In Spanien zehn Suizide pro Tag, so ein Forumsnutzer

Ein Forumsnutzer beziffert die täglichen Suizide in Spanien auf zehn und die Versuche auf hundert – Angaben ohne offizielle Quelle, die die Suizidversuche außer Acht lassen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

In Spanien zehn Suizide pro Tag, so ein Forumsnutzer
Ein Forumsnutzer beziffert die täglichen Suizide auf zehn und die Versuche auf hundert

Die Debatte beginnt mit einer Asymmetrie: Über vollendete Suizide wird gesprochen, über gescheiterte Versuche kaum. Die konkreten Zahlen liefert ein Teilnehmer —rund zehn vollendete Suizide pro Tag in Spanien, ein Verhältnis von drei Männern zu einer Frau und etwa hundert Versuche täglich— ohne eine Quelle anzugeben. Derselbe Nutzer behauptet, jeder Todesfall treffe rund sechs Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld, die über Jahre trauern, und erzählt von einem Umfeld, in dem ein Suizid einen weiteren nach sich zog.

Die Diskrepanz zwischen dem, was gezählt wird, und dem, was tatsächlich geschieht, ist keine methodische Kleinigkeit. Sie ist der eigentliche Kern der Sache.

Warum tauchen gescheiterte Versuche nicht in den Statistiken auf?

Im Thread wird darauf hingewiesen, dass die genannten Zahlen Todesfälle erfassen, nicht Versuche, sodass jemand, der es versucht und überlebt, in den Statistiken kaum auftaucht. Rechnet man die beiden häufigsten Zahlen gegeneinander —zehn Tote und hundert Versuche pro Tag—, ergibt sich ein Verhältnis von zehn Versuchen pro Todesfall, eine Rechnung, die kein Teilnehmer mit offiziellen Daten belegt. Ein Teil des Austauschs driftet zu konkreten Methoden und ihrer Letalität ab, ein Terrain, das zur Diagnose nichts beiträgt und hier nicht wiedergegeben wird.

Eine inoffizielle Umfrage ergibt mehr Ja- als Nein-Antworten

Bei einer früheren inoffiziellen Umfrage, so der Thread-Ersteller, überwogen die Ja-Antworten die Nein-Antworten, und eine beachtliche Zahl von Teilnehmern sagte, es bereits versucht zu haben. Gerade dieser Punkt ist der unbequemste: Über die Zahl der täglichen Todesfälle wird gesprochen, über die Zahl der gescheiterten Versuche fast nie – dabei geht es dort um Prävention. Eine schnelle Antwort zu korrigieren kostet weniger, als man denkt: Eine einzige Frage —Hast du es ernsthaft erwogen oder nur beiläufig?— genügt, damit mehrere einräumen, dass nicht, und zurückrudern.

Was ist der Ansteckungseffekt, im Thread immer wieder erwähnt?

Ein Teilnehmer behauptet, Suizid wirke wie eine Ansteckung, und viele Fälle folgten auf einen früheren Verlust; er erwähnt sogar einen Doppelsuizid im selben Umfeld. Der Thread-Ersteller nennt es Werther-Effekt. Die Idee, so diese Berichte, verbreite sich über dieselben Netzwerke der Zuneigung, die einen Menschen tragen.

Das Leid der Familie als Bremse und als Ausrede

Es ist das am häufigsten genannte Argument dagegen: Meine Angehörigen würden leiden. Und es ist auch das am stärksten umstrittene. Manche halten das Gegenteil für möglich, dass die Angehörigen nach der natürlichen Trauer sogar gelassener leben könnten, und dass man sich mit dem Schmerz der anderen nur eine Ausrede schafft, das Problem nicht direkt anzusehen. Fragt man, was mehr wiegt – das eigene Leid oder das der anderen –, taucht in manchen Berichten eine andere Bremse auf: die Angst vor dem Schmerz, davor, den Körper ans Limit zu bringen. Die Öde des Lebens lässt sich ertragen. Die körperliche Qual nicht.

Darüber nachdenken, davon träumen und es versuchen sind nicht dasselbe

Sich auszumalen zu verschwinden ist häufig und wirkt als Ventil. Fast jeder stellt sich Dinge vor, die er nie tun würde, und das bringt ihn dem Tun nicht näher. Etwas anderes ist es, es ernsthaft zu erwägen. Die Berichte reichen von jemandem, der es nie als Option in Betracht gezogen hat, bis zu jemandem, der es bereits versucht hat und heute ohne Stolz und ohne Scham darüber spricht; dazwischen liegen gescheiterte Versuche, die mit zwei Tagen Beobachtung enden. Die Tat auszuführen ist viel schwieriger, als die Fantasie es suggeriert, sagen mehrere der Schreibenden.

Terminaler Leidensweg, Arbeit und Umfeld: Was die Waage verschiebt

Gegen die Vorstellung eines flüchtigen Impulses zeichnen mehrere Berichte dasselbe Szenario: Eine schwer behindernde oder tödliche Krankheit, etwa Multiple Sklerose, ist der einzige Fall, den manche als Grund akzeptieren würden. Darüber hinaus zählen Umfeld und Alltag. Es wird angemerkt, dass Arbeit den Kopf beschäftigt und dass die Gedanken vor allem zu Hause auftauchen, in schlechten Gegenden oder mit problematischen Nachbarn; ein Teilnehmer empfiehlt einen Umgebungswechsel. Die Elternschaft taucht in manchen Beiträgen als Bremse auf. Und eine bezeichnende Kleinigkeit: Ein Abendessen mit nichtssagendem Gespräch genügt, damit jemand schreibt, er habe sich den Tod gewünscht.

Die Zahl von zehn Todesfällen täglich kursiert im Thread ohne offizielle Belege. Die hundert Versuche, die nicht im Tod enden, fallen aus dem Bild heraus, und dieser Asymmetrie widmet der Thread einen Großteil seiner Diskussion.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (58 Antworten).

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