IBEX 35 im Februar 2013: 8.000 Punkte und die Wette auf den Crash
Im Februar 2013 behauptete sich der IBEX 35 über der Marke von 8.000 Punkten, während ein Großteil des Marktes dies als Falle ansah. Der Index kam von einer deutlichen Erholung seit den Tiefständen im Sommer 2012, als er um die 6.000 Punkte notierte, und dieser Anstieg ließ alle Augen nach oben blicken. Die vorherrschende Überzeugung war nicht, dass der Markt steigen würde, sondern dass er fallen würde – und zwar kräftig. Die einzige Frage war wann. Die technische Analyse deutete auf einen Boden nahe bei 7.000 hin, mit einer Bandbreite von Zielwerten zwischen 7.600 und 5.000, je nach Optimismus oder Pessimismus.
Die Marke von 8.050 als Lebenslinie
Das Niveau, das alle Blicke auf sich zog, waren die 8.050 Punkte. Unterhalb dieses Referenzwerts geriet die kurzfristige Aufwärtsstruktur in Frage, und die Wahrscheinlichkeit eines ernsthaften Rückfalls mit Ziel 7.600 stieg. Oberhalb fungierten die 8.180 als Widerstand: Solange der Preis diese Schwelle nicht durchbrach, bestand das Abwärtsrisiko weiter. Manche sahen den nächsten Aufwärtsschritt bei 8.276, andere warnten, dass ein Scheitern der Kanalfortsetzung eine „sehr heftige“ Gegenreaktion auslösen würde.
Auffällig war das Fehlen eines offensichtlichen Grundes für die Verluste. Der Index verlor 700 Punkte wie selbstverständlich und ohne großes mediales Echo. Und das, so warnen Charttechniker, ist das schlechteste Signal: Wendepunkte beginnen oft so, ohne scheinbares Argument, und erst wenn die Talfahrt bereits läuft, setzt die Angst ein.
Das VIX schoss hoch, ohne dass der Markt fiel
In einer der Schlüsselsitzungen stieg das VIX – der Angstindex der Wall Street – um 23%, zeitweise sogar um 28%. Verwirrend war, dass der S&P 500 kaum 1% nachgab. Diese Divergenz ergab im Vergleich zum historischen Verhalten des Indikators keinen Sinn. Die plausibelste Erklärung: Das VIX handelte ungewöhnlich niedrig und hatte Luft bis zur Zone um 20. Optimisten sahen darin eine bloße technische Korrektur; Pessimisten den ersten ernsten Warnschuss vor einem Markttop.
Die Bewegung im EUR/JPY – mit einer Spanne von über 600 Punkten zwischen Tageshoch und -tief – erhöhte den Lärm in einer Sitzung, die mehrere Händler als manipuliert beschrieben, einschließlich der Erneuerung von Short-Positionen in Spanien.
Bankia und seine Kapitalerhöhung um 1,5 Milliarden Aktien
Auf dem Tisch lag der Plan von Bankia, 1,5 Milliarden Aktien neu auszugeben. Die Zahl wurde als Guinness-Rekord interpretiert, und manche fragten scherzhaft, wo man das Buch zur Bestätigung kaufen könne. Hinter dem Witz verbarg sich eine bitterere Lesart des Restrukturierungsprojekts und des öffentlichen Geldes dahinter. Eine gerettete Bank, die in diesem Umfang Kapital erhöht, war zumindest ein Zeichen dafür, dass das Loch noch nicht gestopft war.
Inditex, der Balken, der den Index trug
Während Banken und Textilwerte den Zug zogen, war Inditex zur Stütze des Leitindex geworden. Zu diesem Zeitpunkt sah es sehr schlecht aus: Solange der Kurs die 107 Euro nicht zurückgewann, lautete die Strategie, Short zu gehen bis 95, mit Ausstieg bei 104. Eine Kuriosität, die niemand übersah: An einem Tag, an dem der Index stark fiel, gab Inditex nur 0,35% nach. Hätte es 2% oder 3% verloren, wäre der IBEX unweigerlich abgestürzt.
