Ibex 35: Optimismus trotz BIP-Korrektur auf 0,5%

Der Ibex 35 erreichte im November 2013 fast 10.000 Punkte, während Brüssel das spanische BIP-Wachstum auf 0,5% senkte und die Arbeitslosigkeit bei 26,4% lag.

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Ibex 35: Optimismus trotz BIP-Korrektur auf 0,5%
Ibex nahe 10.000 Punkten bei 26,4% Arbeitslosigkeit und Kürzungen

Der Ibex 35 erreichte im November 2013 die Marke von 10.000 Punkten. Im selben Monat senkte Brüssel die Wachstumsprognose für das spanische BIP für 2014 auf 0,5%, während die Arbeitslosenquote bei 26,4% verharrte. Beides trat gleichzeitig ein. Der Index pendelte wochenlang zwischen 9.800 und 10.200 Punkten. Jeder Rückgang wurde als Kaufgelegenheit gewertet, jeder Anstieg als Beweis dafür, dass es «aufwärts geht». Das Label der grünen Triebe hatte bereits jahrelange Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Die interessante Frage ist nicht, ob die spanische Börse stieg – sie stieg –, sondern wer das Geld bereitstellte und wie die Reise finanziert wurde. Die Antwort in den skeptischeren Analysen war wenig patriotisch: Ein Großteil des Rallys war nicht spanisch.

Wie stark wächst Spanien 2014? Brüssel sagt 0,5%

Die Europäische Kommission reduzierte im November ihre Wachstumsprognose für die spanische Wirtschaft auf 0,5% für 2014, bei einer Arbeitslosenquote von 26,4%. Diese Zahlen werden an den Trading-Tischen kaum diskutiert, denn der Markt handelt nicht 2014: Er handelt 2015 und die Zeit danach. Dies ist das Argument jener, die das Rally als Abschlag auf die zukünftige Erholung und nicht auf die Gegenwart sahen.

Einen Zyklus abzuschätzen, der noch nicht begonnen hat, ist jedoch der klassische Fehler. Mit einem BIP-Wachstum von halben Prozentpunkten und einer Arbeitslosigkeit über einem Viertel der aktiven Bevölkerung verhielt sich die spanische Börse so, als wäre die Krise nur eine schlechte Erinnerung. Manche behaupten, der Markt antizipiere; andere erwidern, dass er sich manchmal einfach pünktlich irrt.

Banco de España verkauft BME-Anteile und Unternehmen leeren eigene Bestände

Eine der am häufigsten zitierten Warnungen betraf die eigenen Aktienbestände (Autocartera). Die Schwergewichte im Ibex hatten ihre Rückkäufe auf ein Minimum reduziert, und selbst die Banco de España hatte ihren Anteil an BME, dem Börsenbetreiber, abgestoßen. Bereitete man einen Absturz vor? Zu welchem Preis würde man zurückkaufen, was man verkaufte – 10% oder 20% niedriger?

Die vorherrschende Lesart war, dass ja, Munition für eine Korrektur gesammelt werde und das Jahresendrally ihnen um die Ohren geflogen sei. Wenn eine Zentralbank die Karten neu mischt, versagt die technische Analyse. Das ist die Falle: Charts funktionieren erst dann nicht mehr, wenn jemand mit Feuerkraft anders entscheidet.

Wendepunkt bei 9.828: Das Duell zwischen Chart und Nachricht

Die Niveaus wurden auf den Punkt genau beobachtet. Ein Teilnehmer definierte 9.828 Spot als wahrscheinlichen Wendepunkt, mit Bestätigung durch Schlusskurse über 9.738 und kurzfristigem Ziel bei 9.460. Andere warnten, dass die S&P-Sitzung Gewinne auf der Short-Seite bringen könnte und die letzte Stunde hässlich werde. All dies, während betont wurde, dass die technische Analyse in solchen Szenarien wenig nützt, wenn exogene Entscheidungen ins Spiel kommen.

Die praktische Schlussfolgerung war immer dieselbe: Nicht alles auf eine Karte setzen. Entscheiden, wie viel Verlust man akzeptiert, den Einstieg in zwei oder drei Tranchen aufteilen und den Preis den nächsten Schritt bestimmen lassen. Der Stop-Loss ist keine Pflicht, sondern ein Werkzeug.

Sacyr, Zeltia und das Auswischen der Kleinwerte: 4,00, 3,13 und wieder 3,85

Das Verhalten von Sacyr in vier Tagen fasste die Schizophrenie des Monats zusammen: Es ging von 4,00 Euro auf 3,13 und von dort wieder auf 3,85. Die kleinen Werte – Tecnocom, Zeltia, Natra, Codere, Ezentis, Quabit, Colonial – erlitten eine vollständige Abverkaufswelle, mit Kursrückgängen, die das Portfolio leer räumten. Wer sich rettete, tat dies aufgrund von Support-Leveln, nicht wegen Fundamentaldaten: Faes, Solaria, Bio und Fersa hielten sich nur knapp.

Besonderer Erwähnung bedarf die Illiquidität. Bodegas Riojanas legten um 10,41% auf 5,41 Euro zu, und die allgemeine Bemerkung war, dass dieser Prozentsatz genauso schnell wieder verloren gehe: Bei so geringem Volumen bewegt ein einzelner Investor den Kurs stärker als ein Quartalsbericht.

