassung gibt. Es wurde weder der Name noch die Bezeichnung des angeblichen Asteroiden genannt, noch das genaue Datum oder das Zeitfenster des Einschlags, noch Orbitparameter oder eine konkrete Quelle (NASA, ESA, MPC oder Observatorium). Auch fehlt der Verweis auf öffentliche Überwachungssysteme wie Sentry (NASA) oder Neodys (ESA), die genau für diesen Zweck existieren. Ohne diese Grundlagen bleibt jede Aussage über einen zukünftigen Einschlag vage.

Manche erinnern daran, dass Benítez sich nicht zum ersten Mal dazu äußert. Laut einem Teilnehmer eines Online-Threads spricht er seit Jahren von dem Meteoriten, wobei einige Anhänger seine ersten Erwähnungen um das Jahr 2022 datieren. Als Nachrichten über den 3I/Atlas kursierten, dachten viele, dies sei der Brocken, über den er sprach. Das Problem ist jedoch: Ein identifizierter Komet oder interstellarer Objekt ist nicht dasselbe wie ein unkatalogisierter Asteroid auf Kollisionskurs.

Apophis: Der Asteroid, der offiziell berechnet wird

Während die Vorhersage für 2027 ohne Daten schwebt, gibt es ein anderes Objekt mit bekannter Bahn und kontinuierlicher Beobachtung: Apophis. Anfang der 2000er entdeckt, wurde er in 2013 und 2015 vermessen und kreuzt zweimal jährlich die Erdumlaufbahn. Die Berechnungen sind häufig und sehr präzise, was ihn jedoch nicht harmlos macht.

Ein Thread-Teilnehmer skizziert folgende Sequenz: Im Jahr 2029 wird er knapp an der äußeren Atmosphäre vorbeiziehen und könnte theoretisch bis zu 50 % der geostationären und Kommunikations-Satelliten zerstören. Es gibt auch ein schlimmeres Szenario: Wenn er bei dieser Annäherung von 2029 eine sehr präzise Manöver ausführt – das noch unbestimmt ist –, könnte er bei seinem nächsten Besuch im Jahr 2036 mit absoluter Sicherheit einschlagen. Dies ist die Art von Vorhersage, die tatsächlich Zahlen liefert, auch wenn das Endergebnis offen bleibt.

Dieser Kontrast erklärt einen Großteil des Tons der Diskussion. Es geht nicht darum, dass die Menschen der NASA blind glauben; es geht darum, zwischen einem Objekt mit veröffentlichten Parametern und einem losen Datum im Kalender zu unterscheiden.

Warum die NASA kein Argument mehr ist

Hier kommt eine interessante Wendung. Viel der Skepsis richtet sich nicht gegen Benítez, sondern gegen die Agentur selbst. Es wird argumentiert, dass die NASA und die CIA vom Nimbus ihrer alten Seriosität leben, während sie in Wirklichkeit zwei öffentliche Behörden seien, gefüllt mit Beamten, deren Ziel es wäre, neue Budgets zu ergattern. Das Geheimnis endet dort, wo die Gehaltsabrechnung beginnt.

In diesem Sinne wird hinterfragt, warum es keine 4K-Bilder des 3I/Atlas gibt, obwohl solche bei jedem UFO-Sichtung verlangt werden, oder warum es keine grafische Dokumentation der Bewegungen der Erde aus dem All gibt. Der Oriongürtel, so heißt es, zeige immer noch dieselbe Richtung wie vor 15 Jahren. Für diesen Sektor ist das Problem nicht, dass Benítez lügt: Es ist, dass die offizielle Erzählung ebenfalls kein blindes Vertrauen verdient.

Das Problem dieser Logik ist, dass sie Misstrauen als Joker einsetzt. Wenn die NASA Dinge verheimlicht, ist jede Vorhersage ohne Daten gegen Widerlegungen immun. Und das gilt sowohl für einen Asteroiden als auch für alles andere.

Von Urantia bis zu Alien-Kanälen: Das Geschäft mit der Geschichte

Auch Benítez' Werdegang hilft nicht weiter. Er wird als der Autor erinnert, der das Buch Urantia las und in mehr als zehn Bänden neu schrieb, sowie als derjenige, der einen vermeintlichen Dokumentarfilm über den Mond mit Hangars und Ruinen verkaufte. Für viele hat dies bereits sein Ansehen ruiniert.

Die am häufigsten wiederholte Diagnose ist wirtschaftlicher Natur: Zu diesem Zeitpunkt ist alles egal, man rechnet ab und wartet darauf, dass es funktioniert. Kanäle, die über Außerirdische sprechen, sammeln Klicks und stützen so das Ökosystem. Wenn schließlich nichts passiert, bleibt immer das Argument, dass uns Außerirdische auf Bitte der US-Regierung gerettet haben, als Gegenleistung für whatever sie erfinden wollen.

Demgegenüber verteidigen manche, dass Benítez seit 2022 warnt und dies nicht erst jetzt erfunden hat. Der Unterschied zwischen beiden Lesarten ist nicht Glaube, sondern Methode: Eine fordert Berechnungen, die andere Vertrauen.

Was würde passieren, wenn der Einschlag real wäre?

Die technische Frage, die niemand mit Zahlen beantwortet, lautet: Was könnte getan werden? Der kulturelle Referenzpunkt ist Armageddon, der Film, der die Ablenkung mit Bohrmaschine und Sprengkopf thematisierte. In der Praxis hängt die einzige glaubwürdige Verteidigung davon ab, das Objekt Jahre im Voraus zu erkennen, etwas, das öffentliche Überwachungssysteme täglich tun und das in diesem Fall nicht bestätigt ist.

Es kursiert auch ein wiederkehrender Witz: Wenn beim Versuch der Ablenkung falsch gerechnet wird, kann der Schubs das Objekt näher bringen statt wegzustoßen. Kein kleiner Witz, denn er verdeutlicht, wie fragil jeder Plan zur planetaren Verteidigung ist, wenn das Objekt nicht gut charakterisiert ist.

Und dann ist da noch das Datum. Der August 2027 fällt vielen schlecht in den Kram: Einige wegen Urlaub, andere wegen Hypotheken. Die Ironie über den Kalender ist das Einzige, was in der gesamten Diskussion echten Konsens erzeugt hat.



Mit diesen Grundlagen bleibt die Sache genau dort, wo sie begann: Ein Datum ohne Objekt, ein Objekt ohne Parameter und ein gegenseitiges Misstrauen, das verhindert, dass irgendetwas abgeschlossen wird. Wer glauben will, wird glauben. Wer Berechnungen will, wird weiter warten. Und der August 2027 wird kommen, wie alle Daten kommen, ohne Erlaubnis irgendeiner Vorhersage.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (133 Antworten).

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