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IEA warnt vor Engpässen bei Diesel, Benzin und Kerosin
Der monatliche IEA-Bericht alarmiert wegen erschöpfter Lagerbestände für Diesel, Benzin und Kerosin sowie hoher Raffineriemargen, die die Inflation treiben.
Knapper Diesel und leere Lager: Die Warnung der IEA
Was, wenn das Problem nicht das Rohöl ist, sondern die Flüssigkeit aus der Raffinerie? Der Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) enthält eine ungewöhnliche Warnung vor dem Markt für raffinierte Produkte: Knappheit bei Diesel, Benzin und Kerosin, erschöpfte Lagerbestände und so hohe Raffineriemargen, dass sie sich in der Inflation niederschlagen. Der Analyst Javier Blas, der den Bericht seit Jahren verfolgt, betonte, dass er selten eine so deutliche Warnung vor raffinierten Produkten gesehen habe. Die unausgesprochene Schlussfolgerung ist unbequem: Der Flaschenhals liegt nicht mehr nur am Bohrloch, sondern in der Anlage, die das Fass in etwas umwandelt, das einen LKW bewegt.
Was sagt der IEA-Bericht über Diesel?
Die Warnung gliedert sich in vier aufeinanderfolgende Punkte. Erstens: Knappheit bei raffinierten Erdölprodukten. Zweitens: Bestände an Diesel, Benzin und Flugkraftstoff auf als erschöpft eingestuften Niveaus. Drittens: Extrem hohe Raffineriemargen. Viertens: Diese Margen werden auf den Endpreis übertragen und treiben die Inflation an.
Bemerkenswert ist, worauf der Fokus gerichtet wird. Es ist nicht der Barrel-Preis, diese Zahl, die in den Nachrichten immer dann auftaucht, wenn es Spannungen im Nahen Osten gibt. Es ist der langweilige Teil der Kette – die Raffinerie –, der ins Stocken gerät. Und wenn die Raffinerie stockt, fehlt nicht abstrakt Energie: Es fehlt der konkrete Kraftstoff, den LKWs, Traktoren und Flugzeuge nutzen.
Warum ist Diesel das fragilste Produkt?
Das am häufigsten wiederholte Argument hat zwei Säulen. Die erste ist technischer Natur: Das geförderte Rohöl ist von zunehmend schlechterer Qualität, und die Gewinnung von Diesel erfordert hochwertigere Ölsorten, sodass die verfügbare Mischung nicht immer passt. Die zweite ist politisch: Es wird behauptet, dass die geplante Reduzierung des Verbrauchs darauf abzielt, den wenigen verbleibenden Diesel für strategische Zwecke – Militär und Gütertransport – zu reservieren, während private Nutzer davon ausgeschlossen werden.
Wenn diese Lesart stimmt, steht die Reihenfolge der Opfer bereits fest: Zuerst Tourismus und private Geländewagen, danach alles andere. Ein anderer Ansatz fasst zusammen, dass das Wohlfahrts- und Konsumsystem seine Grenzen erreicht hat und das Wirtschaftsvolumen sinken wird. Es ist keine Vorhersage mit Datum, aber sie bestimmt den Tonfall.
Der Vergleich mit 1973 hinkt nicht mehr
Das stets beruhigende Argument – die Ölkrise kam, ging und wir sind noch da – prallt auf eine demografische Tatsache. Im Jahr 1970 lebten 3,692 Milliarden Menschen auf der Welt; heute sind es rund 8 Milliarden. Damals konsumierten China, Indien oder Pakistan kaum, und ein Auto zu besitzen war selbst in ganzen Ländern Reichen vorbehalten. Der Autor dieser Aufzählung fügt eine zeitliche Nuance hinzu: Die Krise begann 1971, wurde aber erst 1973 bemerkt.
Mit fast denselben Ressourcen und viel höherer Nachfrage erfolgt die Anpassung entweder über den Preis oder über die Knappheit. Die freundliche Version der Anpassung ist der Preisanstieg; die unangenehme ist die Schlange an der Zapfsäule.
Vom Kanister zum Traktor mit Sonnenblumenöl
Die praktischen Antworten reichen vom Vernünftigen bis zum Skurrilen. Manche haben vier 20-Liter-Kanister angehäuft und erklären sich für das Mad-Max-Szenario gerüstet. Andere wechseln aus purer Notwendigkeit ihr Auto, weil ein 22 Jahre alter Benziner seinen letzten Dienst tut. Wieder andere setzen auf einfache Technik: Motorräder mit kleinem Hubraum, leicht wartbare und günstige Motoren.
Am anderen Ende steht die häusliche Autarkie: Ein Maultierkarren, der teurer ist als ein Elektroauto, oder ein kleiner Kubota-Traktor, der für den Betrieb mit Sonnenblumenöl angepasst wurde, wobei man den Sonnenblumenanbau selbst betreibt und das Altöl recycelt. Die Knappheit belebt auch alte Handelsargumente neu: Plötzlich erscheint der Kauf regionaler Produkte wie eine erfüllte Prophezeiung.
Wer gewinnt, wenn sich die Rohölkunden verschieben?
Die Neugestaltung der Ströme ist das andere große Kapitel. Wenn ein Käufer früher 10 % an Russland und 90 % an Saudi-Arabien zahlte, kann er nun das Verhältnis umkehren: Das von Saudi-Arabien freigesetzte Rohöl sucht Abnehmer, und russisches Öl wird billiger platziert. Die unbequeme Frage lautet nicht, wie stark die Preise steigen, sondern wer wessen besserer Kunde wird.
Im geopolitischen Abschnitt taucht ein Szenario eines Forum-Nutzers auf: Ölpreise zwischen 75 und 100 Dollar und Guerillakämpfe in Afrika, die die Versorgung erschweren würden, begleitet von Zitaten über das Ende der Unterordnung Afrikas unter ehemalige Regime. Und manche erledigen die Sache mit dem Spruch: „Dann sollen sie halt Mist aus den Hühnerställen holen.“ Pure energiepolitische Folklore.
Mit explodierenden Raffineriemargen und Beständen auf Tiefstständen ist der ruhige Teil des Systems derjenige, der zuerst bricht. Man kann diskutieren, ob die Warnung eine Diagnose oder ein Drehbuch ist. Was nicht diskutiert wird, ist, wie viele Liter noch im Kanister jedes Haushalts sind.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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