Bankia schließt Filialen zwei Jahre früher und Popular notiert bei 4,28 Euro

Im Bankensektor bestätigte Bankia, dass es den mit Brüssel vereinbarten Prozess zur Filialschließung – von 3.100 auf 2.000 – zwei Jahre früher als geplant abschloss. Wirtschaftsminister Luis de Guindos nutzte die Gelegenheit, um den Präsidenten des Instituts, José Ignacio Goirigolzarri, zu loben, mit der Formulierung, er habe «die Prinzipien, die die Banken niemals hätten aufgeben dürfen». Eine merkwürdige Ehre für ein Institut, das gerade verstaatlicht worden war.

Unterdessen diktierten die Preise. Banco Popular wurde zeitweise zu 4,28 Euro gekauft, mit einem ersten Ziel bei 4,50 und einem zweiten bei 5,00. Bankia notierte um 1,025. Gerettete Banken und Überlebende bewegten sich im gleichen Wind, obwohl ihre Historien sehr unterschiedlich waren.

Spread zum DAX: 2.000 Punkte, die das Rally nicht schließt

Ein wiederkehrendes und wenig diskutiertes Datum: Die Differenz zwischen dem deutschen DAX und dem Ibex betrug seit dem Sommer etwa 2.000 DAX-Punkte. Ganz Europa beendete die Sitzung im Plus, aber der Ibex blieb auf der Strecke. Den Index, mit dem niemand angeben wollte, nannten sie ihn damals.

Dieser Spread schloss sich nicht von allein. Er deutete darauf hin, dass sich die Risikoprämie von Staatsanleihen auf Aktien verschoben hatte, oder dass ausländische Investoren Spanien weiterhin nur aus den Augenwinkeln betrachteten. Der Ibex stieg, ja, aber weniger als die anderen. Relativ gesehen ist auch das ein Verlust.

Fed druckt 80 Milliarden pro Monat und das Rally ist nicht spanisch

Den zugrunde liegenden Mechanismus erklärte ein Devisenhändler klar: Die Federal Reserve injizierte 80 Milliarden Dollar pro Monat, und diese Liquidität landete in Aktien und Anleihen. Hebelnde Fonds liehen sich Yen zu 0,25% plus Spread und investierten sie in US-Vermögenswerte, was den Yen nach unten drückte und den Dollar stützte. Bei starken BIP-Daten galt das Tapering – der Abbau der Stimulierungsmaßnahmen – als unmittelbar bevorstehend.

Das heißt: Der Ibex stieg nicht, weil Spanien gesundete, sondern weil weltweit Geld im Überfluss vorhanden war. Ein wenig fernsehentaugliches Argument, das die Epik des grünen Triebes entkräftet. Währenddessen blickten die großen US-Tech-Werte misstrauisch: Netflix schien selbst mit globalem Monopol überbewertet, und Zillow, Pandora und LinkedIn zeigten technische Deckel, die dazu einluden, Shorts vorzubereiten, ohne den Abzug noch zu drücken.

VJET und die 120%, die tatsächlich realisiert wurden

Nicht alles war Rauch. Jemand verkaufte 500 VJET-Aktien mit einer Rendite von 120% und berichtete ohne Drama davon, wobei er warnte, dass das Problem nicht der Einstieg sei, sondern das Durchhalten. Blasen sind nur cool, wenn man sie von unten erwischt, und der Druck, Gewinne zu realisieren, ist enorm. Seine Prognose für die Ergebnisse vom 14. Dezember: Ein Einbruch von 10% bis 15%. Unterschätze nie, wie groß die Dummheit anderer sein kann, wenn es ums Geschäft geht.

Von Berkshire bis Kondratieff: 100 Dollar werden zu 820.000

Als langfristiger Gegenpunkt eine der meistzitierten Berechnungen: 100 Dollar, investiert 1965, wären unter Berücksichtigung der Inflation auf 800 angewachsen, auf 6.500 bei Nachbildung des S&P 500 und auf 820.000, wenn sie 2012 in Berkshire Hathaway gesteckt worden wären. Geduld, die im Markt in Wimpernschlägen gemessen wird, ist das Asset mit der besten Historie.

Und dann gab es den bärischen Strom, eine Minderheit, aber laut, der den Tiefpunkt des Zyklus auf 2017 legte, gestützt auf die vierte lange Kondratieff-Welle. Ihre These: Zentralbanken drucken Geld im Akkord und erreichen damit nur, dass der Crash, wenn er kommt, größer wird. Auf dieser Basis wurde empfohlen, physisches Silber anzuhäufen. Spinner, ja, aber Spinner, die auch Geld verdienen, wenn sie recht haben.



Mit diesen Zutaten lädt die Vorsicht dazu ein, den Ibex von 2013 weniger als grünen Trieb, sondern eher als Ableger zu sehen, der mit fremdem Wasser gepflanzt wurde. Er konnte noch einige Wochen steigen, sogar einen Freitagabend-Marke von 10.000 erreichen, rein aus Eitelkeit. Aber solange das Wachstum bei 0,5% stagnierte, die Arbeitslosigkeit nicht unter 26% fiel und die Liquidität von den Entscheidungen der Fed abhing, blieben die Wurzeln des Rallys dort, wo sie waren. Und zwar nicht in Spanien.[/B]

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3951 Antworten).

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