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Italien verlangt 4.983 Euro Kaution von irregulären Migranten
Italien plant eine Kaution von 4.983 Euro für jeden ankommenden Migranten während des Asylverfahrens und verlängert die Abschiebehaft auf bis zu 18 Monate.
Meloni fordert 4.983 Euro Kaution von jedem irregulären Migranten in Italien
Lampedusa hat etwa 6.000 Einwohner. In den letzten Wochen sind mehr als 12.000 Menschen auf der Insel angekommen. Das sind zwei Neuankömmlinge pro Bewohner, während die Aufnahmeeinrichtungen überlastet sind und die Bevölkerung eine unhaltbare Situation beschreibt. Giorgia Meloni reagierte mit der Maßnahme, die die größte Aufmerksamkeit erregt: eine finanzielle Kaution von 4.983 Euro, die jeder irreguläre Migrant dem italienischen Staat während des laufenden Asylantrags hinterlegen muss. Die Premierministerin stellte dies nach einem Besuch der Insel zusammen mit Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, vor.
Das erklärte Ziel ist Abschreckung. Laut offiziellen Quellen soll das Geld die „angemessene Unterbringung im nationalen Hoheitsgebiet“, die Kosten für die Rückführung sowie „die notwendigen Mindestmittel zum Lebensunterhalt pro Person“ decken. Vier Wochen Aufenthalt, maximal 28 Tage, mit im Voraus bezahlter Rechnung.
Was deckt die Kaution von 4.983 Euro ab und wer muss sie zahlen?
Es handelt sich nicht um eine Strafe, sondern um eine Hinterlegung zur Deckung von Verpflegung und möglicher Ausweisung. Der Betrag von 4.983 Euro wird im Dekret als finanzielle Sicherheit genannt, um Unterkunft, Rückführung und Lebensunterhalt für einen Zeitraum von höchstens 28 Tagen zu finanzieren. Nach Ablauf dieser Frist wird der Rahmen komplizierter und ein zweiter Teil des Pakets kommt ins Spiel.
Von 3 auf 18 Monate: Der andere Teil des Dekrets
Die gleiche Regierung hat den Bau von „Zentren für die Abschiebungshaft“ genehmigt, also Einrichtungen zur vorübergehenden Inhaftierung irregulärer Migranten während des Abschiebungsverfahrens. Zudem wurde die gesetzliche Haftdauer von 3 auf 18 Monate verlängert, das Maximum, das das EU-Recht erlaubt. Diese Kombination beunruhigt: weniger Zeit auf der Straße während des Verfahrens und mehr Zeit in administrativer Haft, wenn die Rückkehr nicht vollzogen werden kann.
133.000 Ankünfte und ein bereits unterzeichnetes Abkommen mit Tunesien
Die aktuellen Jahreszahlen treiben diese Entscheidung voran. 133.000 Menschen sind seit Jahresbeginn an den italienischen Küsten angekommen, dreimal so viele wie 2021. Brüssel reagierte mit zusätzlichen 127 Millionen Euro zum Schutz der EU-Außengrenzen und zur Steuerung der Migration: rund 67 Millionen Euro für die Unterstützung bei Grenzkontrolloperationen und der Rest für das Abkommen mit Tunesien.
Dieser Pakt wurde im Juli geschlossen, mit Meloni und der EU als Vermittlern, und folgt dem türkischen Modell: Tunesien verstärkt die Migrationskontrolle im Austausch gegen Finanzmittel. Ein Großteil der Neuankömmlinge auf Lampedusa, vor allem aus Nigeria, Eritrea und Guinea, überquerte das Mittelmeer in Booten, die tunesische Häfen verlassen hatten. Die Außenminister Italiens und Frankreichs haben die EU um mehr Unterstützung gebeten angesichts dessen, was sie als „europäisches Problem“ betrachten.
Kann man 4.983 Euro von jemandem verlangen, der ohne Papiere ankommt?
Hier beginnt die Skepsis. Einige argumentieren, dass die Schuldenfalle wie ein Schlüssel wirkt: Wer direkt bei Ankunft eine Schuld gegenüber der Verwaltung eingeht, wird von öffentlichen Hilfen ausgeschlossen, was abschreckend wirken soll. Dies stützt sich darauf, wie die Zugangsvoraussetzungen für Sozialleistungen funktionieren: Bei offenen Schulden wird der Hahn zugedreht.
Gegenargumente basieren auf der Realität. Die meisten, die die Küste erreichen, haben keine Dokumente – manche zerstören sie vor der Überfahrt – und können kaum 4.983 Euro aufbringen. Es wird auch argumentiert, dass ohne Zugang zu Hilfen die Alternative nicht die Rückführung ist, sondern andere Einkommensquellen, und der Staat am Ende auf einer uneinbringlichen Forderung sitzt. Die Zweifel begleiten alle Aspekte der Migrationspolitik: Wie pfändet man jemanden, der nichts hat, was gepfändet werden könnte?
Abschreckung, Inszenierung oder Blick nach Australien?
Ein anderer Ansatz liest die Maßnahme als Steuer auf das Geschäft. Wenn der Transport von Menschen für die Organisatoren unrentabel wird, könnten sich einige Netzwerke zurückziehen. Dies ist eine Hypothese, kein Ergebnis: Menschenhandel orientiert sich nicht primär an der Zahlungsfähigkeit der Migranten.
Parallel kursieren strengere Rezepte. Dazu gehört die Forderung, die Abreise am Herkunftsort zu blockieren, die Idee, das australische Grenzkontrollmodell zu kopieren, und Vorschläge für Verteilungskriterien nach Geschlecht zur Steuerung der Ströme. Im Hintergrund schwelt ein wiederkehrender Verdacht: Dass die Haftzentren faktisch monatelange subventionierte Unterkünfte werden, bevor die Personen über Asylverfahren auf den Rest Europas verteilt werden.
Meloni bleibt mit einer auffälligen Zahl auf der Titelseite und einem ungelösten Problem: Lampedusa hat seine reguläre Bevölkerung bereits verdreifacht, während das Dekret noch auf seine Umsetzung wartet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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