Jeju-Air-Absturz in Muan: 179 Tote

Boeing 737-800 von Jeju Air stürzt in Südkorea ab. 179 Tote, zwei Überlebende und schweigende Blackboxes.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Jeju-Air-Absturz in Muan: 179 Tote
Muan: 179 Tote und eine Landebahn, die an einer Mauer endete

Ein Boeing 737-800 mit 181 Menschen an Bord stürzte auf dem internationalen Flughafen Muan in Südkorea ab, nachdem er ohne ausgefahrenes Fahrwerk gelandet war. Zwei Passagiere überlebten. Die anderen 179 starben. Das Flugzeug, betrieben von Jeju Air und im Jahr 2009 gebaut, flog die Route Bangkok-Muan, ein etwa fünfstündiger Flug, und landete am frühen Morgen.

Die erste verbreitete Erklärung war ein Vogelschlag. Die Nachrichtenagentur Yonhap deutete auf einen Fahrwerksausfall hin, der durch den Zusammenstoß mit Vögeln verursacht wurde, und ein Video des südkoreanischen Senders MBC zeigte eine Explosion im rechten Motor Sekunden vor dem Unglück. Die Sequenz passt jedoch nicht ganz zusammen: Ein Vogel kann einen Motor zerstören, aber kein System blockieren, das sich durch Schwerkraft ausfährt.

Was genau am Flughafen Muan geschah

Das Flugzeug erreichte die Landebahn auf dem Bauch. Es berührte den Boden, rutschte über die gesamte Länge und beschleunigte trotz der Reibung weiter, bis es gegen eine Betonbarriere am Ende der Strecke prallte und in Flammen aufging. Die Rettungskräfte konnten für die meisten Insassen nichts tun.

In den Motoren wurden Reste von Blut und Federn gefunden. Das bestätigt den Kontakt mit Vögeln, klärt aber nicht die zentrale Frage: Was geschah zwischen dem Aufprall und dem Moment der Landung? Und es gibt ein Detail, das irritiert. Wenn das Flugzeug noch viel Treibstoff hatte – der spätere Brand deutet darauf hin –, wäre es logisch gewesen, Runden zu drehen, um Gewicht zu reduzieren, bevor man die Landung versucht. Niemand tat dies.

Warum ein Flugzeug ohne Fahrwerk landen kann

Eine Bauchlandung ist an sich kein Todesurteil. Das meistzitierte Beispiel ist ein Ural-Airlines-Flugzeug, das beim Start in Moskau einen doppelten Triebwerkausfall aufgrund eines Vogelschlags erlitt und absichtlich auf einem Maisfeld landete, ohne Opfer. Es gibt auch Fälle reiner Vergesslichkeit: Ein Pilot von Air Nostrum landete in Barcelona ohne ausgefahrenes Fahrwerk, und nichts passierte.

Der Schlüssel liegt im gewählten Ort und der verfügbaren Länge. Das Fahrwerk einer 737 fährt sich durch Schwerkraft aus, wenn die manuellen Mechanismen aktiviert werden, daher ist sein vollständiges Fehlen auffällig. Bei diesem Modell erfordert das Notausfahren, dass der Pilot, der nicht steuert, aufsteht, eine Abdeckung entfernt und drei Kabel zieht, eines pro Rad. Es ist kein Knopfdruck.

Die Blackboxes stoppten vier Minuten vorher

Eines der unangenehmsten Datenpunkte des Falls: Die Blackboxes stoppten die Datenaufzeichnung vier Minuten vor dem Aufprall. Wenn dies bestätigt wird, geht die Aufzeichnung dessen verloren, was im Cockpit während der kritischen Momente gesagt wurde. Ein Vogelschlag, der einen Motor lahmlegt, ist verständlich; dass zusätzlich die Aufnahmesysteme ohne Strom bleiben, weniger.

