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Debatte: Manifest nennt den Menschen „Karzinom“ und endet in kollektiver Euthanasie
Ein als axiomatisch bezeichneter Text nennt den Menschen ein „Karzinom“ und mündet in einen Vorschlag zur kollektiven Euthanasie. Die Diskussion spaltet sich.
Das Manifest, das den Menschen ein „Karzinom“ nennt und kollektive Euthanasie fordert
Ein als axiomatisch bezeichneter Text behauptet, der Mensch sei nichts weiter als biologischer Abfall, infiziert mit Anthropozentrismus, und das Leben funktioniere nach exakt der Logik eines Karzinoms. Der Autor gibt sich als das intelligenteste Kind des Planeten und zeichnet ein Werk mit dem Titel „El Niño Lunar: la imposición de nacer“ (Das Mondkind: Die Auferlegung, geboren zu werden). Die zentrale These: Das hypertrophierte Bewusstsein lässt uns glauben, erleuchtet zu sein, dabei sind wir nur das zufällige Nebenprodukt der Kopulation zweier erbärmlicher Affen.
Das Gedankengebäude bleibt nicht bei philosophischer Provokation stehen. Daraus wird eine operative Schlussfolgerung abgeleitet: Wenn das Leben eine degenerative Pathologie ist, die Materie und Energie infiziert, während das Universum altert, und wenn der Mensch jedes Ökosystem verwüstet, das er durchquert, wäre die vernünftige Antwort die kollektive Euthanasie. Die Raumfahrt ist in diesem Rahmen keine Odyssee: Sie ist eine Metastase in andere Galaxien.
Was das Manifest genau vorschlägt
Der Text greift Gläubige und Agnostiker gleichermaßen an und wirft ihnen vor, an die Heiligen Drei Könige zu glauben und ihre Eltern als großmütige Wesen zu verklären. Der Vorwurf ist konkret: Sie haben uns aus Ego, Gier, Neid oder Eitelkeit gezeugt, nicht aus Liebe oder Pflicht. Der Autor ernennt sich selbst zum intelligentesten Kind, das auf diesem blauen Planeten existiert, und bezeichnet sein eigenes Werk als das einzige axiomatische, gegenüber einer Ödland aus Schlamm und Mittelmäßigkeit, verkleidet als Intellektualität.
Es gibt einen logischen Sprung, den der Text nicht auflöst: Aus der Feststellung, dass der Ursprung des Menschen biologisch und nicht göttlich ist, folgt nicht zwangsläufig, dass das Leben ausgelöscht werden verdient. Das Manifest hält dies für selbstverständlich. Genau dort spaltet sich die Diskussion.
Die Reaktion des sich Angegriffen Fühlenden
Die schärfste Reaktion diskutiert nicht die Biologie, sondern die Absicht. Dem Gedankengebäude wird vorgeworfen, ein Projekt gegen den Menschen zu sein, und die Diagnose wird umgekehrt: Der Tumor sei derjenige, der diese Thesen vertritt, nicht die Spezies. Die Diskussion verlagert sich auf das Terrain der Bewusstseine: Nur unschuldige Bewusstseine zählten, heißt es sogar, was fast alle ausschließt und eine offene Angriffsfläche bietet.
Dann stellt sich die Frage, die die Strenge des Manifests entlarvt: Wenn der Mensch verurteilt wird, was ist dann mit Hominiden, Humanoiden oder Transhumanisten? Die Klassifizierung wird beliebig, sobald man sie anwenden will. Das Kriterium, welches Bewusstsein existieren darf, wird an keiner Stelle des Originaltextes definiert.
Von der philosophischen Provokation zum Verwaltungsantrag
Das Gespräch endet im Praktischen, und dort wird es unangenehmer. Der Vorschlag der kollektiven Euthanasie wird zu einer konkreten Empfehlung: die individuelle Euthanasie zu beantragen und so zur Sache beizutragen. Das ist der Punkt, an dem das Manifest aufhört, Literatur zu sein, und in das Terrain von Gesundheit und Gesetzgebung am Lebensende gerät – eine Angelegenheit, die einen anderen Ton und andere Garantien erfordert, als ein als axiomatisch bezeichneter Text sie bietet.
Der Abstand zwischen der Kritik am Anthropozentrismus und der Forderung, dass andere aufhören zu existieren, ist der Abstand zwischen Provokation und Schaden. Das Manifest überbrückt ihn nicht: Er wird ausgelöscht.
Bleibt die Frage, die der Text nicht beantwortet: Wenn jedes Bewusstsein eine verurteilte Hypertrophie ist, warum verdient dann das des Autors, die Diagnose zu schreiben?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein selbsternanntes „axiomatisches“ Manifest erklärt den Menschen zum Karzinom und fordert die kollektive Euthanasie. Die biologische und logische Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
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