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Israel plantet Flutung der Hamas-Tunnel mit Meerwasser
Israel bereitet fünf große Pumpen vor, um die Hamas-Tunnel im Gazastreifen mit Meerwasser zu fluten, was Aquifere und Landwirtschaft bedroht.
Fünf Meerwasser-Pumpen zur Flutung der Hamas-Tunnel
Der meistdiskutierte Militärplan der Gaza-Kampagne wird nicht im Generalstab entschieden, sondern im Aquifer. Israel bereitet sich darauf vor, das Tunnelnetzwerk der Hamas mit Meerwasser zu fluten und wie The Wall Street Journal enthüllte, stützt sich die Operation auf fünf große Pumpen in der Nähe des Flüchtlingslagers al-Shati im Norden des Streifens, von denen jede Tausende Kubikmeter Salzwasser in die Gänge treiben kann. Als der Plan bekannt wurde, dauerte die israelische Offensive seit den Angriffen am 7. Oktober 60 Tage Krieg an. Das Paradoxe ist, dass der härteste Kampf kein militärischer ist. Es ist der Kampf ums Wasser danach.
Fünf Pumpen bei al-Shati: So würden die Tunnel geflutet
In dem Monat, bevor die Strategie durchsickerte, errichteten die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) fünf große Pumpstationen in der Nähe von al-Shati. Die Idee kursierte in Regierung und Armee seit Kriegsbeginn, denn ohne Neutralisierung des unterirdischen Labyrinths gibt es keinen sinnvollen Sieg: Es ist Zuflucht, Lager und Kommandoweg der Hamas. Der Zweifel liegt nicht darin, ob die Flutung funktioniert, sondern was sie nach sich zieht.
Die US-Zeitung berichtete über Vorbehalte konsultierter US-Beamter, die Machbarkeit und Umweltfaktoren gegen militärische Notwendigkeit abwogen. Zitierte Ex-Beamte räumten ein, der Plan könnte weltweite Verurteilung auslösen, während sie gleichzeitig anerkannten, dass die Flutung eine der wenigen Möglichkeiten wäre, das gesamte Gangsystem dauerhaft zu deaktivieren. Kurz gesagt: Es gibt keine saubere Alternative.
Warum beunruhigt die Versalzung der Gaza-Aquifere?
Denn Salzwasser bleibt nicht stehen. Seine Infiltration kann Aquifere vergiften, die bereits in der Tiefe halb versalzt sind, und an der Oberfläche droht die Bodenversalzung, die Ernten unwirtschaftlich macht. Ein dritter Faktor kommt hinzu: Substanzen in den Tunneln können ins Erdreich sickern und das Gebiet weiter kontaminieren.
Manche wischen das Thema mit einem Achselzucken ab – Löcher in der Wüste, sagen sie –, während andere betonen, diese Sicht ignoriere, dass unter Gaza Menschen leben, die von dem essen, was darüber wächst. Die vorsichtigste Berechnung geht von begrenztem, reversiblem Schaden aus; das pessimistische Szenario beginnt mit einem für Jahrzehnte ruinierten Aquifer. Niemand unterschreibt die Schätzung.
Ägyptens Präzedenzfall 2015 und die Barriere von 2021
Das ist keine Laborhypothese. Ägypten hat die Rafah-Tunnel 2015 bereits mit Meerwasser geflutet, und lokale Landwirte klagten über Ernteschäden durch das Wasser. Dieses Ereignis ist der Spiegel für jede ernsthafte Bewertung des israelischen Plans, denn es misst dasselbe: die agronomische Rechnung einer militärischen Entscheidung.
Auf der anderen Seite der Waage liegt die angesammelte Ingenieurskunst. Israel entwickelte Sensortechnologie zum Erkennen von Grabungen und vollendete 2021 eine unterirdische Betonbarriere, die mehrere Meter tief reicht, um Grenzüberschreitungen durch Korridore zu verhindern. Das Neue ist jetzt nicht die Erkennung, sondern das Ertränken.
Drei Tunneltypen: Offensiv, Durchbruch und Defensiv
Das Netzwerk hat Schichten. Offensivtunnel queren die Peripherie Gazas und dringen in israelisches Territorium für schnelle Einfälle ein. Andere erreichen den Zaun nicht: Sie bringen Kräfte nah an die Sperre, um aufzutauchen, den Zaun zu sprengen und vorzurücken; diese wurden laut Experten am 7. Oktober genutzt; sie sind oft rudimentär, für einmalige Nutzung gegraben. Der dritte Typ sind Defensivtunnel innerhalb Gazas, und dort liegt das Hauptproblem.
Um Entdeckung zu vermeiden, ist das Zugangs- und Belüftungsgeflecht absichtlich mit dem Stadtgewebe vermischt. Ein Nahost-Experte fasst die ökonomische Funktion des Netzes in einer unbequemen Phrase zusammen: Ohne die Tunnel wäre es extrem schwierig, wenn nicht unmöglich gewesen, dass die Hamas die Blockade von 2007 überlebt hätte. Es kursieren Schätzungen von Gängen 0,5 Meter breit und 2 hoch sowie hydraulische Berechnungen, die davon ausgehen, dass die Höhe hilft, dass man nur pumpen muss, ohne das Wasser stark zu heben, fast wie ein Siphon. Manche erinnern auch daran, dass ein solches Projekt wasserdichte Türen und Kammern zulässt.
Geiseln und öffentliche Meinung: Die inneren Kosten des Plans
Es bleibt das Problem, das keine Bombe löst. Die israelische Regierung müsste eine Formel finden, damit ihre öffentliche Meinung eine Strategie nicht ablehnt, die das Leben der noch unterirdisch gefangenen Zivilgeiseln beenden könnte. Die Spaltung ist real und lässt sich nicht mit Propaganda übertünchen.
Die Aufnahme des Plans spaltet sich in zwei Hauptströmungen. Eine rahmt ihn als legitime Zerstörung feindlicher Militärinfrastruktur; die andere beschreibt ihn direkt als Kriegsverbrechen und deutet auf Kollektivstrafe für die Bevölkerung Gazas hin. Dazwischen liegt die schwarze Ironie: imaginäre Fischfarm-Projekte in den gefluteten Tunneln und eine Begeisterung für das Spektakel, die wenig über das Niveau der öffentlichen Debatte aussagt.
Mit der Salzwasserentscheidung auf dem Papier lautet die Frage, die niemand beantwortet: Wie viel fruchtbares Land ist ein unterirdischer Sieg wert?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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