Auf dem Tisch liegen mehrere Hypothesen. Die am häufigsten wiederholte besagt, dass die Besatzung möglicherweise versehentlich den gesunden Motor abschaltete, als sie auf den Vogelschlag reagierte, wodurch der hydraulische Druck fehlte, um das Fahrwerk abzusenken. Von außen ist dies unmöglich zu überprüfen, und der offizielle Bericht liegt noch nicht vor. Was Kenner des Modells jedoch betonen, ist, dass ohne ausgefahrenes Fahrwerk die Kabine eine Geländewarnung abgibt: Die Piloten waren sich bewusst, dass sie so landen würden.

Die Mauer am Ende der Landebahn

Am Ende der Landebahn in Muan gab es keine Sicherheitszone: Es gab eine Mauer. Südkorea kündigte nachträglich den Abbau von Betonbarrieren in der Nähe der Landebahnen an, eine Maßnahme, die kommt, als der Schaden bereits angerichtet ist, und implizit zugibt, dass das Design des Flughafens Teil des Problems war.

Dieser Punkt erzeugt den größten Konsens. Eine Landung ohne Fahrwerk kann gut gehen, wenn es genug Landebahn gibt und am Ende nichts Festes steht. Hier traf keines der beiden Dinge zu.

Durchsuchung, ein toter Manager und entfernte Barrieren

Die südkoreanische Polizei durchsuchte den Flughafen Muan im Rahmen der Ermittlungen. Danach wurde der Tod eines Managers der Einrichtung bekannt, der als Suizid untersucht wird. Dies sind zwei getrennte Fakten, zeichnen aber ein Bild eines Falls, in dem die institutionelle Verantwortung ins Rollen beginnt, bevor ein technischer Bericht vorliegt.

Es kursiert auch das Gerücht, dass die Blackboxes aufhörten aufzunehmen, weil das Flugzeug vollständig den Strom verlor. Dies ist eine Möglichkeit, kein bestätigtes Faktum.

Zu viele Flugzeuge in wenigen Tagen

Das Unglück in Muan kam nicht allein. Am selben Tag landete ein Air-Canada-Flug in Halifax mit defektem Fahrwerk und leichten Verletzten. In Los Angeles musste die Flugkontrolle einem Key-Lime-Air-Flugzeug „Stop, stop, stop“ zurufen, während ein Delta-Jet auf derselben Piste startete. Und auf geopolitischer Ebene wurde berichtet, dass Aserbaidschan seine Flüge nach Russland nach dem Vorfall mit einem Passagierflugzeug aussetzte, da die Luftverteidigung in der Zone aktiv war.

Diese Häufung nährt zwei gegensätzliche Lesarten. Eine besagt, dass die kommerzielle Luftfahrt durch Kostendruck und zu lasche Wartungsrituale degradiert wurde. Eine andere erinnert daran, dass Fliegen weiterhin das sicherste Transportmittel ist und dass sich nur die Fähigkeit geändert hat, alles live zu sehen.

Es gibt zudem eine dritte Linie, die in die Diskussion eingedrungen ist und beiseitegeschoben werden sollte: diejenige, die den Unfall auf die Einstellkriterien der Gesellschaft zurückführt. Es gibt keine veröffentlichten technischen Daten, die diesen Zusammenhang stützen.

Wo stehen die Ermittlungen

Der Fall ist offen. Untersucht werden die Ursachen des Fahrwerkversagens, das Notfallmanagement der Besatzung und das Design des Flughafens. Was nicht mehr diskutierbar ist, ist das Ergebnis: 181 Menschen an Bord, 179 Tote und zwei Überlebende.

Bleibt eine unbeantwortete Frage. Wenn das Flugzeug genug Treibstoff hatte, um Runden zu drehen und ihn zu verbrauchen, wenn der Turm nie eine Warnung erhielt, dass ohne Fahrwerk gelandet wird, was passierte in diesen fünf Minuten im Cockpit? Die Blackboxes sind, vorerst, stumm.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (383 Antworten).

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