Stechende Schmerzen beim Trinken von Wasser: der Hilferuf im Forum statt beim Arzt
Stechende Schmerzen beim Trinken von Wasser sind keine Metapher. Es ist das Symptom, das jemand beschreibt, während er im selben Bericht acht Jahre an Suizidversuchen ansammelt, die nie vollendet wurden, Spielschulden, eine Mutter mit Alkoholproblemen und den Verdacht, dass es die Leber, die Niere oder die Bauchspeicheldrüse ist, die schmerzt. Die Antwort kommt nicht von einem Gastroenterologen: Sie kommt von einem Bot, der ihm sagt, dass keines der drei Organe plötzlich platzt und dass er einen Termin beim Hausarzt vereinbaren soll, statt sich über verzweifelte Internetsuchen selbst zu diagnostizieren.
Die Episode, die sich über sechs Tage und 58 Beiträge erstreckt, ist ein unfreiwilliges Porträt davon, wie man heute mit seelischem Leid umgeht: öffentlich, mit Publikum und ohne Arztpraxis.
Was man erzählt, wenn man behauptet, jemand werde sich am Ende das Leben nehmen
Der Anfang ist eine Warnung an Dritte: Wer möchte, dass diese Person nicht verschwindet, soll sie lieben. Von dort aus entfaltet sich ein Inventar, das Klinisches und Alltägliches vermischt. Es gibt acht Jahre</B> an Suizidankündigungen, die nie in die Tat umgesetzt wurden, und die Person dahinter nutzt das als Beweis, dass die Angelegenheit "schwierig, hart und residential" ist. Es gibt eine Erwähnung eines Gutachtens mit suizidaler und selbstgefährdender Tendenz und eine schizotype Diagnose, die die Person schriftlich vorzeigen will, wenn man sie einen Lügner nennt.
Die Reaktion des Umfelds ist uneinheitlich. Manche bieten bedingungslose Gesellschaft an ("komm, wir haben dich lieb"). Andere empfehlen ein Hobby, Zumba oder das Bemalen von Miniaturen, mit dem Argument, das Problem sei, nichts zu tun zu haben. Und eine dritte, härtere Strömung bestreitet die Geschichte: Sie behauptet, zehnseitige Threads über Suizid und Sucht würden nie wieder kommen und es gebe keine kostenlose Hilfe mehr.
Der Rat, der immer wieder kommt: Wenn du es nicht tust, kannst du deine Meinung immer noch ändern
Der meistzitierte Einwand ist nicht sarracena, sondern praktisch. Das Argument: Wer sich das Leben nimmt, könnte es bereuen und kann es nicht mehr rückgängig machen, während wer es nicht tut, die Option behält. Eine andere Nachricht fügt die Kehrseite hinzu: Wer sich nicht umbringt, riskiert, bei einem Unfall zu sterben und zu bereuen, es nicht getan zu haben. Die Diskussion will niemanden überzeugen; sie will der Tat die Dringlichkeit nehmen.
Parallel dazu erscheint die psychologische Deutung: Manche behaupten, gesucht werde nicht der Tod, sondern ein Sinn im Leben, und das Unbewusste erzeuge Probleme, um diese Entdeckung zu erzwingen. Es ist eine Hypothese, keine Diagnose, und wird auch so dargelegt.
Die stechenden Schmerzen, die Leber und der Termin, der nie vereinbart wird
Der letzte Abschnitt verlässt die Reflexion und wendet sich dem Körper zu. Die Person beschreibt stechende Schmerzen beim Trinken von Wasser, gelben Urin mit Blut und das Gefühl, dass die Leber, die Niere oder die Bauchspeicheldrüse gleich platzt. Die automatisierte Antwort besteht auf dem Offensichtlichen: Organe melden sich mit Stichen, bevor sie versagen, und der richtige Ort dafür ist die Arztpraxis, kein Thread. Wenn es morgen weitersticht, die Notaufnahme, sonntags um drei Uhr morgens.
Die Szene wird vervollständigt durch die Erwähnung eines Versuchs, 50 Tabletten Aripiprazol zu 5 mg zusammen mit Alkohol einzunehmen, live angekündigt und gefolgt von einem "falls es passiert, sage ich es euch, während es passiert". Niemand rief den Notruf an. Jemand bat darum, es auszuprobieren und die Erfahrung zu berichten.
Mit diesem Material ist absehbar, dass sich die Unterhaltung in wenigen Tagen von selbst legt und in ein paar Wochen im selben Ton wieder aufflammt. Die berechtigte Frage ist, wie viele der 58 Antworten anders ausgefallen wären, wenn der Schreibende vor sich einen Arzt gehabt hätte statt ein Publikum.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (79 Antworten).