iPhone 11 ohne 5G für 540 Euro ausverkauft

Ein iPhone 11 mit 64GB, ohne 5G und 60Hz-Bildschirm war nach zwei Stunden für 540 Euro ausverkauft. Die Lücke zwischen Preis, Spezifikationen und Markenloyalität.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

iPhone 11 ohne 5G für 540 Euro ausverkauft
iPhone 11 mit 64GB und ohne 5G ist nach zwei Stunden für 540 Euro ausverkauft

Ein iPhone von vor zwei Generationen. Sechsundsechzig Gigabyte, Bildschirm mit 60Hz, kein 5G. Preis: 540 Euro. Zwei Stunden nach Verkaufsbeginn waren laut dem Beitrag, der die Diskussion auslöste, keine Einheiten mehr verfügbar. Die Zahl schmerzt, denn wie derselbe Beitrag wiederholt betont, gibt es für 350 Euro neue Geräte mit Dolby Vision und Dolby Atmos. Und dennoch steht da die Tatsache: ein technisch zwei Jahre altes Telefon war in 120 Minuten ausverkauft.

Dieser Widerspruch — High-End-Preis, Mittelklasse-Spezifikationen, sofortige Nachfrage — zieht sich durch die gesamte Unterhaltung. Das eigentliche Thema ist nicht das iPhone 11. Es ist, wofür man wirklich zahlt, wenn man ein iPhone kauft.

Was bekommt man für 540 Euro beim iPhone 11 mit 64GB?

Die Liste der Kritikpunkte ist konkret. Kein Full HD. Kein 5G. Die Bildwiederholrate bleibt bei 60Hz. Und der Speicherplatz von 64GB wirkt knapp für ein Gerät, das jahrelang halten soll. Dagegen die wiederholte Vergleichsbasis: es gibt Handys für 350 Euro mit Dolby Vision und Dolby Atmos, sowie Geräte für 100 Euro, die laut mancher Kritiker die Grundlagen genauso gut beherrschen.

Hier prallen zwei Sichtweisen auf den Markt. Eine schaut auf das Datenblatt und kommt zu dem Schluss, dass 540 Euro dafür unsinnig sind. Die andere entgegnet, dass das Datenblatt in den Vordergrund zu stellen bedeutet, nichts verstanden zu haben: Man kauft ein Handy nicht wegen der Hertz-Zahl, sondern wegen der Haltbarkeit. Zeitweise wird es hitzig: Käufern wird vorgeworfen, sie seien Geiseln einer Marke und sähen besser ausgestattete Alternativen nicht.

Haltbarkeit gegen Obsoleszenz: Das Argument für den Kauf

Hier wird die Verteidigung des iPhones empirisch. Manche berichten, sie hätten ein 4s, ein 6 und ein X besessen, alle gebraucht gekauft für weniger als die Hälfte des Startpreises, und alle sechs Jahre oder länger genutzt. Ein weiterer genannter Fall: Ein iPhone SE von 2016 funktioniert immer noch mit allen Updates nach einem Akkutausch für 16 Euro. Das Muster wiederholt sich: Langlebigkeit als Rechtfertigung für den anfänglichen Aufpreis.

Das Gegenargument kommt über zwei Wege. Erstens ist Durchhaltevermögen nicht Apples Alleinstellungsmerkmal: Ein Motorola Moto G der ersten Generation, vor fast acht Jahren für 179 Euro gekauft, ist immer noch betriebsbereit; ein Huawei für 145 Euro hält vier Jahre; ein Xiaomi für 300 Euro drei; ein Samsung überstand fünf Jahre mit drei Akkutauschungen à 20 Euro. Der zweite Weg ist unbequemer: Warum sollte jemand ein Handy wollen, das sechs Jahre hält, wenn es nach drei Jahren schon veraltet ist? Es aus Lust zu ersetzen, während es noch funktioniert, ist legitim für jene, die es sich leisten können.

Entsperrung mit Maske und Verdacht gegenüber der Apple Watch

Die Diskussion springt von der Haushaltsökonomie zur Sicherheit. iOS 14.5 ermöglichte die Entsperrung des iPhones ohne Abnehmen der Maske, aber nur, wenn eine Apple Watch in der Nähe ist. Die Mechanik erfordert das Einrichten eines Codes auf der Uhr und deren Kopplung. Die Schlagzeile der Nachricht, veröffentlicht von einem Tech-Medium, versprach genau das: Entsperren des iPhones mit Maske dank der Uhr.

Das später erwähnte Detail zündet den Funken: Es wird behauptet, jede Person mit Maske könne auf das Telefon zugreifen, wenn sie sich in der Nähe des Besitzers oder einer bereits entsperrten Uhr befindet. Dies ist eine Aussage, die ohne unabhängige Überprüfung kursiert und als solche behandelt werden sollte — ein im Eifer des Gefechts geäußerter Verdacht —, nicht als dokumentierte Schwachstelle. Dennoch diente sie dazu, die Kritik von den Spezifikationen zum geschlossenen Ökosystem zu lenken.

Ist es Statussymbol oder rationales Konsumverhalten?

Die am häufigsten wiederholte These lautet, dass das iPhone nicht wegen seiner Funktionen gekauft wird, sondern wegen dem, was es kommuniziert. Manche fassen es unverblümt zusammen: „Es wird als Statussymbol gekauft, damit man dich damit sieht und deine Kaufkraft demonstriert.“ Die Marke fungiert als Statusmarker, und ihre Kundschaft zahlt für Sichtbarkeit, nicht für Leistung.

Die Antwort der Gegenseite ist, dass der Gebrauchtmarkt reine Statussymbole widerlegt. Wäre das iPhone nur ein Symbol, gäbe es keine so anhaltende Nachfrage nach Modellen von vor vier Generationen. Und es gibt einen Fakt, der beide Lager nervös macht: Refurbished-Geräte erzielen Preise, die weiterhin hoch sind, was darauf hindeutet, dass der Wiederverkaufswert — nicht nur das Image — den Kauf trägt.



Was der Wiederverkaufspreis offenbart

Ein iPhone X, vor zwei Monaten für 300 Euro gekauft. Ein anderes für 400. Ein neu erworbener iPhone 12 als Geschenk. Und parallel Android-Handys, die dasselbe für die Hälfte tun. Eine der härtesten Lesarten des Threads besagt, dass das iPhone zu einem Produkt geworden ist, das viele gebraucht kaufen, weil es das einzige Teure ist, das sie sich gebraucht leisten können.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (121 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver