Italien: Witwe verliert Prozess um Millionen-Lebensversicherung

Das Gericht von Siena erklärt die Police von Paolo Vaj für nichtig und verweigert seiner Frau die Auszahlung nach seinem Mord durch zwei Partnerinnen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Gericht von Siena hat die Lebensversicherungspolice über 310.000 Euro von Paolo Vaj für nichtig erklärt. Vaj wurde 2019 von zwei Frauen ermordet, mit denen er zusammenlebte. Das Gericht lehnte zudem den Anspruch seiner Ehefrau, Roberta Bencini, ab und auferlegte ihr Verfahrenskosten in Höhe von rund 9.000 Euro.

Paolo Vaj war 56 Jahre alt und stammte aus Mailand. Im Jahr 2017 verließ er das Haus, das er mit seiner Ehefrau Roberta Bencini teilte, und zog nach Venetien, um mit zwei Frauen zusammenzuleben. Zwei Jahre später, in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 2019, wurde er in Vittorio Veneto tot aufgefunden. Die italienische Justiz rekonstruierte den Tathergang: Zuerst erhielt er Schläge mit einer Gardinenstange im Schlafzimmer, die mehrere Verletzungen verursachten, und starb anschließend in einem anderen Raum des Hauses. Laut den gerichtlichen Rekonstruktionen war die Todesursache ein Thorax-Kompressionstrauma, als sich die beiden Frauen auf ihn setzten. Eine von ihnen hatte ihm zuvor ein Kissen ins Gesicht gedrückt, um ihn zu ersticken.

## Wer waren die Verurteilten und welche Strafen verbüßen sie?

Die beiden Frauen, die mit dem Opfer zusammenlebten, waren Patrizia Armellin, damals 52 Jahre alt, und Angelica Cormaci, 24 Jahre alt. Im vergangenen Jahr wurden sie rechtskräftig zu 24 bzw. 16 Jahren Haft verurteilt. Armellin war Begünstigte einer der Versicherungspolicen; laut der gerichtlichen Rekonstruktion versuchte Cormaci zunächst, sie davon abzubringen, ließ sich dann aber überzeugen.

Das von den Richtern festgestellte Motiv war das Geld aus den Policen. Bei einer dieser Policen im Wert von etwa 310.000 Euro hatte Vaj Armellin als alleinige Begünstigte eingesetzt. In der Tatnacht, so die Rekonstruktion, hatte der Mann beschlossen, die Begünstigten der Policen zu ändern, woraufhin Armellin zur Tat schritt. Das Opfer hatte so viel Alkohol getrunken, dass sein Blutalkoholspiegel das Vierfache des normalen Levels betrug.

## Warum erklärte das Gericht von Siena die Police für nichtig?

Die italienische Gesetzgebung verhindert, dass jemand, der den Tod des Versicherten verursacht, die Entschädigung erhält. Als direkte Täterin des Mordes hätte Armellin die 310.000 Euro unter keinen Umständen kassieren können. Bis hierhin schien die Angelegenheit geklärt.

Das Problem entstand, als Roberta Bencini, die einzige Erbin des Opfers, den Betrag bei der Versicherungsgesellschaft geltend machte. Das Gericht von Siena, das zuständig ist, weil Bencini seit längerem in Poggibonsi lebt, wies ihre Ansprüche zurück und verurteilte sie zur Zahlung von Verfahrenskosten in Höhe von ungefähr 9.000 Euro. Nach Auffassung der Richter ist die Police nichtig und niemand kann sie beanspruchen, da der Begünstigte den Versicherten getötet hat. Das Geld bleibt vorerst beim Versicherer.

Bencinis Anwälte, Nicodemo Gentile und Daica Rometta, kündigten Berufung an. Sie argumentieren, dass der Grundsatz, wonach niemand aus seiner eigenen rechtswidrigen Handlung einen Vorteil ziehen darf, nur für den Täter eines vorsätzlichen Verbrechens gilt. Dies dürfe nicht zu einer endgültigen Bereicherung der Versicherungsgesellschaft führen, die damit die gesamte Prämie behalte, die der ermordete Versicherungsnehmer gezahlt habe. Bencini, die in der Buchhaltung arbeitet, zeigte sich überrascht über das Urteil: Sie respektiere die Entscheidungen, finde es aber absurd, dass die Ersparnisse eines ganzen Lebens beim Versicherer statt bei den Erben landen. Sie schlug sogar vor, das Geld gegebenenfalls wohltätigen Zwecken zukommen zu lassen. Es bleibt abzuwarten, wie es in der zweiten Instanz weitergeht.

## Das Buch der Witwe und das weiterhin gesperrte Geld

Bencini hat ein Buch über diese Tragödie geschrieben, *La versione di Paolo* (Paolos Version), veröffentlicht von Edizioni Helicon in Arezzo. Darin setzt sie sich mit der Person ihres Mannes und den Geschehnissen auseinander, einem Fall, der bereits durch die Strafgerichte ging und nun Gegenstand zivilrechtlicher Verfahren ist.

Die betreffende Police stammt von Unipol, und das Kapital war vollständig eingezahlt worden. Die Versicherungsgesellschaft behält den Betrag ein, bis der Rechtsstreit beigelegt ist. Die Entscheidung von Siena schließt die Angelegenheit nicht ab: Es gibt eine Berufung und die Möglichkeit, dass ein höheres Gericht überprüft, ob die Nichtigkeit der Police dazu führen muss, dass das Geld endgültig beim Versicherer verbleibt oder ob ein anderes Ziel bestimmt werden sollte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

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