Ihr Haus verliert nachts 3 Grad – und es sind nicht die Fenster

Heizung bei 20,7º ausgeschaltet und morgens 17,6º bei 0º draußen: Warum die Kälte durch den Rollladenkasten kommt und nicht durch das Glas der neuen Fenster

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ihr Haus verliert nachts 3 Grad – und es sind nicht die Fenster
Drei Grad weniger jede Nacht: Die Kälte kommt nicht da herein, wo Sie denken

Die Heizung bei 20,7º ausgeschaltet und acht Stunden später das Thermostat bei 17,6º, während das Außenthermometer gegen 0º tendiert und ein Lüftchen weht. Das ist der Befund, der die Frage aufwirft: Ist es normal, dass ein Haus mit frisch eingebauten Dreh-Kipp-Fenstern nachts so viel Wärme verliert? Die Antwort, die sich aus der gesammelten Erfahrung immer wieder ergibt, ist unangenehm für alle, die gerade tief in die Tasche gegriffen haben: Ja, es ist normal. Und der Schuldige ist selten das Glas.

Das Gespräch beginnt in Zaragoza, aber die Landkarte der Fälle ist vielfältig: Wohnungen mit Nachbarn oben und unten, die kaum ein Grad verlieren, Reihenhäuser von 2012 mit ähnlichem nächtlichem Abfall, Häuser aus den 50ern mit Aluminiumfenstern, die fünf Grad verabschieden, und jemand, der bei 9,4º ohne Heizung aufwacht und es ohne Drama erzählt. Dazwischen wiederholt sich ein Muster mit verdächtiger Beharrlichkeit: die Rollladenkästen.

Wie viele Grad ein spanisches Haus nachts verliert

Die genannten Spannen reichen von knapp einem Grad bis sechs. Eine elf Jahre alte Wohnung im Vorgebirge der Pyrenäen, mit Nachbarn oben und unten, fällt von 19,5º auf 18,5º bei -3º draußen. Ein Einfamilienhaus mit guten Fenstern und schlechten Wänden geht von 21º auf gut 18 zurück. Ein Reihenhaus von 2012 verzeichnet bei ausgeschalteter Heizung einen ähnlichen Abfall wie der Ausgangsfall. Und am anderen Ende wacht ein Haus von 1940 mit Holzkonstruktion und keiner Heizung außer Warmwasser bei 15º auf, ohne Aufregung.

Die Zahl, die den Vergleich ordnet, ist die Spanne: 2 bis 3 Grad in acht Stunden melden Wohnungen und Häuser, die als vernünftig gedämmt gelten. Mehr zu verlieren verlangt eine Erklärung, und weniger zu verlieren hat meist einen Haken: Nachbarn, die für einen heizen, Ausrichtung oder ein ausgeschalteter Kamin, der weiter Wärme an die Bausubstanz abgibt.

Warum die Kälte durch den Rollladenkasten kommt und nicht durch das Glas

Glas hat seine Physik, darüber gibt es keinen Streit: Nach einer Berechnung, die im Thread kursiert, liegt ein Fenster mit gutem Profil und normalem Glas bei einem U-Wert von rund 2,9 W/m²K, während mittelmäßige Fensterrahmen mit Hochleistungs-Glas auf 1,4 kommen. Bei sechs Quadratmetern Glasfläche in einem Raum sind das Dutzende Watt pro Stunde. Der technische Konsens zeigt aber auf eine andere Stelle: die Aussparung, in der sich der Rollladen aufrollt – jener Kasten, der beim Bau eingebaut wurde und in viel zu vielen Neubauten wenig mehr als ein Sieb ist.

Die Kritik geht über den Einzelfall hinaus. Es wird argumentiert, dass die spanische Bauvorschrift die Projekt-U-Werte regelt, aber keine Luftdichtheit des Gebäudes verlangt, sodass weiterhin Kästen eingebaut werden, durch die kalte Luft zieht. Manche ergänzen das schmerzhafte Detail: Der Bauschaum, mit dem abgedichtet wird, löst sich mit den Jahren oder schrumpft und hinterlässt einen Spalt. Und andere erinnern daran, dass Spanien eines der wenigen Länder ist, in denen sich der innenliegende Rollladen mit Kasten, Schmutz und Undichtigkeiten durchgesetzt hat.

Was man prüfen sollte, bevor man den neuen Fenstern die Schuld gibt

Die Checkliste ist kurz und günstig: Fugen am Fenster selbst, Einstellung des Dreh-Kipp-Flügels – viele haben einen Mechanismus, mit dem sie mit mehr oder weniger Druck schließen –, Dichtungen an der Haustür, eine Bürste an der Unterkante und die Kontrolle von Steckdosen und Leitungen, durch die ebenfalls Luft zieht. Kitt und Klebeband reparieren kein Haus, aber sie stoppen die Luft, die gar nicht hereinkommen sollte.

Das Detail, das so manchen verblüfft: die Wand mit einem Infrarot-Thermometer messen und vor und nach dem Anbringen von weißen Korkplatten vergleichen. Der Unterschied zwischen hochgezogenem und heruntergelassenem Rollladen erweist sich in manchen Fällen als kaum messbar. Dämmung ist keine einzelne Schicht; sie ist eine Kette und reißt am schwächsten Glied.

Thermostat bei 20 Grad und der Kulturkampf um die Kälte

Da erscheint der eigentliche Streit, der über den Fensterbau hinausgeht. Die eine Seite hält 20 Grad im Winter für frieren und das Abschalten der Heizung nachts für leichtsinnig; die andere verteidigt, dass man mit Thermowäsche, Mütze und Bettdecke bei 15 oder 16 bestens leben kann und das Problem nicht die Temperatur, sondern die Gewohnheit sei. Dazwischen: wer damit prahlt, täglich fünfzehn Minuten zu heizen und die Wohnung bei 20,5º zu halten, und wer zugibt, in einem 65-Quadratmeter-Einfamilienhaus aus den 50ern zwischen 1.400 und 1.900 Euro Gas pro Jahr zu verbrauchen.

Der schwarze Humor kommt durch, wenn jemand sein Haus bei 10 Grad als die Hölle beschreibt, mit 70 % Luftfeuchtigkeit, und ein anderer antwortet, er gehe bei 12 ins Bett und stehe bei 9 auf, ohne etwas einstecken zu müssen. Das sei keine Energiearmut, sagt er, sondern die Gewohnheit, bei minus Graden im Freien zu übernachten.

Der Solartipp, der mehr heizt als der Kessel

Zwischen all den Klagen gibt es eine Methode, die mit Begeisterung weitergegeben wird: An sonnigen, windstillen Tagen die Rollläden hochziehen und den Treibhauseffekt arbeiten lassen. Mit dunkelgrauen Rollläden werden Anstiege von drei bis fünf Grad im Raum gemeldet. Das Problem ist die Fragilität des Tricks: Wird es bewölkt oder frischt der Wind auf, ist das Gewonnene in einer Minute dahin. Wer es praktiziert, behauptet, an mehr als 90 % der Tage eines Novembers in Madrid ohne Heizung ausgekommen zu sein.

Das Fazit dieser Runde ist tröstlich für niemanden, der gerade die Fenster getauscht hat: Das Glas hat Gewicht, aber das Loch liegt woanders. Und das Thermometer auf dem Nachttisch misst am Ende viel mehr als eine Temperatur.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (71 Antworten).

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