Jeder dritte Kellner in Spanien ist inzwischen ausländisch

Jeder dritte Beschäftigte im spanischen Gastgewerbe ist Ausländer. Löhne von 1.200 Euro, Rücküberweisungen und eine wachsende Kluft. Eine Analyse eines unaufhaltsamen Wandels.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Aussterben des spanischen Kellners: ein Drittel des Gastgewerbes ist inzwischen ausländisch

Die Zahl schaffte es auf die Titelseite von Vozpópuli: Jeder dritte Beschäftigte im spanischen Gastgewerbe ist Ausländer. Diese Zahl ist alles andere als eine Anekdote – sie zeichnet einen strukturellen Wandel in einer Branche nach, die über 1,5 Millionen Menschen beschäftigt. Die Frage, die über der Theke schwebt, ist doppelt: Warum gehen die spanischen Kellner, und wer ersetzt sie?

Der Lohn als erste Verteidigungslinie

Das Argument mit dem größten Gewicht in der Analyse ist der Lohn. Mit Gehältern um die 1.200 Euro brutto im Monat – oft darunter – ist das Gastgewerbe für spanische Arbeitnehmer unattraktiv geworden, die in anderen Branchen bessere Bedingungen finden oder schlecht bezahlte Jobs schlicht ablehnen. Dem hält eine Strömung entgegen, dass lateinamerikanische oder osteuropäische Migranten diese Bedingungen akzeptieren, weil sie trotz karger Verhältnisse sparen und Rücküberweisungen in ihre Herkunftsländer schicken können. Der Dissens liegt nicht bei den Daten, sondern bei der Deutung: Die einen sehen ein Stellenangebot, das für den Durchschnittsspanier nicht mehr tragbar ist; die anderen eine flexiblere Arbeitskraft, die die Löhne nach unten drückt.

Über den Kellner hinaus: ein Muster, das sich ausbreitet

Was im Gastgewerbe beginnt, bleibt nicht dort. In der Diskussion werden andere Berufe genannt – Friseure, Boten, Maurer, Elektriker –, in denen der Anteil ausländischer Arbeitnehmer ebenfalls wächst. In einigen Vierteln Madrids ist die Wahrnehmung, dass der Anteil ausländischer Kellner nahe an 80 % liegt, weit über dem Landesdurchschnitt. Auch wenn die genaue Zahl umstritten ist, spiegelt sie eine Konzentration wider, die in vielen Städten bereits sichtbar ist.

Der Knoten, den niemand löst

Der eigentliche Streit ist, ob der Mangel an spanischen Kellnern daran liegt, dass die Löhne nicht steigen, oder daran, dass Migranten bereit sind, für weniger zu arbeiten. Unstrittig ist, dass das aktuelle Modell Gewinner und Verlierer hervorbringt: Die Unternehmer haben jemanden, der den Posten übernimmt, aber der Kunde bemerkt zunehmend einen anderen Service – und der spanische Arbeitnehmer ist gegangen. Mit diesen Zahlen steuert das spanische Gastgewerbe auf eine überwiegend ausländische Belegschaft zu. Und der spanische Kellner stirbt derweil aus.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

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