KGV-Ländervergleich: Spanien bei 8,6 gegenüber 19 in der Schweiz
Ein Datenpunkt, der für die bullische Erzählung angeführt wurde, war der internationale KGV-Vergleich. Schweiz 19-fach, USA 16, Frankreich 13, Brasilien 13, Deutschland 12 und Spanien 8,6. Die spanische Börse handelte deutlich günstiger als ihre Nachbarn. Das Problem war das alte: Ein niedriger KGV kann Chance oder Falle sein, je nachdem, was der Markt einpreist. Und mit der laufenden Sanierung des Bankensektors war der Abschlag eher eine Warnung.
Pescanova, Gamesa und die Entkopplung der Small Caps
Pescanova, mit der Aktie bei 17,78 Euro, war ein wandelnder Leichnam, und viele fragten, wer noch eingestiegen war. Gamesa, das Ergebnisse mit einer präsentablen PowerPoint-Folie veröffentlicht hatte, war am Dienstag gekauft worden und brannte nun. Der TV-Sektor bereitete sich auf Kanalreorganisationen und Fusionen vor, von denen man harte Auseinandersetzungen erwartete. Der deutsche DAX hingegen griff Mehrjahreshochs an.
Auch die Entkopplung zwischen dem IBEX und seinen kleineren Brüdern fiel auf: Die Indizes für Small und Medium Cap folgten dem großen Anstieg des Leitindex nicht und blieben näher an ihren Unterstützungszonen. Der Euro sank, der Bund stieg, und der Optimismus unter den Anlegern – als hysterisch beschrieben – stand im Widerspruch zur Gesundheit der meisten Werte.
Das Gerücht über die Auflösung von Bankrückstellungen
Das Thema, das die Runde machte – und die erfahrenen Anleger in Alarmbereitschaft versetzte –, war eine Nachricht aus der Führungsetage einer der beiden großen spanischen Banken. Die Idee: Im Vorjahr seien übermäßig Rückstellungen gebildet worden, und 2013 bestehe Spielraum, diese aufzulösen und die Gewinne nach oben zu treiben. Es war keine Botschaft an Investoren, sondern intern und vertraulich. Die Implikation war klar: Die berühmten 3 Euro pro Aktie an Rückstellungen könnten vergessen werden. Vorsicht vor endlosen Short-Positionen, warnten Eingeweihte.
Argentinien, Bernanke und Benzin als Mahnung
Auf der anderen Seite des Atlantiks drohte ein weiteres Desaster. Der Richter, der den Fall über 1,4 Milliarden Dollar von Elliott Associates gegen Argentinien führte, könnte noch im selben Jahr den Zahlungsausfall des Landes feststellen, aufgrund der Starrköpfigkeit aller Beteiligten. In dem entstehenden Szenario würden alle verlieren.
Bernanke seinerseits hatte durchblicken lassen, dass es keine Exit-Strategie für die expansive Geldpolitik gebe, oder dass sie bald nötig sei, und dass man dem Markt jede Menge Informationen schicken werde, damit er sie antizipieren könne. Ruhig gelesen, machte der Satz Angst: Die Zentralbank wusste nicht, wie sie aus der injizierten Liquidität herauskommen sollte, und pumpte sie weiter. Der Benzinpreis in Dollar pro Gallone – Spanien bei 7,06, Platz 22 im weltweiten Ranking, zwischen Türkei und Norwegen – erinnerte daran, dass internationale Preisvergleiche nie sinnvoll sind.
Das Fazit: Prognose mit Sternchen
Die häufigsten Wetten tendierten zu einem Rückgang auf 7.500–7.700 vor Ende März und einem möglichen Markttop im Frühjahr. Nichts davon war garantiert: Die Indizes hatten wochenlang Hin und Her gemacht und mal den einen, mal den anderen recht gegeben. Mit dem IBEX festgefahren über 8.000 war die einzige Gewissheit, dass niemand das letzte Wort hatte.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt eine Debatte im Februar 2013 über technische Analyse und Makroökonomie. Er ist keine Anlageempfehlung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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