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Invertierte US-Zinskurve: das Signal, das Krisen ankündigt
Die US-Zinskurve zwischen 2-jähriger und 10-jähriger Anleihe ist invertiert. Das Signal, das seit 1999 jeder Rezession vorausging, deutet auf eine Krise in weniger…
US-Zinskurve invertiert sich und schlägt Rezession Alarm
Die Zinskurve der USA zwischen der zweijährigen und der zehnjährigen Staatsanleihe ist invertiert. Es ist das Signal, das in den letzten drei Jahrzehnten allen globalen Rezessionen um sechs bis achtzehn Monate vorausging. Die aktuelle Inversion weist zudem eine ungewöhnlich steile Neigung auf, steiler als 2006-2007, was für manche Analysten den Zeitraum auf sechs Monate verkürzt. Nach diesem Indikator läuft der Countdown bereits.
Was die Inversion der Zinskurve ist und warum sie wichtig ist
Die Zinskurve bildet die Differenz zwischen der Rendite der zweijährigen und der zehnjährigen Anleihe ab. Normalerweise verlangen längere Laufzeiten mehr Zinsen, weil das Geld länger gebunden ist. Kehrt sich dieses Verhältnis um, sagt der Markt voraus, dass er niedrigere Zinsen erwartet – also eine Rezession. Das Phänomen ist keine Meinung: Es ist ein Marktdatum. Und in den letzten drei Jahrzehnten folgte jedes Mal, wenn sich die Kurve invertierte, eine Krise. 1999 wurde der Tiefpunkt im Oktober 1997 erreicht, vierzehn Monate bevor die Krise offiziell ausbrach. 2007-2008 markierte das Minimum im Januar 2006, siebzehn Monate vorher. Der Durchschnitt beider Episoden liegt bei etwa fünfzehneinhalb Monaten. Mit der aktuellen, steileren Neigung halbieren manche Berechnungen diesen Spielraum: auf rund siebeneinhalb Monate.
Die Kurve invertierte sich bereits 2019 und sagte die Pandemie voraus
Die Kurve invertierte sich bereits am 27. August 2019. Sechs Monate später, im März 2020, legte die Cobi19-Pandemie die Welt lahm. Der Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen ist umstritten, aber die Bilanz ist die Bilanz. Wer die Zuverlässigkeit des Indikators verteidigt, weist darauf hin, dass die Rezession bereits im Gange war, bevor das Bicho zum globalen Auslöser wurde. Andere halten dagegen, die Pandemie sei ein schwarzer Schwan gewesen, den keine Kurve vorhersehen konnte, und die Zurechnung sei ein statistischer Zufall. Fest steht: Die Kurve invertierte sich Ende Juni 2022 erneut und ist seither ein ständiges Gesprächsthema unter Investoren und Analysten.
Was die Inflations- und Zinsdaten der Federal Reserve sagen
Die Federal Reserve hat die Zinsen zur Eindämmung der Inflation angehoben. Chef Jerome Powell behauptete, diese Erhöhungen würden weder Rezession noch Arbeitslosigkeit verursachen. Die Preisentwicklung in den USA zeigt eine Inflation auf Jahressicht, die von 7,1 % im Dezember 2021 auf 9,0 % im Juni 2022 stieg, sich dann auf 6,5 % im Dezember 2022 und 6 % im Februar 2023 abschwächte. Mit diesen Daten schließen manche Analysten, dass die Zinserhöhungen beendet sind oder kurz davor stehen, weil die Inflation nachlässt. Andere warnen, die Kerninflation sei weiterhin hoch und die Federal Reserve könnte die Zinsen länger hoch halten, als der Markt einpreist.
Die These der großen Krise: Warum es diesmal schlimmer wäre als 2008
Steigende Energie- und Lebensmittelpreise, teurere Hypotheken durch höhere Zinsen und der Kaufkraftverlust der Löhne zeichnen ein Szenario, das viele als Vorspiel einer härteren Rezession als 2008 sehen. Für diese Strömung ist die Frage nicht mehr, ob es eine Krise geben wird, sondern wie schnell sie kommt und wie man sich vorbereitet. Das zentrale Argument: Die Ursachen – Energie, Lebensmittel, Zinsen, Hypotheken – sind strukturell und lassen sich nicht mit schnellen geldpolitischen Maßnahmen beheben. Das Ergebnis wäre eine Inflationskrise mit stagnierenden Löhnen, ein Cocktail, den manche als Hyperstagflation bezeichnen.
Das alternative Szenario: Die Kurve liegt nicht immer richtig, und das Timing ist unsicher
Nicht alle Analysten kaufen die apokalyptische Erzählung. Manche argumentieren, die Inversion der Kurve zeige das Ende des Zinserhöhungszyklus an, nicht zwangsläufig eine unmittelbare Rezession. Andere erinnern daran, dass der Zusammenhang zwischen Inversion und Rezession statistisch, nicht kausal ist und der Fehler Spielraum beim Timing enorm ist. Die Federal Reserve selbst hat erklärt, eine sanfte Landung anstreben zu wollen. Die Geschichte zeigt, dass die Kurve fast immer recht behielt, aber auch, dass die Vorlaufzeiten zwischen sechs Monaten und eineinhalb Jahren schwanken. Den exakten Zeitpunkt für eine Positionierung zu treffen ist in der Praxis fast unmöglich.
Die Kurve ist invertiert, die Neigung ist steil und die Präzedenzfälle sind schwer zu ignorieren. Wiederholt sich das Muster, käme die Rezession früher, als viele erwarten. Wenn es diesmal anders ist, war das Signal wieder ein Fehlalarm. Die Geschichte liefert keine Gewissheiten, nur Wahrscheinlichkeiten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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